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Forschungsbereich: Psychiatrische Epidemiologie und Verlaufsforschung

Leiterin: Prof. Dr. med. Andrea Pfennig

Präventionsambulanz für psychische Störungen mit Früherkennungszentrum (DDfrüh dran)

Affektive Störungen (Depressionen und manisch-depressive, d.h. bipolare Erkrankungen) verursachen weltweit enorme individuelle und gesellschaftliche Beeinträchtigungen. Bislang existiert für diese wichtigen psychiatrischen Diagnosen noch kein standardisiertes Vorgehen zur Identifikation und ggf. Behandlung von Personen in Risikostadien vor vollem Einsetzen der Erkrankung. Über die Früherkennung hinausgehende Strategien für psychiatrische primärpräventive Ansätze gibt es derzeit nur im Rahmen von Forschungsprojekten, nicht jedoch für die klinische Versorgung.

In Kooperation mit der Kinder- und Jugendpsychiatrie haben wir daher im Zentrum für Seelische Gesundheit des Universitätsklinikums Dresden eine Präventionsambulanz für psychische Störungen mit Schwerpunkt bipolare affektive Störungen eröffnet (DDfrüh dran) . Als erstes gemeinsames Projekt haben wir ein Früherkennungszentrum etabliert. Hier werden u. a. Instrumente zur Früherkennung Bipolarer Störungen entwickelt, potentielle Biomarker (wie Schlaf/zirkadiane Rhythmik und Immunantwort) untersucht, und Therapien auf ihre Wirksamkeit geprüft. Ein Netzwerk aller an der Versorgung von Risikopersonen beteiligter Berufsgruppen soll aufgebaut werden. Durch die Verhinderung inadäquater Behandlungen, chronischer Verläufe und von Komplikationen sollen langfristig Beeinträchtigungen für den Betroffenen reduziert werden. Die Daten zu Versorgungspfaden, Risikofaktoren und Verlaufsbeobachtungen der in der Ambulanz bzw. über das Netzwerk gesehenen Personen werden standardisiert erfasst und epidemiologisch ausgewertet.

Entwicklung einer evidenzbasierten Leitlinie der Stufe S3 zur Diagnostik und Therapie Bipolarer Störungen

Von 2007 bis 2012 wurde die erste evidenz- und konsensbasierten Leitlinie zur Diagnostik und Therapie Bipolarer Störungen für Deutschland entwickelt, womit die Projektgruppe um Prof. Dr. Dr. Bauer von der Deutschen Gesellschaft für Bipolare Störungen e.V. (DGBS) und der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) beauftragt worden war.

Ziel der Erstellung von Stufe 3 Leitlinien war es, eine „systematisch entwickelte und evidenz-basierte Entscheidungshilfe“ unter Berücksichtigung der Bedürfnisse des Patienten und der Angehörigen für alle an der Betreuung beteiligten Berufsgruppen und Patienten/Angehörige zu schaffen.

Die Erstellung dieser Leitlinie erfolgte in enger Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF).

Nähere Informationen zum S3-Leitlinien – Projekt finden Sie auf unserer Homepage -> Leitlinie – Bipolare Srörungen www.leitlinie-bipolar.de

Neuroprotektive Effekte einer Langzeit-Lithium-Behandlung bei Bipolaren Störungen

Im Rahmen einer multizentrischen Querschnittsstudie der International Group for the Study of Lithium-Treated Patients (IGSLi) mit Studienzentren in Deutschland, Polen, Österreich und Kanada wurde geprüft, ob Bipolare Patienten, die bereits mindestens zwei Jahre mit Lithium behandelt wurden, weniger Veränderungen der Hirnstruktur und -funktion aufweisen als solche ohne Lithiumbehandlung und ob sie in ihren Ergebnissen gesunden Vergleichspersonen ähnlich sind. Die Studienteilnehmer wurden u.a. testpsychologisch als auch mit Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT) und MR-Spektroskopie untersucht. Erste Ergebnisse wurden bereits publiziert.

Kooperationen:
Kinder- und Jugendpsychiatrie (Dr. K. Horn)
Poliklinik der Psychiatrie (Prof. V. Holthoff)
Spezialsprechstunde/Station Bipolare Störungen (Dr. E. Severus)
Klinisches Studienzentrum (Fr. H. Laganowski)
Psychosomatik und Psychotherapie (PD Dr. K. Weidner)
Psychiatrie Uniklinik Bochum (Prof. G. Juckel)
Psychiatrie Uniklinik Hamburg (PD Dr. M. Lambert)
Psychiatrie, ZI Mannheim (PD Dr. M. Holtmann)
Psychiatrie, Uniklinikum Köln (J. Klosterkötter, A. Bechdolf, jetzt Berlin)
Prof. C. Correll (New York)
Prof. T. Meyer (Newcastle