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Geschichte und Entwicklung der Universitätsklinik


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Bei der Gründung der Medizinischen Akademie "Carl Gustav Carus" 1954 wurde zunächst Otto Rostoski (1872 - 1962) - der im Stadtkrankenhaus Dresden-Friedrichstadt arbeitete und als Nestor der inneren Medizin in Deutschland galt - auf den Lehrstuhl für Innere Medizin berufen. Wilhelm Crecelius (1898 - 1979) leitete die Geschicke der Medizinischen Akademie als stellvertretender Direktor sowie 1955 bis 1956 als kommissarischer Rektor. 1957 wurde er zum Professor mit Lehrstuhl berufen: Damit lagen Klinikdirektorat und Lehrstuhl für Innere Medizin in einer Hand.

Medizinische Klinik und Poliklinik III und Zentrum für Innere Medizin (Direktor: Prof. Dr. med. Stefan R. Bornstein)


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Bei der Behandlung und Erforschung von Diabetes blickt Dresden auf eine lange Tradition zurück: Kurz nach Entdeckung des Insulins eröffnete in Dresden in den 1920er Jahren die erste Diabetes-Klinik in Deutschland. Viele Jahre später, 1981, wurde das System des metabolischen Syndroms ebenfalls in Dresden entwickelt. Heute gehört die Medizinische Klinik und Poliklinik III (MK III) unter Leitung von Klinikdirektor Professor Dr. Stefan R. Bornstein am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden in der Behandlung und Erforschung des Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2 sowie seiner Folgekrankheiten zu einem führenden Zentrum Europas. „Um dem drastischen Anstieg von Diabetes entgegenzuwirken, bieten wir Betroffenen individuelle Behandlungsstrategien“, so Professor Bornstein.

Mit rund 500 Patienten hält die Klinik für Typ-1-Diabetiker mit Insulinpumpe eine der größten Insulinpumpen-Ambulanzen bereit, mit etwa 3000 Konsultationen pro Haus 10Jahr ist die MK III auch bei der Behandlung des diabetischen Fußsyndroms eine der führenden Kliniken in Deutschland. Insgesamt 30.000 Patienten nutzen jährlich diese Fachkompetenz. Geleistet wird der medizinische Service von mehr als 200 Mitarbeitern im ärztlichen, pflegerischen, technischen und administrativen Dienst. Hinzu kommen über 50 in der Forschung tätige Mitarbeiter.

2008 ging an der MK III das in Deutschland zurzeit einzige aktive Inselzelltransplantationsprogramm an den Start. Die Transplantation stellt für Menschen mit Typ 1 Diabetes, die trotz medikamentöser Behandlung an starken Schwankungen ihres Zuckerhaushalts leiden, eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität dar. Dabei werden Insulin-produzierende Zellen aus einem Spenderorgan (Bauchspeicheldrüse) entnommen, aufwändig aufbereitet und anschließend dem Empfänger in die Leber gespritzt. Dafür ist nur ein kleiner Bauchschnitt notwendig. Die Zellen siedeln sich in der Leber an und nehmen nach kurzer Zeit die Insulin-Produktion auf. Gemeinsam mit dem Medizin-Nobelpreisträger Prof. Andrew V. Schally erforschen die Dresdner Wissenschaftler zurzeit, wie sich Leistungsfähigkeit und Lebensdauer der insulin-produzierenden Zellen mit neuen Wirkstoffen für die Zukunft weiter verbessern lassen.

Haus 27Im Kampf gegen Diabetes stehen die Mediziner der MK III in einem internationalen Forschungsverbund. So ist Dresden das Zentrum des SFB Transregios 127 (Transregional Collaborative Research Centre 127 - Biology of xenogeneic cell, tissue and organ transplantation – from bench to bedside). Gemeinsam mit Spitzenmedizinern der beiden Münchner Universitäten, der Medizinischen Hochschule Hannover sowie weiterer Forschungsinstitute sind die Dresdner in diesem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Forschungsverbund neuen Optionen der Organ-, Gewebe- und Zelltransplantation durch die sogenannte Xenotransplantation auf der Spur, bei der die Gewebe- oder Organ-Spender einer anderen Art angehören als die Empfänger. Die Forschungsergebnisse sollen auch der Inselzelltransplantation neue Wege eröffnen.

Haus 27 (2)Ein weiteres Beispiel ist das vom BMBF geförderte und gemeinsam mit einem australischen Kollegen der John Curtin School of Medical Research an der Australian National University gegründete Deutsch-Australische Institut für Translationale Forschung, kurz GAITM. Ein wichtiges Ziel von GAITM ist die schnellere Umsetzung neuer Strategien zur frühzeitigen Krankheitserkennung von Volkskrankheiten wie Diabetes im europäischen und asiatisch-pazifischen Raum. Zum internationalen Forschungsverbund der Klinik gehört auch das Paul-Langerhans-Institut Dresden (PLID), das Partnerstandort des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung ist. Das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung ist eins der von der Bundesregierung gegründeten Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung. Professor Bornstein: „Wir folgen der Vision, in Dresden Entwicklungen voranzutreiben, die weltweit einmalig sind.“ Eine solche Entwicklung könnte schon bald Wirklichkeit werden: So wird in Dresden gerade ein von einem israelischen Unternehmen entwickelter Bio-Reaktor erforscht,  der die Form einer kleinen Dose hat und mit Insulin-produzierenden Zellen befüllt ist. Dieser Bio-Reaktor soll zukünftig im Körper von Typ-1-Diabetikern die Insulinproduktion übernehmen. Entscheidender Vorteil dieser Kammer im Vergleich zur bisherigen Inseltransplantation soll sein, dass sie eine Immunisolation bietet. Der Empfänger bräuchte keine Immunsuppressiva mehr einzunehmen, da die Kammer zwar eine kontrollierte Sauerstoffversorgung der Inselzellen erlaubt und das produzierte Insulin aus der Kammer in den Körper leitet, die Inselzellen jedoch vor der Immunantwort des Empfängers, nämlich der Abstoßung der Zellen, schützt.

Weitere Bereiche der Medizinischen Klinik und Poliklinik III sowie des Zentrums für Innere Medizin

Haus 27 EingangEin weiterer Meilenstein war die Gründung des interdisziplinären Gefäßcentrums. Außerdem bestehen heute Spezialambulanzen in den Bereichen Rheumatologie, Stoffwechsel, Diabetischer Fuß, Insulinpumpen, Angiologie, Nephrologie sowie Endokrinologie. Zum medizinischen Profil der Medizinischen Klinik III und des ZIM gehören auch die Notaufnahme und die Intensivstation der Inneren Medizin. Im Jahre 2002 wurde eine Notaufnahme eröffnet. 2002 wurde außerdem die Station für Akutgeriatrie eingeweiht. Dieser Bereich ist durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Internisten, Neurologen, Psychiatern und physiotherapeutisch ausgebildeten Ärzten beispielgebend. Der Bereich Pathobiochemie konnte als wichtiger Laborbereich für Krankenversorgung, Lehre und Forschung der MK III zugeordnet werden. Daneben wurden in der Klinik zwei weitere forschungsorientierte Abteilungen eingerichtet: Im Bereich Gefäßendothel und Mikrozirkulation und in der experimentelle Diabetologie. Zusammen mit dem Institut für klinische Chemie wurde mit Unterstützung des NIH eine Abteilung für klinische Neurochemie eingerichtet.

Heute werden in der MK III Diagnostik- und Therapieverfahren, die zu einer optimalen Versorgung der Kranken erforderlich sind, auf dem aktruellen Forschungsstand eingesetzt.


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