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Ex vivo-expandierte NKG2C+ natürliche Killerzellen aus Patientenblut zur Immuntherapie des Glioblastoma multiforme


Stiftung Tumorforschung Kopf-Hals



Seit Jahrzehnten gibt es keine signifikante Verbesserung in der Behandlung von Patienten mit primären Glioblastoma multiforme (GBM). Da dieser Hirntumor invasiv in das normale Hirnparenchym einwandert, können nicht alle Tumorzellen neurochirurgisch entfernt werden. Nach kombinierter Chemo- und Radiotherapie aber auch unter Einsatz von neuartigen Tumortherapiefeldern (TTFields) kommt es in allen Fällen zum Wiederaufflammen der Erkrankung (Rezidiv).

Eine erfolgsversprechende Strategie zur Behandlung des Glioblastoms und seiner Rezidive könnte eine adoptive zelluläre Immuntherapie mit NKG2C+ NK-Zellen darstellen. Mittels des aktivierenden NKG2C-Rezeptors sind diese NK-Zellen in der Lage Peptide des UL40-Genprodukts verschiedener Stämme des humanen Zytomegalievirus (HCMV), welche über HLA-E-Moleküle präsentiert werden, zu erkennen und nachfolgend Virus-infizierte Zellen zu eliminieren. Eine erhöhte Frequenz von NKG2C+ NK-Zellen findet man deshalb fast ausschließlich nur in HCMV-seropositiven Spendern. Im Glioblastomgewebe beziehungsweise auf Glioblastomzellen wurden zudem HCMV-identische Peptide identifiziert. Vor allem ein Peptid aus dem Signalpeptid des HLA-G, welches häufig in GBMs exprimiert wird, stellt somit eine vielversprechende Zielstruktur für eine Immuntherapie mit NKG2C+ NK-Zellen dar.

Unser Projektvorhaben dient zum einen der Überprüfung, ob eine Expansion von NKG2C+ NK-Zellpopulation aus dem Blut von HCMV-seropositiven Patienten mit Glioblastoma multiforme möglich ist. Weiterhin wird parallel dazu Tumorgewebe des Patienten in Kultur genommen sowie HLA- und KIR-Genanalysen durchgeführt, um eine Toleranz oder anti-Tumorwirkung dieser ex vivo expandierten NKG2C+ NK-Zellen nach Konfrontation mit autologen Glioblastomzellen zu erforschen. Somit ist dieses Projektvorhaben ein erster Schritt, um die Eignung von NKG2C+ NK-Zellen für eine zukünftige klinische Anwendung zur Behandlung des Glioblastoms zu evaluieren.

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