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01. September 2009

Telemedizinische Versorgung von Schlaganfällen in Ostsachsen bald lückenlos

1. September: Zusammenschluss von neun Krankenhäusern wächst um vier weitere Partner / Akutpatienten profitieren von intensiverer Einbindung der Neuroradiologie des Uniklinikums

Das am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus angegliederte Dresdner Universitäts SchlaganfallCentrum (DUSC) befindet sich weiter auf Wachstumskurs: Nach erfolgreicher Zertifizierung ist die Neuroradiologie des Uniklinikums nun Mitglied des Zentrums. Das DUSC nimmt im ostsächsischen Schlaganfall-Netzwerk SOS-NET die Rolle des Kompetenzträgers bei der Versorgung von akuten Schlaganfällen ein. Derzeit sind diesem Verbund neun ostsächsische Krankenhäuser angeschlossen – vier weitere Kliniken haben bereits die Verträge unterschrieben, um noch in diesem Jahr ebenfalls via Telemedizin rund um die Uhr auf die Kompetenz der Dresdner Schlaganfall-Spezialisten des DUSC zurückgreifen zu können. Dies sind die Krankenhäuser in Arnsdorf, Bautzen, Bischofswerda und Radeberg. Das Sächsische Krankenhaus Arnsdorf mit seiner regionalen Schlaganfallstation übernimmt dabei als so genanntes Regionales Zentrum auch beratende Funktion in dem Netzwerk ein. Das DUSC wird seit August von Prof. Rüdiger von Kummer, Direktor der Abteilung Neuroradiologie, geleitet. Er löste turnusgemäß Prof. Heinz Reichmann, Direktor der Klinik für Neurologie, ab.
 
Dank SOS-NET können Patienten mit akutem Schlaganfall in den Kliniken der Region telemedizinisch durch die Spezialisten des DUSC untersucht werden. Die Experten der Schlaganfallstation (Stroke Unit) des Uniklinikums nutzen dazu Livebilder von Videokameras, die in den Krankenhäusern des Netzwerks installiert sind. Die Patienten der Region profitieren unmittelbar davon: Auch in Kliniken, in denen keine Neurologen arbeiten, lassen sich so häufiger Medikamente einsetzen, welche das den Schlaganfall verursachende Blutgerinnsel auflöst. „Damit kommen wir unserem Ziel näher, in allen Krankenhäusern in der Region den Behandlungsstandard einer Stroke Unit zu erreichen, um Patienten unabhängig von ihrem Wohnort eine leitliniengerechte Therapie anzubieten“, sagt Dr. Ulf Becker, Leiter der Stroke Unit des Uniklinikums und stellvertretender DUSC-Direktor. „Allein in diesem Jahr sind bereits mehr als 350 Notfallpatienten telemedizinisch untersucht worden. Von den Patienten mit einer nachgewiesenen Durchblutungsstörung im Gehirn haben etwa 30 Prozent ein Gerinnsel auflösendes Medikament erhalten“, so Dr. Becker. Damit hat sich die Versorgungssituation bei akuten Schlaganfällen deutlich verbessert. „Das DUSC ist ein weiterer Beleg dafür, dass das Universitätsklinikum seiner Rolle und Aufgabe als Knotenpunkt eines regionalen Netzwerks im Gesundheitswesen gerecht wird“, sagt Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Uniklinikums.

Jüngste, voll eingebundene Mitglieder des SOS-NET sind das Klinikum Pirna und der Standort Riesa des Elbland-Klinikums. Bereits in den Vorjahren sind die Krankenhäuser in Dippoldiswalde, Ebersbach, Freital, Großenhain, Kamenz, Sebnitz, Weißwasser und Zittau in das Netzwerk integriert worden. Zudem unterzeichneten in den vergangenen Wochen die Kliniken in Arnsdorf, Bautzen, Bischofswerda und Radeberg entsprechende Verträge zum SOS-NET. Damit ist der Weg frei, auch dort die telemedizinische Infrastruktur aufzubauen sowie Ärzte und Pflegepersonal zu schulen. Das Sächsische Krankenhaus Arnsdorf mit seiner regionalen Stroke Unit übernimmt als Regionales Zentrum auch eine beratende Funktion innerhalb des Netzwerks. „Durch diese Kooperation kann die Versorgung der Patienten in der Region aufgrund der Bündelung der Kompetenzen auf dem Gebiet der Schlaganfallversorgung weiter verbessert werden“, betont Dr. Becker.

International ausgewiesener Experte ist neuer DUSC-Direktor
„Schlaganfallerkrankungen sind sehr komplex und können am besten in Kooperation der verschiedenen Fachgebiete behandelt werden“, sagt Prof. Rüdiger von Kummer, der im August zum Direktor des erweiterten Zentrums bestellt wurde. „Deshalb müssen Spezialisten verschiedener medizinischer Disziplinen fachübergreifend zusammenarbeiten, um Patienten eine optimale Therapie anbieten zu können“. Prof. von Kummer ist Leiter der Abteilung Neuroradiologie des Uniklinikums. Als international ausgewiesener Experte in der Diagnostik und Katheter-Therapie des Schlaganfalls nimmt er eine führende Rolle in mehreren internationalen Studien zur Akuttherapie des Schlaganfalls ein. „Um eine gute Krankenversorgung zu gewährleisten, muss man auch immer auf dem neuesten Stand der Medizin sein“, betont er weiter: „Deswegen beteiligt sich das DUSC auch an nationalen und internationalen Forschungsprojekten sowie an Fort- und Weiterbildungsprogrammen in der Schlaganfallversorgung“.

DUSC vernetzt neun Einrichtungen des Uniklinikums
Im August 2009 wurde die Zusammenarbeit der Neurologie, Neuroradiologie und Neurochirurgie im Rahmen des Dresdner Universitäts SchlaganfallCentrums stärker vernetzt. Integrale Bestandteile dieses internen Verbundes sind fachübergreifende, krankheitsspezifische Checklisten für die Diagnostik und Therapie von Schlaganfällen. Das DUSC kooperiert mit weiteren Fachdisziplinen des Uniklinikums. Dies sind die Institute für Radiologische Diagnostik und Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin sowie die Kliniken und Polikliniken für Anästhesie, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, sowie das Universitäts GefäßCentrum und das Zentrum für Physiotherapie. Eine Behandlung nach neuesten wissenschaftlichen Behandlungskonzepten ist somit rund um die Uhr unabhängig von der Art und Schwere der Erkrankung gewährleistet. Die erforderliche Qualität wurde erneut durch die externen Gutachter bescheinigt. Sie entspricht nicht nur der internationalen Qualitätsnorm DIN EN ISO 9001:2008, sondern auch den Vorgaben der Deutschen Schlaganfallgesellschaft.

Kontakt
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Dresdner Universitäts SchlaganfallCentrum
Direktor: Prof. Rüdiger von Kummer
Tel. 0351/ 4 58 42 44
E-Mail: Ruediger.vonKummer@uniklinikum-dresden.de
http://www.neuro.med.tu-dresden.de/sos-net/
www.uniklinikum-dresden.de