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Klinische Infektiologie

Herzlich Willkommen auf der Homepage der Klinischen Infektiologie des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden. Hier finden Sie Informationen zu den Aufgaben, klinischen Schwerpunkten, Forschungsaktivitäten und Zielen der Klinischen Infektiologie.

Die Klinische Infektiologie wurde 2013 als  Zentralbereich etabliert und dem Medizinischen Vorstand direkt unterstellt (lesen Sie hier weiter: Klinische Infektiologie in Deutschland ist eine Notwendigkeit – das Dresdner Konzept).

Infektiologie – was ist das?

Die Infektiologie versteht sich primär als klinisch orientiertes Fachgebiet, welches sich mit der Diagnostik, Therapie und Prävention von Infektionserkrankungen befasst. Infektionserkrankungen können alle Organe und Organsysteme eines Patienten betreffen und sich daher sehr unterschiedlich äußern. Infektionen kommen somit in allen medizinischen und operativen Fachgebieten vor und in Abhängigkeit des Erregers besitzen Infektionskrankheiten darüber hinaus die Fähigkeit, sich in der Bevölkerung auszubreiten.

10 Grundsätze der Klinischen Infektiologie

Infektionserkrankungen stellen weltweit eine der häufigsten Todesursachen dar und Antibiotika gehören aus diesem Grund zu den meistgebrauchten Arzneimitteln in der Medizin. Eine Folge des intensiven, aber auch übermäßigen Antibiotikaeinsatzes ist eine zunehmende Resistenzentwicklung der Erreger gegenüber den aktuell verfügbaren Antibiotika. Der Zentralbereich Klinische Infektiologie unter der Leitung von Frau Dr. Dr. Katja de With hat sich für die klinische Versorgung und Forschungsaktivitäten die Sicherung einer rationalen Antibiotikatherapie zum Ziel gemacht und daher die folgenden allgemeingültigen Grundsätze zur Behandlung von Infektionserkrankungen definiert:

1 - Die Behandlung von Infektionserkrankungen beruht auf der klinischen Diagnose sowie auf der Erregersicherung, um eine auf den Patienten abgestimmte Therapie durchzuführen.

2 - Die Therapie sollte nach Möglichkeit nach der mikrobiologischen Probengewinnung begonnen werden, jedoch bei Schwerstkranken so früh wie möglich erfolgen.

3 - Erreger, die im mikrobiologischen Labor nachgewiesen werden, sind nicht immer gleichbedeutend mit einer Erregersicherung. Nicht jedes Fieber und nicht jede Erhöhung von Entzündungsparametern bedürfen einer antiinfektiven Therapie. In Einzelfällen kann der Krankheitsverlauf abgewartet werden.

4 - Unauffällige mikrobiologische und andere Untersuchungen können helfen, eine Infektionserkrankung auszuschließen und eine empirisch begonnene antibiotische Therapie zu beenden bzw. eine antibiotische Therapie nicht zu beginnen. Unnötige Behandlungen können somit vermieden werden.

5 - In Abhängigkeit der Infektionserkrankung können chirurgische Therapieoptionen notwendig sein. Sie können eine Alternative zur Antibiotikatherapie darstellen, oder die Therapiedauer verkürzen.

6 - Eine empirisch begonnene Antibiotikatherapie sollte nach erfolgreicher Erregersicherung im Rahmen der vermuteten Infektionserkrankung auf der Basis klinischer Kriterien sowie auf der Grundlage der ärztlicherseits erhobenen Befunde auf eine gezielte Therapie umgestellt werden.

7 - Eine Breitspektrum-Antibiotikatherapie ist oft unnötig. Dies gilt auch für die gleichzeitige Behandlung mit mehreren Antibiotika.

8 - In Abhängigkeit der Infektionserkrankung und der klinischen Situation des Patienten ist, wenn möglich, eine orale Antibiotikatherapie einer intravenösen vorzuziehen.

9 - Für eine Reihe von Infektionserkrankungen ist die Behandlungsdauer festgelegt. Ist  die Dauer der Behandlung unklar, gilt der Grundsatz: kürzer anstatt länger, wenn möglich!!!

10 - Ein fortgebildeter Arzt und ein aufgeklärter Patient fördern den sinnvollen und wirksamen Einsatz von Antibiotika.