Personal tools

Effektivität eines Resilienztrainings als Baustein eines multimodalen Behandlungskonzeptes nach einem Suizidversuch

Bei verschiedenen psychischen Erkrankungen wurde Resilienz als allgemeiner Schutzfaktor erkannt und Resilienzförderungsprogramme, teilweise wissenschaftlich evaluiert, nicht nur zur Prophylaxe, sondern auch verschiedentlich zur Symptombehandlung erfolgreich eingesetzt. Resilienzprogramme hatten dabei teilweise auch einen nachhaltigen Effekt auf die Reduzierung von Suizidgedanken und suizidalem Verhalten. Deshalb erscheint es naheliegend, ein Resilienztraining nach einem Suizidversuch, der nach dem Diathese-Stress-Modell eine dysfunktionale Reaktion auf eine als belastend empfundene Situation ist, als Suizidprophylaxe einzurichten. Das erscheint auch deshalb besonders sinnvoll, da ein Suizidversuch in der Biografie als starker Risikofaktor eines späteren Suizids gilt. Im Gegensatz zur großen Fülle an Untersuchungen zu Risikofaktoren suizidalen Verhaltens haben sich erst vergleichsweise wenige Studien mit Schutzfaktoren, also solchen Variablen, die mit einem reduzierten Suizidrisiko einhergehen beschäftigt. Dazu haben wir eine experimentelle Studie entworfen, die eine Patientengruppe, die nach Suizidversuch stationär in einem Allgemeinkrankenhaus versorgt wird, diagnostisch mit standardisierten Verfahren bezüglich der Suizidalität, der Resilienz sowie anderer Daten erfasst. Alle Patienten bekommen die übliche Standardversorgung des Krankenhauses. Dann wird allen zusätzlich ein Resilienztraining angeboten. Die Gruppe der Zustimmer bilden die Trainingsgruppe, die Gruppe der Ablehner bilden die Kontrollgruppe. Die Studie findet in Stadt- und Landkreis Gütersloh, ca. 351.000 Einwohner in den zwei Allgemeinkrankenhäusern statt. Die Stichprobe bezieht sich auf 12 Wochen nach Suizidversuch.  Anschließend werden die Veränderungen gemessen und in Hinblick auf die Hypothesen ausgewertet. Einige Studien legen nahe, dass der Resilienzfaktor möglicherweise ein Voraussagefaktor für Suizidhandlungen sein könnte.

Kontakt:
PD Dr. med. habil. Ute Lewitzka  
Dipl.-Psych. Hans-Ulrich Strutz (Psychologischer Psychotherapeut, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut in Gütersloh)