Benutzerspezifische Werkzeuge

VAPAIN

V alidation and A pplication of a patient relevant core outcome set to assess effectiveness of multimodal PAIN therapy

Hintergrund

Unter interdisziplinärer multimodaler Schmerztherapie (IMST) versteht man die gleichzeitige, aufeinander abgestimmte Behandlung eines Patienten mit chronischen Schmerzen durch verschiedene somatische und psychologische Therapieformen nach vorgegebenem Behandlungsplan und mit identischem, unter den Therapeuten abgesprochenem Therapieziel sowie gemeinsamer Therapiekontrolle. In einer solchen Behandlung arbeiten Ärzte, Physiotherapeuten, Sporttherapeuten, Ergotherapeuten und Psychologen unter ärztlicher Leitung intensiv zusammen. Das Ziel dieser Therapie ist in erster Linie die Wiederherstellung der körperlichen und seelischen Leistungsfähigkeit unter Anerkennung der bestehenden Befunde und Einschränkungen.

Die interdisziplinäre multimodale Therapie chronischer Schmerzen widmet sich einem komplexen und vielschichtigen Erkrankungsbild und findet gleichzeitig unter sehr unterschiedlichen Bedingungen und Therapieangeboten statt. Bisherige Studien verwenden außerdem häufig unterschiedliche Outcome-Parameter und Messinstrumente zur Bestimmung ihrer Effektivität (Deckert et al., 2016). Eine einheitliche Erfassung durch einen akzeptierten und methodisch fundierten Kerndatensatz (Core Outcome Sets [COS]- eine bestimmte Anzahl von Variablen, die von jeder Studie zu diesem Gegenstandsbereich erfasst werden müssen) gibt es für die interdisziplinäre multimodale Schmerztherapie noch nicht. Das führt dazu, dass die Ergebnisse nicht miteinander vergleichbar sind und somit wenig zur Vertiefung des bestehenden Wissens beitragen. Die Anwendung in der Praxis, mit Hilfe von systematischen Reviews beispielsweise die Effektivität von IMST zu bestimmen oder sogar Response-Analysen durchzuführen, ist daher nur sehr eingeschränkt möglich.

Frühere Initiativen wie IMMPACT folgen einem allgemeinen Ansatz, der verschiedene Studiendesigns in der Therapie chronischer Schmerzen versucht zu vereinen. Die interdisziplinäre multimodale Schmerztherapie ist dabei nur eine Therapieform. Sie ist jedoch eine der komplexesten Therapieformen und folgt in der Regel anderen Zielen als zum Beispiel Medikamentenstudien, weil sie gegenüber deren primärem Ziel der Schmerzreduktion vor allem die Wiederherstellung der subjektiven körperlichen und seelischen Leistungsfähigkeit zum Ziel hat. Darüber hinaus haben sich in den letzten Jahren neue Konzepte im Verständnis zum chronischen Schmerz entwickelt, die in den Empfehlungen von IMMPACT nicht ausreichend berücksichtig wurden, allerdings im Rahmen einer IMST relevant sein können.

Was und Warum?

VAPAIN ( Validation and Application of a patient relevant core outcome set to assess effectiveness of multimodal PAIN therapy) ist eine Initiative zur Entwicklung eines Kerndatensatzes (Core Outcome Set) für die Effektivitätsbestimmung der interdisziplinären, multimodalen Schmerztherapie.

Initial wurde eine vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Studie, die VAPAIN-Studie (Fördernummer BMBF 01GY1326 ), als Kooperation zwischen dem Universitäts SchmerzCentrum (USC) und Zentrum für Evidenzbasierte Gesundheitsversorgung (ZEGV) durchgeführt (Zeitraum: 2014 – 2017). Im Rahmen der VAPAIN-Studie wurden die Domänen des Kerndatensatzes (das Core Outcome Domain Set) zusammen mit einem interdisziplinären, internationalen Panel bestimmt, die Definitionen der Domänen konsentiert sowie erste hierarchische Strukturen und Operationalisierungen der Domänen beleuchtet (Kaiser et al., 2018).

Das Ziel von VAPAIN ist die Schaffung einer methodischen Basis zur Bestimmung der Wirksamkeit der interdisziplinären multimodalen Schmerztherapie in Effektivitätsstudien und in der täglichen Routineversorgung.

Entsprechend aktuell diskutierter Standards, die durch erfahrene Initiativen wie OMERACT, COSMIN und COMET entwickelt und weiterentwickelt werden, will VAPAIN die Entwicklung und Validierung eines solchen Kerndatensatzes (COS) für Effektivitätsstudien und tägliche Kerndokumentation in der interdisziplinären multimodalen Schmerztherapie ermöglichen. Ein solcher Prozess kann jedoch nur dann gelingen und zu einem akzeptierten Ergebnis führen, wenn von Beginn an die wesentlichen Interessengruppen einbezogen wurden. Für VAPAIN sind das die Kerndisziplinen der interdisziplinären multimodalen Schmerztherapie und zu gleichen Anteilen Patientenvertreter. Der gesamte Prozess sollte den methodischen Standards (COSMIN, OMERACT, COMET) entsprechend durch Delphi- und Konsensprozesse transparent und strukturiert durchgeführt werden.

Aktuell schließt sich die von der Deutschen Forschungsgesellschaft geförderte Studie EVaSIMST an (Zeitraum: 2017 – 2020). Ziel dieser Studie ist die Operationalisierung der Domänen als Grundlage für die Entwicklung eines Erhebungsinstrumentes zu dem aus der VAPAIN-Studie konsentierten Core Outcome Domain Sets. Dieses Erhebungsinstrument soll im Anschluss an der Zielpopulation der Patienten der IMST evaluiert werden.

Aktuelle Mitarbeiter

Platzhalter Bild

Dr. rer. nat. Dipl.-Psych. Ulrike Kaiser

Studienleitung VAPAIN

  • ##Aufgabengebiete##
  • ##Aufgabengebiete##

##Telefon## ##FAX##


Platzhalter Bild

Dipl.-Psych. Anja Küchler

Koordinatorin EVaSIMST

  • ##Aufgabengebiete##
  • ##Aufgabengebiete##

##Telefon## ##FAX##


  • Dipl.-Psych. Birgit Burkhardt
    Wissenschaftliche Mitarbeiterin
  • Toni Blümel
    Wissenschaftliche Hilfskraft
  • Sylvia Wand
    Wissenschaftliche Hilfskraft
  • Stefan Hager
    Wissenschaftliche Hilfskraft
  • Anastasia Szibirtseva
    Wissenschaftliche Hilfskraft
  • Stefanie Deckert, MPH
  • Prof. Dr. Christian Kopkow, MPH
  • Julia Pritzke-Michael
  • Prof. Dr. Rainer Sabatowski

Kontakt

Projektbüro VAPAIN und EVaSIMST
+49 (0) 351 1234567
+49 (0) 351 7654321