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Aktuelles

02.04.2021

Rück- und Ausblicke – Die Autismusambulanz 2020/2021

Nachdem der Öffentlichkeitstag unserer Autismusambulanz in 2020 aufgrund der Coronapandemie entfiel, hofften wir doch das ganze Jahr über, Sie in 2021 vielleicht wieder bei uns begrüßen zu dürfen. Leider hält uns das Virus nach wie vor fest im Griff.
Dennoch ist viel passiert und wir möchten anlässlich des Weltautismustages am 02.04.2021, wenn auch leider nicht persönlich, doch ein wenig aus unserer Autismusambulanz berichten.

Unsere Patienten (und deren Eltern) melden sich zu Wort – Autismus in Coronazeiten

Überarbeitung und Ergänzung unseres Weiterbildungsangebots

Seit Jahren bieten wir verschiedene Fortbildungen für Eltern, professionelle Bezugspersonen oder ganz allgemein am Thema ASS Interessierte an.

Die aktuellen Bedingungen rund um das Thema Corona/Covid-19 hatten in 2020 zu einigen Ausfällen und Veränderungen im Ablauf von Veranstaltungen geführt. Damit wir in diesem Jahr wieder ein vollumfängliches Weiterbildungsangebot für Sie ermöglichen können, haben wir unser Programm angepasst und erweitert.

Neben der Durchführung von (individuellen) Aufbaukursen als Inhouse-Schulungen in Ihrer Institution arbeiten wir auch intensiv an einer Ausweichmöglichkeit durch Online-Veranstaltungen für Termine, die nicht als Präsenzveranstaltung stattfinden können. Diese Onlinevarianten möchten wir ggf. auch als standardmäßiges Angebot in unseren Fortbildungskanon übernehmen.

Wir hoffen, diese Form der Wissensvermittlung entspricht unseren (und Ihren) Erwartungen und bestätigt die guten Erfahrungen, die wir bereits im letzten Jahr im Rahmen größerer Veranstaltungen auf diesem Wege machen konnten.

Unsere Angebote – Bald auch in Leichter Sprache

Unsere Autismusambulanz bietet diverse Informationsmaterialien zum diagnostischen und therapeutischen Angebot, zu Eingliederungshilfen aber auch zum Störungsbild ASS im Allgemeinen an. Im Zuge der angestrebten Barrierefreiheit plant unsere Klinik gemeinsam mit VERSO Dresden eine Überführung des Informationsmaterials in Leichte Sprache.

Leichte Sprache ist eine Form der einfachen Sprache, die auf festgelegten Regeln beruht und darauf abzielt, besonders leicht verständlich zu sein. Wir hoffen, durch eine „Übersetzung“ der bereits existierenden Materialien, Interessierte besser informieren zu können und mehr Menschen zu erreichen, die von unseren Angeboten profitieren können.

Das Projekt steckt aktuell noch in den Kinderschuhen, aber vielleicht können sich die Ergebnisse ja in 2022 sehen lassen.

Neugestaltung des Flurs und des Wartebereichs

Dank der Unterstützung von Frau Britta Fahr (Kunst- und LOM-Therapeutin) und den Dresdner Verkehrsbetrieben freuten sich unsere Patientinnen und Patienten (und wir!) zu Beginn des Jahres sehr über die Neugestaltung des Flurs unserer Autismusambulanz.Haus 105-innen KJP-Autismusamb.-Flurgestaltung 280720 12.JPG

Nach der mehrmonatigen Entwurfs- und Planungsphase, in welcher Frau Fahr ein neues Konzept entwickelte, hieß es dann einen 50 Meter langen Flur in eine Umgebung zu verwandeln, die unseren Patientinnen und Patienten den Besuch bei uns vereinfacht und Ihnen Orientierung bietet.

So wurden einzelne Bereiche farblich markiert und der lange, beinahe tunnelartige Gang visuell besser unterteilt. Es gibt Magnettafeln für Neuigkeiten rundum Vereine und Angebote anderer Einrichtungen, kleine Bereiche, die zum Verweilen und Spielen einladen und auch die Kontaktecke hat wieder ihren Platz gefunden.

Mathilda_Dr-Albertowski_low.jpgDie Dresdner Verkehrsbetriebe ergänzten dann die gerade bei unseren Patientinnen und Patienten so beliebten, ganz DVB-typischen Extras: Ein Haltestellenschild, das auf den direkten Weg zur Anmeldung weist, eine Puzzlespielwand mit dem Maskottchen Leo, ein echter Fahrkartenentwerter, ein Haltegriff mit Stoppknopf und ein Stück des gelben Stoffs der Bus- und Bahnsitze lädt zum Anfassen und Fühlen ein.

Nun soll auch der Wartebereich eine Umgestaltung erfahren, bei welcher wir tatkräftig durch den Elternverein unterstützt werden. Vom Ergebnis werden wir zu gegebener Zeit sehr gern berichten, vielleicht kann man sich die Neugestaltung aber auch in 2022 ganz persönlich anschauen.

