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26. Oktober 2009

CHANGE/CHANCE – vier Abende zum Thema „20 Jahre Friedliche Revolution“

26. Oktober: Eine vierteilige Veranstaltungsreihe zu den Ereignissen der Vorwende-, Wende- und Nachwendezeit startet am 12. November 2009 um 19.30 Uhr am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus

Weil die Friedliche Revolution vor 20 Jahren zum Großteil von den Kirchen ausging, wird während der Veranstaltungen ein besonderes Augenmerk auf deren Rolle gelegt. Namhafte Referenten wie Prof. Dr. Kurt Biedenkopf, Altbischof Dr. theol. Johannes Hempel, Prof. Dr. med. Otto Bach und Landesbischof Jochen Bohl werden die Veranstaltungen mit kurzen Referaten einleiten und ihre persönlichen Eindrücke und Erlebnisse anschließend in einer offenen Diskussion wiedergeben.

Im Herbst 1989 hat sich in Deutschland, besonders aber in Ostdeutschland viel verändert. Die von den Menschen durch ihre mutigen Proteste herbeigeführte politische Wende brachte für die DDR-Bürger Meinungs- und Reisefreiheit. Sie hat aber auch den Zusammenbruch der bis dahin existenten gesellschaftlichen Strukturen bewirkt. Die Zeit des Systemwechsels erforderte von den im Osten Deutschlands lebenden Menschen ein Höchstmaß an Neuorientierung. Zwanzig Jahre nach dieser schwierigen Umbruchszeit blicken das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, die Medizinische Fakultät an der Technischen Universität Dresden, das Ökumenische Seelsorgezentrum am Uniklinikum und der Förderverein der Medizinischen Fakultät und des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus e.V. mit einer gemeinsamen vierteiligen Veranstaltungsreihe auf diese ereignisreiche Zeit zurück. Mitorganisator Nikolaus Krause, Pfarrer und Seelsorger am Universitätsklinikum, betont: „Mit einer Zeit des Wandels verbindet sich auch immer eine Zeit der Chancen. Dieses Wechselspiel findet sich im Namen der Veranstaltung wieder. Ziel der Veranstaltungen ist die Vermittlung von authentischen Eindrücken sowie das Gedenken an die Zeit des Umbruchs als Voraussetzung für die tägliche Gestaltung unserer Zukunft.“ Gemäß dem Motto der Nikolaikirche im Jahr 1989 sind alle Veranstaltungen im Dekanatshörsaal und im Medizinisch-Theoretischen Zentrum „offen für alle“.

Die Referate und Podiumsdiskussionen der ersten drei Abende
Die ersten drei Veranstaltungen (12., 17. und 26. November 2009, Beginn jeweils 19.30 Uhr, im Dekanatshörsaal, Fiedlerstraße 27) befassen sich unter den Schlagworten „Durchbruch“, „Aufbruch“ und „Umbruch“ mit den Ereignissen der Wendezeit und der Rolle der Kirche.

Am 12. November 2009 werden Staatsminister a. D. Dr. Hans Geisler und Alt-bischof Dr. theol. Johannes Hempel unter dem Motto „Durchbruch“ zur Vorwendezeit referieren. In diesem Zusammenhang betont Dr. Hans Geisler im Vorfeld: „Der friedliche Verlauf ist ein Wunder, wozu der Samen in den Kirchen gelegt worden ist – eine einmalige Leistung von Millionen Menschen in den Dörfern und Städten der ehemaligen DDR.“

Der 17. November 2009 steht im Zeichen des „Aufbruchs“. Es sprechen zu Beginn der Veranstaltung Ministerpräsident a. D. Prof. Dr. Kurt Biedenkopf und der Gründungsdekan der Medizinischen Fakultät Prof. Dr. med. habil. Otto Bach zu wichtigen Ereignissen und persönlichen Erlebnissen in der Wendezeit. An diesem Abend wird auch der nachwendige Orientierungsprozess am Universitätsklinikum eine Rolle spielen. Im Vorfeld erklärt Prof. Dr. med. habil. Otto Bach, dass die Wende „psychohistorisch neben den von den allermeisten Menschen erwünschten politischen Veränderungen für viele im Osten und insbesondere auch für die Hochschulangehörigen ein hohes Maß an Flexibilität und Anpassung an die Neukalibrierung, vor allem von Berufsabläufen, gebracht hat. Manche Ambivalenzen und Verunsicherungen waren die Folge. Sie konnten – wie ich glaube – an unserer Fakultät gut bewältigt werden.“

Die Veranstaltung am 26. November 2009 eröffnen der Autor Dr. Hans-Joachim Maaz und Landesbischof Jochen Bohl. Das Thema „Umbruch“ bietet den Referenten die Möglichkeit das Jahr 1989 als Voraussetzung zur Gestaltung unserer Zukunft zu beleuchten. Dr. Hans Joachim Maaz, Autor des Buches „Der Gefühlsstau“, betont: „Ich bedauere es sehr, dass wir 1989 die Revolution nicht vollendet haben und fürchte die Folgen der verweigerten ‚psychischen Revolution’ für ganz Deutschland.“

Die drei November-Veranstaltungen im Dekanatshörsaal werden von Uwe von Seltmann moderiert. Nach den einführenden kurzen Darstellungen zur jeweiligen Thematik des Abends stehen die Referenten den Besuchern in einer offenen Diskussion für Fragen zur Verfügung und berichten aus ihrem persönlichen Erlebnis- und Erkenntnisschatz.

Gottesdienst zur Verabschiedung von Nikolaus Krause
„Die große Bewegung der Friedlichen Revolution hatte ihre Anfänge in kleinen Handlungen, die oftmals in den Kirchen vollzogen wurden“, so Nikolaus Krause. Lange vor dem Wendejahr war das Friedensgebet zum Mittel des friedlichen Protests gegen die vorherrschende Hoffnungslosigkeit geworden. Um die Rolle der Kirchen im Wendeprozess zu würdigen, wird die Verabschiedung des lang-jährigen Pfarrers und Seelsorgers am Universitätsklinikum, Nikolaus Krause, in die Veranstaltungsreihe integriert. Mit einem Gottesdienst wird Pfarrer Nikolaus Krause am 4. Dezember 2009 um 17 Uhr im Medizinisch-Theoretischen Zentrum, Fiedlerstraße 42, in den Ruhestand entlassen. Den Gottesdienst leitet Superintendent Dr. Peter Meis.


Weitere Informationen
www.changechance1989.de
Download des Programmflyers

Kontakt
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Nikolaus Krause
Pfarrer und Klinikseelsorger
Tel. 0351 / 4 58 42 29
E-Mail: nikolaus.krause@uniklinikum-dresden.de