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Lernen und Alkoholabhängigkeit: Bedeutung von Störungen des Lernens für das Rückfallgeschehen

Ziel dieser Studie ist, die Bedeutung von belohnungsabhängigen Lernmechanismen und ihrer Störung für das Rückfallgeschehen bei alkoholabhängigen Patienten zu untersuchen. Hierzu werden alkoholabhängige Patienten nach Entzug sowie alters- und geschlechtsgematchte Kontrollpersonen untersucht. Die hauptsächlichen Fragestellungen sind zum einen, welche lernbezogenen Verhaltens- und fMRT-Parameter eignen sich dazu die Rückfallgefahr während der folgenden 6 12 Monate vorherzusagen und zum anderen auf welche Weise diese, mit bereits bekannten klinischen und psychosozialen Einflußfaktoren auf das Rückfallrisiko interagieren. Außerdem sollen Geschlechtseffekte auf die funktionelle Hirnaktivierung während dem Bearbeiten von Lernaufgaben exploriert werden. Die Patienten erhalten hierzu eine stationäre Entzugs- und Motivationsbehandlung. Sobald der Entzug vorbei ist, werden probabilistisches Umkehrlernen und Pavlovian-to-instrumental transfer untersucht, während die Patienten in einem Kernspintomographen liegen um die regionale Hirnaktivität aufzuzeichnen. Danach werden die Patienten in regelmäßigen Therapiesitzungen 6 12 Monate lang weiteruntersucht. Die Ergebnisse der Lernparadigmen und fMRT-Daten werden mit Alkoholverlangen, -Konsum sowie dem Auftreten von schweren Rückfällen verglichen. Der Schweregrad der Erkrankung wird anhand der psychiatrischen Komorbidität sowie psychosozialen und neurobiologischen Parametern erfaßt, um den spezifischen Beitrag von Lernstörungen auf das Rückfallrisiko abschätzen zu können. In einer weiteren Stichprobe alkoholabhängiger Patienten wird die anknüpfende Fragestellung untersucht, wie sich Störungen belohnungsabhängiger Lernmechanismen auf die Effektivität eines neuen Verhaltenstrainings zur Rückfallprophylaxe auswirken. Dafür wird der Einfluß von Verhaltens- und fMRT-Parametern aus den oben genannten Lernparadigmen auf die Wirkmechanismen des Verhaltenstrainings analysiert. Damit soll in Zukunft besser vorhergesagt werden, welche Patienten von diesem Training besonders profitieren und inwiefern eventuell auch pharmakologische Interventionen unterstützend eingesetzt werden können.

Publikationen aus dem Projekt:

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25828702

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25359491

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25566131

Laufzeit: April 2012 bis März 2018

Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft im Rahmen der Forschergruppe 1617

Projektmitarbeiter: Christian Sommer, M.Sc, Dipl.- Psychol. Elisabeth Jünger sowie als studentische Hilfskräfte B.Sc. Julian Birkenstock, Cand. med. Lucia Hämmerl, B.Sc. Amal Kebir

externe Kooperationspartner: Prof. A. Heinz, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Charite Universitätsmedizin Berlin; Prof. H.-U. Wittchen, Klinische Psychologie und Psychotherapie der TU Dresden; Q. Huys, ETZH Zürich