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Digital Health/Telemedizin

Ziele und Schwerpunkte

Im Forschungsbereich Digitale Gesundheit/Telemedizin wird untersucht, ob und wie die medizinische Versorgung – d.h. Prävention, Diagnostik, Therapie, Rehabilitation sowie ärztliche Entscheidungsberatung – durch den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien und die daraus folgende, stärkere Vernetzung weiterentwickelt und noch stärker individualisiert und patientenzentriert werden kann. Hierzu werden Methoden der qualitativen und quantitativen Forschung inklusive Mixed-Method Designs, Usability-Testverfahren sowie systematische Reviews und Methoden der Konsentierung eingesetzt. Das ZEGV entwickelt, implementiert und analysiert digitale Lösungen für die Optimierung und weitere Patientenzentrierung der Prävention und medizinischen Versorgung und liefert dadurch entscheidende Impulse für eine versorgungsrelevante und nutzerzentrierte Weiterentwicklung der Telemedizin in Deutschland und darüber hinaus.

Ein thematischer Schwerpunkt liegt auf der Evaluation entsprechender Versorgungskonzepte. Der in Deutschland bislang zögerliche Übergang telemedizinisch unterstützter Versorgungsansätze in die Regelversorgung kann unter anderem auf Defizite in der Evaluationspraxis zurückgeführt werden. Deshalb wurden im ZEGV im Jahr 2015 evidenz- und konsensbasierte Grundsätze für die Evaluation telemedizinischer Anwendungen entwickelt. Diese wurden als „ Minimal-Set “  konzipiert, sodass sie für jede Art von telemedizinischer Anwendung einsatzfähig sind (siehe: ZEFQ 117:9-19 ).

Hierbei widmet sich das ZEGV sowohl den klassischen Zielgruppen telemedizinischer Versorgung wie bspw. Diabetes-, Schlaganfall- oder Herzinsuffizienzpatienten (z.B. Diabetes Literacy und S-T-A-R-T )  als auch speziellen Zielgruppen, die erst in jüngerer Vergangenheit ins Visier der Telemedizin geraten sind, hiervon jedoch potenziell stark profitieren können. Exemplarisch seien hier Menschen mit neurodegenerativen Erkrankungen (z.B. ATMoSPHÄRE ), mit seltenen Erkrankungen (z.B. TRANSLATE-NAMSE ), onkologische Patienten (z. B. LeQuPan) oder ältere Patienten mit Depression oder Multimorbidität (z.B. ATMoSPHÄRE ) genannt.

Zusätzlich beschäftigt sich der Forschungsbereich mit methodischen Entwicklungen im Bereich des maschinellen Lernens (u.a. automatisierte Klassifikationen, Ensembleklassifikationen) mit dem Ziel, lernende Therapieempfehlungssysteme (z.B. für Psoriasis) zu entwickeln, die dem Arzt auf Basis der Evidenz aus Studien, der (kollektiven) Erfahrung aus der Versorgungspraxis und individueller Patienteneigenschaften und Patientenpräferenzen die optimale Therapie für einen Patienten vorschlägt und anhand nachvollziehbarer Auswahlkriterien begründet (z.B. Projekt Therapieempfehlungssystem ).

Im Rahmen des Forschungsbereichs arbeitet das ZEGV eng mit stationären und ambulanten Leistungserbringern, Krankenkassen sowie Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik zusammen.


Es sieht sich als Ansprechpartner für regionale, nationale und internationale Kooperationen im Bereich Digital Health/Telemedizin und begrüßt gemeinsame Aktivitäten.


Ansprechpartner

Wissenschaftliche Mitarbeiterin:
Dr. rer. medic. Dipl. Soz. Madlen Scheibe
Tel.: 0351 458 5665
E-mail: