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Suizid in den eigenen Reihen - Eine vergleichende Studie zwischen Psychiatern, Psychotherapeuten und Ärzten anderer Fachrichtungen

Obwohl „Suizidalität“ zunehmend an medialer Präsenz gewinnt ist davon auszugehen, dass eigene psychische Krankheiten bei Ärzten und psychotherapeutisch Tätigen schwer vorstellbar erscheint und weitestgehend tabuisiert wird. Doch die Professionalität und die Erfahrung im Umgang mit psychisch kranken Menschen stellen keinen Schutz dar, nicht ebenfalls in die Lage höchster seelischer Not zu geraten.

Neben älteren Studien (Hawton et al. 2001, Reimer et al. 2005) zeigt eine aktuelle Metaanalyse von Dutheil et al. (2019), dass Mediziner ein hohes Suizidrisiko aufweisen. Die standardisierte Mortalitätsrate beträgt in dieser Auswertung 1,44 für beide Geschlechter. Die Rate der Suizidversuche bei Ärztinnen und Ärzten liegt bei 1%, die Rate der Suizidgedanken bei 17%.  Im Vergleich scheinen Ärztinnen stärker betroffen zu sein. Mit Blick auf die einzelnen Fachrichtungen haben vor allem Allgemeinmediziner, aber auch Internisten, Anästhesiologen, Psychiater, und Allgemeinchirurgen ein besonders hohes Risiko.

Die Durchführung der Studie erfolgt mittels Fragebogen, der an je 100 Psychiater, Psychotherapeuten und eine Gruppe von 100 Ärzten zufällig ausgewählter Fachrichtung in Sachsen verschickt wird. Die Auswahl erfolgt anhand des Verzeichnisses der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen. Die ausgewählten Ärzte bekommen ein Anschreiben mit einer kurzen Erläuterung des Forschungsvorhabens und gleichzeitig den dazugehörigen Fragebogen (FB) zugesandt. In diesem FB werden verschiedenste demographische Daten erfragt (z.B. Alter, Familienstand, Dauer der Ausübung des Berufes, Arbeitsweg, Größe des Ortes an dem die Tätigkeit ausgeübt wird) sowie Fragen zu eigenen akuten und chronischen Belastungsfaktoren, allgemeine und persönliche Meinung zu Suizidalität und suizidalen Krisen. Ein sehr wesentlicher Datenbereich befasst sich mit den individuellen Faktoren, die ein Hilfesuchverhalten für Therapeuten offensichtlich so schwierig macht, sowie konkrete Wünsche nach zuverlässiger und anonymer Unterstützung in suizidalen Krisensituationen. Ein Ziel unserer Untersuchung soll es sein, Risikofaktoren für „Suizidalität in den eigenen Reihen“ zu identifizieren und ein Netz aufzubauen, wo sich betroffene Kollegen in Krisensituationen hinwenden können.

Leiterin:
PD Dr. med. habil. Ute Lewitzka 

Doktorandin:
Dipl.-Psych. Birgit Jahn  

Obwohl „Suizidalität“ zunehmend an medialer Präsenz gewinnt ist davon auszugehen, dass eigene psychische Krankheiten bei Ärzten und psychotherapeutisch Tätigen schwer vorstellbar erscheint und weitestgehend tabuisiert wird. Doch die Professionalität und die Erfahrung im Umgang mit psychisch kranken Menschen stellen keinen Schutz dar, nicht ebenfalls in die Lage höchster seelischer Not zu geraten.

 

Neben älteren Studien (Hawton et al. 2001, Reimer et al. 2005) zeigt eine aktuelle Metaanalyse von Dutheil et al. (2019), dass Mediziner ein hohes Suizidrisiko aufweisen. Die standardisierte Mortalitätsrate beträgt in dieser Auswertung 1,44 für beide Geschlechter. Die Rate der Suizidversuche bei Ärztinnen und Ärzten liegt bei 1%, die Rate der Suizidgedanken bei 17%.  Im Vergleich scheinen Ärztinnen stärker betroffen zu sein. Mit Blick auf die einzelnen Fachrichtungen haben vor allem Allgemeinmediziner, aber auch Internisten, Anästhesiologen, Psychiater, und Allgemeinchirurgen ein besonders hohes Risiko.

 

Die Durchführung der Studie erfolgt mittels Fragebogen, der an je 100 Psychiater, Psychotherapeuten und eine Gruppe von 100 Ärzten zufällig ausgewählter Fachrichtung in Sachsen verschickt wird. Die Auswahl erfolgt anhand des Verzeichnisses der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen. Die ausgewählten Ärzte bekommen ein Anschreiben mit einer kurzen Erläuterung des Forschungsvorhabens und gleichzeitig den dazugehörigen Fragebogen (FB) zugesandt. In diesem FB werden verschiedenste demographische Daten erfragt (z.B. Alter, Familienstand, Dauer der Ausübung des Berufes, Arbeitsweg, Größe des Ortes an dem die Tätigkeit ausgeübt wird) sowie Fragen zu eigenen akuten und chronischen Belastungsfaktoren, allgemeine und persönliche Meinung zu Suizidalität und suizidalen Krisen. Ein sehr wesentlicher Datenbereich befasst sich mit den individuellen Faktoren, die ein Hilfesuchverhalten für Therapeuten offensichtlich so schwierig macht, sowie konkrete Wünsche nach zuverlässiger und anonymer Unterstützung in suizidalen Krisensituationen.

 

Ein Ziel unserer Untersuchung soll es sein, Risikofaktoren für „Suizidalität in den eigenen Reihen“ zu identifizieren und ein Netz aufzubauen, wo sich betroffene Kollegen in Krisensituationen hinwenden können.