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Dentinmatrixproteine

Dentin ist eine mineralisierte extrazelluläre Matrix, die zu über 90 % aus Kollagen besteht und zu rund 9% aus nichtkollagenen Proteinen. Innerhalb der nichtkollagenen Proteine findet man wachstumsstimulierende Faktoren, die nach ihrer Umwandlung in die biologisch aktive Form an der Steuerung der Tertiärdentinbildung zum hartgewebigen Verschluss einer Pulpa- Dentin Wunde beteiligt sein können. Dazu zählen Wachstumsfaktoren wie TGF-ß1 und 3 sowie BMP 2, 4, 6 und 7, außerdem FGF 1, 2; IGF 1, 2; EGF und PDGF. Um die Dentinmatrixproteine zu demaskieren, ist es nötig, das Dentinnetzwerk zu demineralisieren. Zu diesem Zweck hat sich die Anwendung des Komplexbildners EDTA bewährt. Da EDTA jedoch klinisch nicht zu therapeutischen Zwecken am vitalen Zahn eingesetzt werden kann, und Kalziumhydroxid unter diesem Aspekt immer noch Mittel der Wahl ist, wurde das Vermögen von Kalziumhydroxid, Dentinmatrixproteine aus dem Verbund freizulegen, ebenfalls getestet. In unseren bisherigen Versuchen konnte gezeigt werden, dass es auch mit Kalziumhydroxid möglich ist, Proteine aus der Dentinmatrix zu isolieren, allerdings in geringerem Umfang.

Aufgrund dessen und wegen des fehlenden Nachweises regenerations- und wachstumfördernder Proteine, lässt sich noch kein Rückschluss auf eine wachstumsfaktorenvermittelte Unterstützung im Heilungsprozess von Pulpa-Dentin-Wunden nach der Anwendung von Kalziumhydroxid ziehen. Weiterführende Forschungsprojekte beziehen sich deshalb auf den Nachweis von Wachstumsfaktoren in der Dentinmatrix humaner Zähne nach Anwendung von Kalziumhydroxid, wobei EDTA und Milchsäure als Vergleichslösungen verwendet werden.