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KFO252_long

Womit beschäftigt sich die klinische Forschergruppe KFO 252?

Moderne Gesellschaften sind mit einer dramatischen Zunahme Stress-assoziierter Erkrankungen konfrontiert. Diese reichen von kardiovaskulären und metabolischen bis zu entzündlichen Erkrankungen und stellen eine enorme Belastung unseres Gesundheitssystems dar. Übergewicht, Diabetes, Bluthochdruck und mentale Erkrankungen haben ihren Ursprung häufig in einer sitzenden Lebensweise in einer zunehmend urbanisierten Welt. UN und WHO haben eine verstärkte Forschung in dieser Richtung angeregt. Die Nebenniere, das zentrale Stressorgan des Organismus spielt in diesem Zusammenhang eine ganz wesentliche Rolle.

Die Nebennieren produzieren Steroide und Katecholamine welche eine zentrale Rolle in der Regulation metabolischer, kardiovaskulären, neuraler und Immunfunktionen einnehmen. Diese Schlüsselfunktionen der Nebenniere basieren auf einer einzigartigen Mikroumgebung in diesem Organ, welche die beiden wichtigsten Stress-Systeme des Körpers vereinigt: die Steroide-produzierende Nebennierenrinde und das Katecholamine-produzierende Nebennierenmark. Diese Systeme interagieren zudem mit nicht-endokrinen Zellen wie den Endothelzellen der Blutgefäße und dem Immunsystem. Obwohl bekannt ist, dass eine Fehlregulation der Nebennierenfunktion ganz wesentlich den Verlauf von Stress-assoziierten Krankheiten bestimmt, gibt es nur wenig Information über die zugrundliegenden molekularen Mechanismen, welche die Regulation der zellulären Interaktion im Mikromilieu der Nebenniere bestimmen.

E in umfassendes Verständnis des komplexen Nebennierennieren Mikromilieus sowie seine Reaktionen und Adaptionen an externe Stimuli ist notwendig um Veränderungen zu verstehen, die Stress-assoziierten Erkrankungen zugrunde liegen. Dieser Fokus auf die Nebennieren mit einem breit angelegten pathophysiologischen Ansatz verspricht die Entwicklung neuer diagnostischer und therapeutischer Strategien. Die klinische Forschergruppe in Dresden vereinigt hierfür eine einzigartige, interdisziplinäre und komplementäre Gruppe von Experten . Spezifisch werden wir folgende Schwerpunkte untersuchen: 1.) Mechanismen der adrenalen Überfunktion, insbesondere im Zusammenhang mit Stress oder Tumorbildung mit metabolischer Dysregulation und 2.) Mechanismen der adrenalen Unterfunktion als Folge genetischer Erkrankungen, aufgrund oxidativen Stresses oder im Kontext von Inflammation, Infektion und Sepsis. Relevant für den zweiten Punkt sind auch die Mechanismen der Regeneration die in diesem Schwerpunkt untersucht werden.

Um die Mechanismen adrenaler Unter-bzw. Überfunktion verstehen zu können, ist ein detaillierter integrativer Ansatz notwendig. Diese Forschergruppe untersucht deshalb systematisch die zellulären Interaktionen in einem interdisziplinären Ansatz welcher von spezialisierten Zellsystemen bis zu genetisch modifizierten Mausmodellen und Patienten-orientierter Forschung reicht. Unser Ansatz ist somit ein „bedside-to –bench und „bench-to bedside“ Ansatz, welcher für eine erfolgreiche Translation der wesentlichen wissenschaftlichen Erkenntnisse in die Klinik notwendig ist.