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Früherkennung und frühzeitige Behandlung im Früherkennungszentrum für psychische Störungen „DDfrühdran“

Affektive Störungen, wie Depressionen und bipolare Erkrankungen, verursachen weltweit enorme individuelle und gesellschaftliche Beeinträchtigungen. Bis zur adäquaten Diagnosestellung und Behandlung können oft Jahre vergehen. Bislang existiert für diese wichtigen psychiatrischen Diagnosen noch kein standardisiertes Vorgehen zur Identifikation und ggf. Behandlung von Personen in Risikostadien (d.h. vor vollständigem Einsetzen der Erkrankung). Über die Früherkennung hinausgehende Strategien für psychiatrische primärpräventive Ansätze gibt es derzeit nur im Rahmen von Forschungsprojekten, nicht jedoch für die klinische Versorgung.

Im Dresdner Früherkennungszentrum werden u. a. Instrumente zur Früherkennung bipolarer Störungen entwickelt, potentielle Biomarker (wie Schlaf/zirkadiane Rhythmik und Immunantwort) untersucht, und frühzeitige Therapieansätze auf ihre Wirksamkeit und Verträglichkeit geprüft. Ein Netzwerk aller an der Versorgung von Risikopersonen beteiligter Berufsgruppen wird weiter ausgebaut.

Durch frühzeitige adäquate Beratung und Behandlung sollen chronische Verläufe und damit auch Beeinträchtigungen der Betroffenen reduziert werden. Zu diesem Zweck werden Daten zu Versorgungspfaden, Risikofaktoren und Verlaufsbeobachtungen bei den Personen, die sich im Früherkennungszentrum vorstellen, standardisiert erfasst und epidemiologisch ausgewertet.

Ausgewählte Publikationen:

Leopold, K., Ratzer, S., Correll, C. U., Rottmann-Wolf, M., Pfeiffer, S., Ritter, P., Bauer, M., & Pfennig, A. (2014). Characteristics, symptomatology and naturalistic treatment in individuals at-risk for bipolar disorders: Baseline results in the first 180 help-seeking individuals assessed at the dresden high-risk project. Journal of Affective Disorders, 152–154, 427–433. https://doi.org/10.1016/j.jad.2013.10.009

 

(1) Early BipoLife – Eine Studie zur Verbesserung der Früherkennung und Frühintervention bei Personen mit erhöhtem Risiko für die Entwicklung bipolarer Störungen.

Die multizentrische Längsschnittstudie Early BipoLife wird als Teil des Verbundprojektes BipoLife an neun Standorten in Deutschland durchgeführt. Ziel des Vorhabens ist u.a. die Untersuchung von Risikopersonen und die Vorhersage von zukünftigen (hypo-)manen Episoden bei Personen, bei denen bisher noch keine bipolare Störung diagnostiziert wurde. Anhand von Interviews und Fragebögen zur Erfassung psychischer Symptome sowie Informationen u.a. aus der Bildgebung werden Personen mit erhöhtem Risiko detailliert beschrieben. Der Nachbeobachtungszeitraum läuft aktuell über mind. 3 Jahre.

Das Projekt wird durch das BMBF gefördert.

Informationen finden Sie auch unter www.bipolife.org.

Status: Rekrutierung abgeschlossen, Follow-up läuft, Datenanalyse läuft

Projektleitung:

Andrea Pfennig, Prof. Dr. med., M.Sc. 

Projektkoordination:

Christina Berndt, M.Sc. 

Kyra Bröckel, M.Sc. 

Studentische/ Wissenschaftliche Hilfskräfte:      

Marlen Böttcher, cand. B.Sc.

Stine Jung, B.Sc.

Elisabeth Michaelis, B.Sc.

Annekathrin Rätsch,  B.Sc.

Ausgewählte Publikationen:

Ritter, P. S., Bermpohl, F., Gruber, O., Hautzinger, M., Jansen, A., Juckel, G., Kircher, T., Lambert, M., Mulert, C., Pfennig, A., Reif, A., Rienhoff, O., Schulze, T. G., Severus, E., Stamm, T., & Bauer, M. (2016). Aims and structure of the German Research Consortium BipoLife for the study of bipolar disorder. International Journal of Bipolar Disorders, 4(1), 26. https://doi.org/10.1186/s40345-016-0066-0

Pfennig, A., Leopold, K., Martini, J., Böhme, A., Lambert, M., Stamm, T., Bermpohl, F., Reif, A., Kittel-Schneider, S., Juckel, G., Fallgatter, A., Kircher, T., Jansen, A., Pfeiffer, S., Berndt, C., Rottmann-Wolf, M., Sauer, C., Ritter, P., Correll, C., & Bauer, M. (2020). Improving early recognition and intervention in people at increased risk for the development of bipolar disorder—Study protocol of a prospective-longitudinal, naturalistic cohort study (Early-BipoLife). https://doi.org/10.21203/rs.2.19667/v2

(2) EarlyCBT – Wirksamkeit einer kognitiv-behavioralen Gruppentherapie Personen mit erhöhtem Risiko für die Entwicklung bipolarer Störungen.

Im Rahmen einer multizentrischen Studie wurden PatientInnen mit niederschwelligen bipolaren Symptomen randomisiert entweder eine bipolarspezifischen kognitiv-behavioralen Gruppentherapie oder unstrukturierten Gruppentreffen zugeteilt. Die Ergebnisse legen nahe, dass junge PatienTinnen mit erhöhtem Risiko für die Entwicklung bipolarer Störungen mit niederschwelligen bipolaren Symptomen vorn frühzeitigen Gruppenangeboten profitieren. Es bedarf weiterer Forschung, um den notwendigen Grad der Spezifizität und psychotherapeutischen Interaktion dieses Gruppenangebots näher zu bestimmen.

Status: Beobachtungsende, Datenanalyse läuft

Ausgewählte Publikationen:

Leopold, K., Bauer, M., Bechdolf, A., Correll, C. U., Holtmann, M., Juckel, G., Lambert, M., Meyer, T. D., Pfeiffer, S., Kittel-Schneider, S., Reif, A., Stamm, T. J., Rottmann-Wolf, M., Mathiebe, J., Kellmann, E. L., Ritter, P., Krüger-Özgürdal, S., Karow, A., Sondergeld, L.-M., Pfennig, A. (2020). Efficacy of cognitive-behavioral group therapy in patients at risk for serious mental illness presenting with subthreshold bipolar symptoms: Results from a prespecified interim analysis of a multicenter, randomized, controlled study. Bipolar Disorders. https://doi.org/10.1111/bdi.12894