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Angiographie

Was ist bei einer angiographischen Untersuchung zu beachten?

Ablauf der Untersuchung:

  • Nach der Aufklärung über das Ziel und die möglichen Risiken der Untersuchung wird unter örtlicher Betäubung eine spezielle Punktionsnadel (Durchmesser ca. 1 mm) in eine Schlagader (Arterie) oder Vene eingeführt. Abhängig von der Fragestellung und den anatomischen Gegebenheiten erfolgt die Punktion in der Leisten- oder Ellbeuge, in seltenen Fällen im Bereich der Achsel oder des Halses.
  • Durch die Punktionsnadel wird ein dünner, sehr flexibler Draht in das Innere des Blutgefäßes vorgeschoben. Die sehr weiche, gebogene Spitze dieses sogenannten Führungsdrahtes verhindert eine Gefäßverletzung. Über den Führungsdraht wird der Katheter an die Stelle des Gefäßsystems platziert, die untersucht werden soll. Je nach Fragestellung werden verschiedene Katheter verwendet. Um mehrere Gefäße gleichzeitig darzustellen, wird ein Übersichtskatheter, für die Darstellung einzelner Gefäße ein Selektivkatheter benutzt. Während der Untersuchung kann ein Katheterwechsel notwendig sein. Dieser erfolgt wiederum mit dem Führungsdraht.
  • Um die Blutgefäße erkenn- und beurteilbar zu machen, wird über den Katheter Kontrastmittel eingespritzt. Während der Kontrastmittelinjektion tritt in der untersuchten Körperregion üblicherweise ein Wärmegefühl auf, dies ist normal und hält einige Sekunden an. Während der Kontrastmittelinjektion werden in schneller Folge Röntgenaufnahmen der Untersuchungsregion angefertigt. Heutzutage werden die Aufnahmen in der Regel elektronisch angefertigt und per Computer nachverarbeitet, so dass nur noch die interessierenden Gefäße abgebildet werden (sog. digitale Subtraktionsangiographie, DSA).
  • Die Untersuchung ist meist nach 15 bis 30 Minuten abgeschlossen. Komplizierte anatomische Verhältnisse oder die Durchführung einer therapeutischen Maßnahme in den Gefäßen kann zu einer Verlängerung der Untersuchungszeit führen.Nach Entfernen des Kathetermaterials wird die Punktionsstelle für etwa zehn Minuten komprimiert und anschließend ein Druckverband angebracht.
  • Abhängig vom Durchmesser der verwendeten Katheter ist eine Bettruhe von vier bis zwölf Stunden zu empfehlen, der Druckverband soll für etwa 24 Stunden belassen werden. 

Vorbereitung auf die Untersuchung:

  • Sollte früher schon eine Angiographie angefertigt worden sein, bringen Sie die Aufnahmen mit. Der Vergleich mit Voraufnahmen kann häufig die Befundinterpretation oder die Therapieentscheidung erleichtern.
  • Nehmen Sie am Vorabend der Untersuchung keine schweren Mahlzeiten ein. Ab vier Stunden vor der Untersuchung sollen Sie nicht mehr rauchen und nichts mehr essen, Tee oder Mineralwasser sind jedoch erlaubt. Medikamente z.B. gegen Herzrhythmusstörungen oder hohen Blutdruck sollen Sie auch am Untersuchungstag nehmen. Sind Sie bzgl. der Medikamenteneinnahme unsicher, fragen Sie bitte Ihren behandelnden Arzt.
  • Halten Sie sich nach der Untersuchung bitte an die Empfehlungen zur Einhaltung der Bettruhe und entfernen Sie den Druckverband nicht vorzeitig. Vermeiden Sie für etwa zwei Tage schwere körperliche Belastungen. Die Gefahr einer Nachblutung mit evtl. Blutergussbildung kann so weitgehend ausgeschlossen werden.
  • Das Kontrastmittel wird vollständig über die Nieren ausgeschieden. Sie können Ihrer Niere "helfen", das Kontrastmittel schneller auszuscheiden, wenn Sie nach der Untersuchung viel trinken.
  • Sollten Sie sich nach der Untersuchung unwohl fühlen, treten Fieber, Schmerzen oder eine Nachblutung auf, verständigen Sie bitte sofort Ihren Arzt.

Häufig gestellte Fragen von Patienten:

Darf man vor der Untersuchung noch essen?

Etwa ab vier Stunden vor der Untersuchung sollen Sie nichts mehr essen und allenfalls nur noch Tee oder Mineralwasser zu sich nehmen und nicht mehr rauchen.

Darf man vor der Untersuchung Medikamente einnehmen?

Nehmen Sie die Medikamente, die Sie regelmäßig einnehmen müssen (z.B. zur Blutdrucksenkung oder gegen Herzrhythmusstörungen), wie immer ein. Sind Sie zuckerkrank nehmen Sie Ihre Medikamente erst nach der Untersuchung ein, da es sonst zu einem ausgeprägten Abfall des Blutzuckerspiegels kommen kann. Sind Sie sich unsicher, fragen Sie bitte Ihren Arzt.

Spürt man das Vorschieben des Katheters im Gefäß?

Nein, die Gefäßinnenwand besitzt keine auf Berührung sensiblen Nervenfasern. Im Bereich der Punktionsstelle können Sie u.U. während der Untersuchung ein Druckgefühl spüren, wenn der Katheter durch den untersuchenden Arzt manipuliert wird.

Ist das Wärmegefühl während der Kontrastmittelinjektion normal?

Ja, während der Kontrastmittelinjektion vermischt sich das fließende Blut mit dem Kontrastmittel. Im durchbluteten Gewebe kann dadurch eine Wärmegefühl erzeugt werden. Dieses hält nur für wenige Sekunden an und ist normal. Bei modernen Kontrastmitteln treten die früher beschriebenen Schmerzen durch die Kontrastmittelinjektion eigentlich nicht mehr auf.

Mehr Informationen zur Technik erfahren sie hier: Angiographie