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28.04.2009: Dresdens modernster MRT wird partnerschaftlich genutzt

Herzzentrum, Radiologie-Praxis und Universitätsklinikum weihen gemeinsamen Magnetresonanz-Tomographen ein / Hohe Auflösung sorgt für präzisere Aufnahmen

Am heutigen Mittwochnachmittag (29. April) wird einer der modernsten und stärksten Magnetresonanz-Tomographen (MRT) Ostdeutschlands in Gegenwart der Sächsischen Sozialministerin, Christine Clauß, eingeweiht. Das Gerät baut ein 3 Tesla starkes Magnetfeld auf und kann so noch genauere und plastischere Aufnahmen vom Inneren des Menschen anfertigen als die in der Krankenversorgung mittlerweile weit verbreiteten 1,5-Tesla-MRT. Um diesen hochmodernen Tomographen kurzfristig beschaffen und optimal auslasten zu können, haben sich das Herzzentrum Dresden, das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus sowie die Radiologische Gemeinschafts-praxis Dresden-Blasewitz zusammengeschlossen und erstmals in Deutschland eine Kooperations-GmbH zum Betrieb eines solchen Geräts gegrün-det. Im Rahmen dieser Konstellation gelang es innerhalb eines Jahres, den Hersteller General Electrics für ein Innovationskonzept zu gewinnen und den Tomographen in den dafür angemieteten Räumen des Herzzentrums zu installieren. Damit steht Patienten aus Dresden und Ostsachsen nun ein 3-Tesla-MRT für Routineuntersuchungen zur Verfügung. Das zweite, bereits 2007 in Betrieb genommene Gerät dieser Feldstärke nutzt die TU Dresden ausschließlich zu Forschungszwecken.

„Unser Ziel ist es, kostenintensive Hochtechnologie gemeinschaftlich und effizient für die Diagnostik unserer Patienten sowie für Forschung und Lehre zu nutzen. Wir sind uns sicher, dass wir mit der MRT-Kooperations-GmbH und dem darüber beschafften Gerät dieses Ziel exzellent umsetzen zu können“, unterstreichen die drei Geschäftsführer der GmbH, Dr. Marc Amler (Geschäftsführer der Radiologi-schen Gemeinschaftspraxis), Marcus Polle (Geschäftsführer des Herzzentrums) und Wilfried Winzer (Kaufmännischer Vorstand des Universitätsklinikums). „Diese Kooperation ist ein wichtiger Baustein für das Zukunftsmodell einer sektorenübergreifenden Krankenversorgung in der Region. Denn der gemeinsam betriebene Tomograph fügt sich nahtlos in das Netzwerk Carus Consilium Sachsen ein und verbindet Innovation mit Kosteneffizienz“, sagt Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums. Angesichts des hohen Entwick-lungstempos vereinbarte die MRT-Kooperations-GmbH mit dem MRT-Hersteller ein Innovationskonzept. Damit sichern sich die Betreiber die Teilhabe an weiteren Neuerungen der Soft- wie Hardware des Gerätes.

Der 3-Tesla-MRT liefert den Ärzten noch aufschlussreichere Aufnahmen vom Inneren des Menschen. Das vom Tomographen aufgebaute Magnetfeld ist dabei rund 30.000 Mal stärker als das der Erde. Durch die besseren Bilder lassen sich beispielsweise das zentrale Nervensystem und hier vor allem das Gehirn sowie Blutgefäße, Gelenke, Wirbelsäule, die inneren Organe – unter anderem das Herz – sowie die weibliche Brust genauer als bisher abbilden. Ein weiterer Vorteil sind kürzere Untersuchungszeiten: Wenn der gesamte Körper magnetresonanztomo-graphisch untersucht werden muss, ist die Messzeit bei 3 Tesla etwa um 30 Pro-zent kürzer wie bei den bisher üblichen 1,5 Tesla-Geräten.
 
MRT in der allgemeinen Radiologie
3-Tesla-Scanner repräsentieren den aktuellen Stand der Technik in der Magnet-resonanztomographie. Zu den wichtigsten Anwendungsgebieten dieser neuen Gerätegeneration gehören die Diagnostik des Bewegungsapparates und der Blutgefäße, da eine hohe Bildauflösung hier besonders wichtig ist. So können mit Hilfe des 3-Tesla-MRT Schäden des Gelenkknorpels und des Bandapparates besser erkannt werden. Die Diagnostik der Arteriosklerose wird erleichtert, da die Darstellung kleiner Gefäße wie der Nierenarterien oder der Beinarterien in einer hervorragenden Qualität möglich ist. Ein weiterer Bereich, der von der neuen Technologie profitiert ist die Hals-Nasen-Ohreneilkunde. Die Aussagekraft der Untersuchungen des Gleichgewichtsorgans und des inneren Gehörganges konnte verbessert werden. Die neuen MRT-Geräte eröffnen auch Forschern neue Möglichkeiten. So erhofft man sich mit Hilfe der so genannten Magnetresonanz-Spektroskopie neue Erkenntnisse über den Stoffwechsel von Tumoren. Die Wissenschaftler können den Tomographen auch dafür nutzen, genauere Daten zu den Strömungsverhältnissen in den Gefäßen zu gewinnen.

MRT in der Neuroradiologie
Die hohen Feldstärken des neuen MRT bedeuten für die Neuroradiologie in erster Linie eine höhere räumliche Auflösung und damit eine bessere Erkennbarkeit der inneren Gehirnstruktur und kleiner pathologischer Veränderungen. Mit dem 3-Tesla-MRT können solche Gehirnschädigungen besser aufgespürt werden, die Anfälle verursachen. Damit wird die neurochirurgische Therapie von Epilepsien möglich, die auf Medikamente nicht ansprechen. Auch lassen sich Störungen der Durchblutung und des Stoffwechsels im Gehirn punktgenauer als bisher erfassen. Damit gelingt es, Gehirnfunktionen besser zu lokalisieren und zu verstehen. Die hohe Feldstärke von 3 Tesla erlaubt darüber hinaus die Darstellung der Gehirngefäße in einer Qualität, die eine invasive Angiografie überflüssig macht.

MRT in der Kardiologie
Mit dem neuen 3-Tesla-MRT wurden in der Kardiologie die diagnostischen Mög-lichkeiten zur Darstellung von Herzinfarkten, Herzmuskelentzündungen, Herz-klappendefekten sowie umfassende Funktionsanalysen signifikant erweitert und verbessert. Er ermöglicht ein schonendes, nicht-invasives Diagnoseverfahren ohne Strahlenbelastung für Patienten. Damit können insbesondere die Struktur und Funktion der Vorhöfe, Herzhauptkammern sowie Herzklappen in feinsten anatomischen Einzelheiten exakt dargestellt werden. Eine wesentlich schnellere und schärfere Bilddarstellung gewährleistet eine höhere diagnostische Sicherheit und kürzere Untersuchungszeiten. Mit der hohen Bildauflösungsqualität des MRT nähern sich die Kardiologen in der nicht-invasiven Herzdiagnostik mikroskopi-schen Dimensionen.