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Prognostizieren und Erkennen mittel- und langfristiger Entwicklungsgefährdungen nach jugendlichen Alkoholvergiftungen

Bislang gibt es kaum Erkenntnisse zum mittel- und langfristigen Entwicklungsverlauf nach Alkoholvergiftungen im Kindes- und Jugendalter und keine evidenzbasierte Möglichkeit zu unterscheiden, ob eine Kurzintervention wie z.B. im Rahmen des Projektes „Hart am Limit“ (HaLT) ausreicht oder ob intensiverer Beratungsbedarf besteht und möglicherweise Maßnahmen zur Abwehr von Kindeswohlgefährdung getroffen werden müssen. Zur Abhilfe soll ein Instrument zur Erhebung von Risiko- und Schutzfaktoren bei Alkoholvergiftungen im Kin-des- und Jugendalter (RISCA) entwickelt und hinsichtlich seines prognostischen Wertes für mittel- und langfristige Entwicklungsgefährdungen validiert werden. Der mittelfristige Verlauf wird durch eine prospektive Kohortenstudie untersucht, bei der 400 Minderjährige vor dem HaLT-Brückengespräch mittels einer Testversion des RISCA am Krankenbett untersucht und nach 6 Monaten telefonisch nachbefragt werden. Zur Validierung des langfristigen Verlaufes werden die Krankenakten von 2000 minderjährigen Patienten, die vor 5-10 Jahren alkohol-bedingt stationär behandelt wurden, hinsichtlich potentieller Verlaufsprädiktoren analysiert. Diese jetzt jungen Erwachsenen werden angeschrieben und um eine telefonische Befragung gebeten, bei der ihre psychosoziale Situation unter besonderer Berücksichtigung von Sucht-entwicklung untersucht wird. Die Daten beider Projektteile werden benutzt, um eine praxis-taugliche und validierte Endversion des RISCA zu erstellen, die dem HaLT-Netzwerk und anderen Akteuren in der Jugendfürsorge bei der Beratung alkoholgefährdeter Minderjähriger hilft.

Publikationen aus dem Projekt:

Abschlußbericht des BMG

Laufzeit: Sep 2011 bis Juni 2014

Förderung: Bundesministerium für Gesundheit

Projektmitarbeiter: Dipl. Psych Cornelius Groß

Externe Kooperationspartner:

Dipl.-Päd. Heidi Kuttler, Villa Schöpflin gGmbH – Zentrum für Suchtprävention

Prof. Dr. med. Eva Bitzer, MPH, Institut für Alltagskultur, Bewegung und Gesundheit, Public Health & Health Education, Pädagogische Hochschule Freiburg.

PD Dr.rer.nat.  Ludwig Kraus, Institut für Therapieforschung München

Dr. phil. Olaf Reis, Klinik für Psychiatrie, Neurologie, Psychosomatik und Psychotherapie im Kindes- und Jugendalter der Universität Rostock

Kliniken für Kinder- und Jugendmedizin in Dresden, Pirna, München, Rostock, Lörrach.