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Historie

kin_historieMit der Einführung der EEG-Diagnostik im Jahr 1961 begann die sich in den folgenden Jahrzehnten vollziehende Entwicklung zur Abteilung Neuropädiatrie an der Kinderklinik.
Die Leitung der EEG-Abteilung oblag von 1961 bis 1966 Herrn Dr. med. habil. G. Schmidt, von 1966 bis 1973 Frau Dr. med. B. Munde und ab 1973 bis zum Jahr 2000 Herrn Prof. Dr. med. H. Todt. Neben der im Vordergrund stehenden Betreuung anfallskranker Kinder bestanden Spezialsprechstunden für Patienten mit Hirntumoren und Hydrozephalus. Bereits zu dieser Zeit erfolgte die Behandlung von Kindern mit nicht entzündlichen Erkrankungen des Zentralnervensystems vorwiegend auf der neuropädiatrischen Station K7. Die ständige Erweiterung des Betreuungsspektrums führte 1983 zur Etablierung der Abteilung Neuropädiatrie, mit deren Leitung Prof. Todt bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2000 betraut war. Neben dem Ausbau des Schwerpunktes Kinderepileptologie erfolgte die Schaffung eines leistungsstarken elektrophysiologischen Labors und ab 1994 der Aufbau der Ambulanz für neuromuskuläre Erkrankungen im Kindesalter. Das wissenschaftliche Profil war hierbei vor allem geprägt durch Langzeituntersuchungen zur Spätprognose kindlicher Epilepsien sowie durch die Teilnahme an multizentrischen Studien zur Behandlung kindlicher Hirntumore und neuromuskulärer Erkrankungen.

Im Jahr 2004 wurde der Arbeitsbereich Neuropädiatrie unter der Leitung von Frau Prof. Dr. med. H. Ikonomidou wieder zu einer eigenständigen Abteilung umgewandelt. In dieser Zeit entstand neben dem Aufbau einer Arbeitsgruppe mit neuropädiatrischem Schwerpunkt im Forschungslabor der Kinderklinik eine stationäre Einheit für ein prächirurgisches Epilepsie-Monitoring. Dazu kamen weitere neuropädiatrische Schwerpunkte im Rahmen von Spezialsprechstunden, insbesondere für Migräne, Kopfschmerzen, Zerebralparesen, Neurokutane Syndrome und Multiple Sklerose. Von 2005 bis 2008 fanden jährlich überregionale Fortbildungsveranstaltungen für Pädiater und Neuropädiater, das Neuropädiatrische Kolloquium, mit wechselnden inhaltlichen Schwerpunkten statt. Es besteht eine enge Zusammenarbeit mit den Kliniken für Kinderchirurgie, Neurochirurgie, Neurologie, Augenheilkunde, HNO, Orthopdie und dem Institut für Klinische Genetik.

Eine enge Zusammenarbeit besteht mit dem 2008 neu gegründeten Sozialpädiatrischen Zentrum (SPZ) am Universitätsklinikum. Insbesondere im Rahmen der neuropädiatrischen Ambulanz mit Schwerpunkt Neuromuskuläre Erkrankungen besteht eine enge Kooperation mit den Arbeitsbereichen Kinderkardiologie, Bronchopulmoloige, Neurophysiologie und Schlafmedizin sowie mit der Klinik für Orthopädie und dem Institut für Klinische Genetik. Die neuromuskuläre Ambulanz der Abteilung Neuropädiatrie ist ein fester Bestandteil des Muskelzentrums Dresden.

Unter der Leitung von Frau Prof. Ikonomidou entstanden neue Forschungsschwerpunkte zu Schadensmechanismen im unreifen Gehirn, zur Untersuchung von Glutamatrezeptoren und Tumorwachstum sowie zur Identifizierung und Bewertung von Gesundheits- und Umweltauswirkungen technischer nanoskaliger Partikel (INOS). Diese Projekte wurden von 2006 bis 2010 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Bundesministerium für Bildung, wissenschaftliche Forschung und Technologie (BMBF) gefördert.

Unter der Leitung von Frau Prof. Dr. med. A. Hübner und Frau Prof. Dr. med. M. von der Hagen wurde ein deutschlandweites Zentrum für Kopplungsanalysen für die Differenzialdiagnostik neuromuskulärer Erkrankungen aufgebaut. Es stellt eine von vier Servicestrukturen des Deutschen Muskeldystrophie-Netzwerkes MD-NET dar und wurde zwischen 2003 und 2012 vom BMBF gefördert. Im Rahmen dieses Netzwerkes bestehen Kooperationen mit nahezu allen Muskelzentren in Deutschland und einigen europäischen Zentren für Neuromuskuläre Erkrankungen. Über das MD-NET besteht eine Vernetzung mit dem in dem Europädischen Exzellenznetzwerk TREAT-NMD. Von 2008 bis 2012 beteiligt sich das Zentrum im 7. Forschungsrahmenprogramm der Europädischen Union (HEALTH-2007) an der Herstellung eines Genchips für neuromuskuläre Erkrankungen.

Bereits in der Vorphase und seit der Gründung des Brückenprojektes für spezialisierte ambulante pädiatrische Palliativversorgung (SAPPV) im Jahr 2001, besteht eine enge klinische und personell-strukturelle Zusammenarbeit und Vernetzung der Abteilung Neuropädiatrie und dem Brückenteam mit dem Ziel der Integration lebenslimitierender neuropädiatrischer Krankheitsbilder in die SAPPV.

Von Mai 2009 bis Juni 2011 hatte Frau Prof. Dr. med. Hübner die kommissarische Leitung der Abteilung Neuropädiatrie inne und von Juli bis November 2011 war Herr Prof. V. Mall der Leiter. Die Übernahme durch Frau Prof. Dr. med. von der Hagen erfolgte im Dezember 2011 kommissarisch, seit Februar 2014 ist sie Leiterin der selbstständigen Abteilung Neuropädiatrie.

Es finden regelmäßige Fallkonferenzen mit der pädiatrischen Onkologie, dem Institut für Klinische Genetik und dem Arbeitsbereich Perinatalogie der Klinik/Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe statt. Die Abteilung Neuropädiatrie ist an der regelmäßigen Durchführung des interdisziplinären Kolloquiums mit den Kliniken des Universitäts-Kinder-Frauenzentrums (UKF), der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, der Klinik für Kinderchirurgie und dem Institut für Klinische Genetik beteiligt.