Benutzerspezifische Werkzeuge

Gesundheitssystemforschung

Ziel des Forschungsbereiches „Gesundheitssystemforschung“ ist die systemische qualitative und quantitative Analyse von Rahmenbedingungen und Einflussfaktoren zur Aufrechterhaltung und Weiterentwicklung einer qualitativ hochwertigen Gesundheitsversorgung im deutschen Gesundheitssystem. Dies umfasst den Bedarf, die Inanspruchnahme und Planung medizinischer und therapeutischer Strukturen und Prozessen sowie damit assoziierter finanzieller Mittel zur Sicherstellung qualitativ hochwertiger Behandlungsergebnisse (Outcomes, Value).

Zweck des Forschungsbereiches ist die Bewertung aktueller Strukturen und die Entwicklung von innovativen Instrumenten und Methoden zur

  • aktiven Einbindung von Patienten in Entscheidungen des Versorgungsprozesses,
  • Messung und Abbildung der Versorgungsqualität sowie
  • Planung und Ausgestaltung von Versorgungsstrukturen und -prozessen (z.B. Bedarfsplanung anhand von Versorgungszielen bzw. Gesundheitszielen).


Die gemäß §12 SGB V geltenden Anforderungen an medizinische Leistungen - ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich - werden als Grundlage der Analysen genutzt. Darüber hinaus sind an diagnostische und therapeutische Maßnahmen weitere Anforderungen zu stellen, die deren Praktikabilität, Evidenzbasierung und Justiziabilität umfassen.

Thematische Schwerpunkte des Forschungsbereiches umfassen die

  • aktive Partizipation von Patienten in die Entscheidungsfindung des eigenen Versorgungsprozesses,
  • Entwicklung, Implementierung, Ausrichtung und Kommunikation von Patientenzielen in den Behandlungsprozess sowie deren Überprüfung durch patientenberichtete Daten,
  • Abschätzung und Planung des tatsächlichen diagnostischen und therapeutischen Bedarfs für ausgewählte Erkrankungen bzw. Fachgebiete in Abgrenzung zur aktuellen Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen,
  • Analyse und Evaluation aktuell eingesetzter Instrumente zur Sicherung und Weiterentwicklung der medizinischen Versorgung und die Darstellung potentieller Entwicklungsmöglichkeiten,
  • Entwicklung und Evaluation von Instrumenten und Methoden zur Messung und Darstellung der Versorgungsqualität und
  • Analyse von Versorgungsstrukturen aus Sicht von Interessengruppen der Gesundheitsversorgung sowie einzelner Erkrankungen auch im Hinblick gesundheitspolitischer Entwicklungen.


Zur Umsetzung konkreter Projekte aus den genannten thematischen Schwerpunkten werden unterschiedliche Methoden der qualitativen und quantitativen Forschung sowie Mixed-Method Designs eingesetzt, wie bspw. Primär- und Sekundärdaten sowie ein Linkage beider Datenquellen genutzt, systematische Reviews und Methoden der Konsentierung. Abhängig von der Fragestellung des Projektes kann auf anonymisierte Daten des Krankenhausinformationssystems des Uniklinikums Dresden zurückgegriffen werden. Darüber hinaus können weitere Sekundärdatenquellen, wie die Daten des Forschungsdatenzentrums des Bundes und der Länder genutzt werden.

Ansprechpartner

Prof. Dr. med. Jochen Schmitt, MPH
Tel.: 0351 458 6495