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Das UniversitätsCentrum für Seltene Erkrankungen stellt sich den Fragen der Kreisärztekammer Zwickau
15. November 2016

Das UniversitätsCentrum für Seltene Erkrankungen stellt sich den Fragen der Kreisärztekammer Zwickau

Das UniversitätsCentrum für Seltene Erkrankungen stellt sich den Fragen der Kreisärztekammer Zwickau

Einige Seltene Erkrankungen werden an den spezialisierten Hochschulambulanzen des Universitätsklinikums Dresden fast täglich gesehen. Die Betreuung der Betroffenen erfolgt routiniert, die Patientenpfade sind bekannt. Ein Hausarzt sieht dagegen im Durchschnitt nur einen seltenen Fall pro Jahr. Umso wichtiger ist es, Haus- und Fachärzte in der Niederlassung für seltene Erkrankungen zu sensibilisieren und sie auf Beratungs- und Therapieangebote aufmerksam zu machen. Die Kreisärztekammer Zwickau widmete daher gemeinsam mit der Medizinischen Gesellschaft Zwickau und dem Gesundheitsnetz Zwickau am 09.November 2016 einen ganzen Abend den seltenen Erkrankungen. Etwa 90 Haus- und Fachärzte waren der Einladung gefolgt und erfuhren im Hörsaal des Heinrich-Braun-Klinikums Wissenswertes rund um die „Waisen der Medizin“.

Was Seltene Erkrankungen als solche auszeichnet, stellte zu Beginn der Veranstaltung die Koordinatorin des UniversitätsCentrums für Seltene Erkrankungen (USE), Frau Tanita Noack, klar. Auch der Weg bis zur Gründung des Zentrums vor zwei Jahren und die bisherigen Erfahrungen im Umgang mit seltenen Diagnosen oder unklaren Fällen, wurden dargelegt. Es folgte ein Vortrag der Forschungsleiterin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Uniklinikum Dresden. Frau Prof. Angela Rösen-Wolff wählte die Autoinflammatorischen Erkrankungen zum Vortragsthema und wies auf die entsprechenden Forschungsfortschritte einiger ausgewählt seltener Krankheiten hin. Es folgte der Neurologe Herr Prof. Andreas Hermann mit einem sehr eindrücklichen Vortrag zu seltenen neurologischen Erkrankungen. Mitgebrachte Bilder und Videos zeigten die großartigen Therapieerfolge, welche erreicht werden können, wenn eine rechtzeitige Intervention erfolgt. Zum Ende der Veranstaltung begab sich Frau Dr. Amalia Hanßke auf die Suche nach der Seltenheit in der Psychosomatik und sensibilisierte die Teilnehmer für dieses komplexe Themenfeld. Viele der Patienten suchen seit Jahren nach einer Diagnose und kommen auf organischer Ebene nicht weiter. Unmengen an Diagnostiken werden durchgeführt, viele Therapeutika eingenommen, um nach Jahren der Suche in der Psychosomatik eine Erklärung für die Beschwerden zu finden. Psychosomatische Erkrankungen sind meist nicht selten, aber einige unklare Erkrankungen entpuppen sich als psychosomatische Krankheiten, die es wert sind ernst genommen zu werden.

Mit diesem nachdenklichen Schlusswort wurde ein interessanter Abend beschlossen, aus welchem sicherlich jeder Teilnehmer etwas mitnehmen konnte. Das Team des USE bedankt sich für den gelungenen Abend und freut sich auch weiterhin auf eine gute Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Seltenen Erkrankungen.

v.l.n.r.: Dr. Stefan Hupfer, Prof. Angela Rösen-Wolff, Dr. Amalia Hanßke, Tanita Noack, Prof. Andreas Hermann