Forschung – Ein neues Projekt für Erwachsene mit ASS startet bald

Als Teil des Universitätsklinikums Dresden ist unsere Klinik natürlich auch in der Forschung tätig und der Bereich ASS wird von uns zunehmend wissenschaftlich untersucht. In den letzten Jahren gab es zahlreiche Studien für Kinder und Jugendliche, doch nun möchten wir auch unseren erwachsenen Patientinnen und Patienten die Möglichkeit bieten, an einer innovativen neuen Behandlungsmethode teilzuhaben, welche wir gleichzeitig wissenschaftlich evaluieren.

Bisher gibt es in Deutschland keine speziellen Therapie- oder Trainingsangebote für Erwachsene mit hochfunktionalem Autismus, welche gezielt auf die relevanten Bereiche und Schwierigkeiten einer Autismus-Spektrum-Störung eingehen und wissenschaftlich überprüft wurden. Mit unserer FasterScott-Studie wollen wir die Versorgung von Autist*innen verbessern. Unser Ziel ist die Etablierung einer Therapie und eines Trainings, die gut zugänglich und langfristig wirksam sind. Hierbei wird es die Möglichkeit zu einer Gruppentherapie sowie einem Onlinetraining geben, welche wir wissenschaftlich begleiten und deren Erfolg wir evaluieren. Mithilfe der Ergebnisse hoffen wir neue Therapieangebote entwickeln bzw. bereits bestehende optimieren zu können, um so die Angebote für Erwachsene mit ASS zu erweitern und zu verbessern.

Falls Sie mehr über unser Projekt wissen möchten, gibt es hier und hier weiterführende Informationen.

Ein Aufruf sei an dieser Stelle erlaubt: Wir freuen uns über Anfragen zum Projekt per Telefon (0351 – 458 7168) oder per E-Mail an

Es war ein ereignisreiches aber auch erfolgreiches Jahr und wir hoffen auf ein ebensolches in 2021.

Herzliche Grüße,
Ihre Autismusambulanz der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie


17.05.2017

Die Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie im Verbund zur Autismus-Forschung (ASD-Netz)

Im Rahmen des „Forschungsnetzes zu psychischen Erkrankungen“ etabliert sich derzeit der Forschungsverbund ASD-Netz (Autism Spectrum Disorder across the lifespan: From a better etiological understanding, through valid diagnosis, to more effective health care, siehe auch http://www.asd-net.de, unter federführender Leitung von Prof. Dr. Inge Kamp-Becker aus Marburg. Die Partner des ASD-Netzes beschäftigen sich mit Diagnostik (3 Projekte), Therapie (3 Projekte) und Gesundheitsversorgung (1 Projekt) im Bereich der Autismus-Spektrum-Störung (engl. Autism spectrum disorders, ASD).


Prof. Dr. Veit Rößner, Direktor unserer Klinik, leitet gemeinsam mit seiner Mitarbeiterin Dr. Nicole Wolff das Projekt zur Entwicklung und Evaluation eines optimierten Screening-Instruments und die Erprobung neuer Therapiemöglichkeiten für den Bereich KJP. Das neue Screening-Instrument zielt nicht nur auf die zuverlässige ASD-Diagnose bei Kindern und Jugendlichen, sondern soll zudem dazu beitragen, Kinder und Jugendliche mit ASD von Patienten mit anderen komplexen Verhaltensstörungen wie ADHS, Sprachstörungen, geistiger Behinderung oder Angststörungen zu unterscheiden. Weiterhin sind die Dresdner Forscher gemeinsam mit Prof. Dr. Luise Poustka vom Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim/ Medizinische Universität Wien am Therapieprojekt des ASD Net beteiligt. Hier wird untersucht, welchen Effekt das Neuropeptid Oxytocin auf den Therapieerfolg eines sozialen Kompetenztrainings bei Jugendlichen mit Autismus-Spektrum-Störung hat.

Prof. Dr. Stefan Ehrlich, leitender Oberarzt und Bereichsleiter der „Angewandten Entwicklungsneurowissenschaften“, leitet gemeinsam mit seinen Mitarbeitern Dipl.-Psych. Joseph King und Stefan Repplinger, M.SC. und in enger Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Peter Kirsch vom Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim den 2. Teil des Therapieprojektes. Neben klinischen Erfolgsparametern, wird hier mittels funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT) untersucht, wie die Kombination eines völlig neuartigen medikamentösen Therapieansatzes (Oxytocin) mit psychotherapeutischer Behandlung das Denken und Verhalten über neurobiologische Pfade moduliert.

Für unser Therapieprojekt sind wir immer auf der Suche nach Jungen im Alter von 12-17 Jahren mit einer Autismus-Spektrum-Störung. Die Teilnahme wird mit einer Aufwandsentschädigung von 100,-€ honoriert.

Ansprechpartner: Prof. Dr. Veit RößnerDr. Katja AlbertowskiProf. Dr. Stefan Ehrlich, Dr. Joseph King, Dr. Nicole Wolff,  M.Sc. Julius Steding
Forschungsgruppe: AG RößnerAG Ehrlich