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Universitätsklinikum startet Dresdner Chirurgenschule

Begründer der modernen Enddarmkrebschirurgie trainiert beim ersten Kurs Chirurgen in Darmkrebs-OP-Verfahren


Mit einem zweitägigen Kurs zu modernen OP-Verfahren zur nachhaltigen Entfernung von Enddarmtumoren nahm die „Dresden School of Surgical Oncology“ am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden 2013 ihre Arbeit auf. Die von der Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie gegründete Chirurgenschule trainiert seit dem 12. und 13. Dezember 2013 Chef- und Oberärzte aus ganz Deutschland in den Details des Operationsverfahrens der Totalen Mesorectalen Excision (TME) beim Rektumkarzinom (Enddarmkrebs). Ziel dieser Operationsmethode ist es das erkrankte Gewebe vollständig entfernen, um so das Risiko eines Wiederauftretens des Krebses zu minimieren. Gleichzeitig schont die TME die angrenzenden Gefäße und Nerven und reduziert so die Gefahren für den Patienten nach dem Eingriff unter einer Inkontinenz der Blase oder einer gestörten Sexualfunktionen zu leiden. Ein wichtiges Element dieser Kurse ist zum einen die theoretische Weiterbildung der Teilnehmer, als auch die "Live-Demonstration" am OP-Tisch. Deswegen ist der Kurs immer auf eine kleine Teilnehmerzahl beschränkt, damit jeder Teilnehmer in der ersten Reihe stehen kann. Die OP-Technik demonstriert TME-Entwickler Prof. Dr. Robert Heald aus Basingstoke (Südengland) zusammen mit Klinikdirektor Prof. Dr. Jürgen Weitz. Die Kursteilnehmer können beiden Experten bei mehreren Rektumkarzinomoperationen über die Schulter schauen oder die Eingriffe dank Live-Übertragung verfolgen. Die vom Nachrichtenmagazin Focus als beste ostdeutsche Klinik bei Darmkrebsbehandlungen bewertete Klinik möchte mit Gründung der neuen „Schule“ Chirurgen die Möglichkeit einer intensiven Beschäftigung mit verschiedenen Operationsverfahren geben.

Mit diesem Kurs gibt die Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie (VTG) erstmals ihre Erfahrungen in diesem OP-Verfahren an Ärzte anderer Kliniken weiter. Das chirurgische Know-how aus der Maximalversorgung möglichst vielen Kollegen zu vermitteln, ist ein wichtiges Anliehen des 2012 nach Dresden berufenen Prof. Jürgen Weitz. Deshalb gründete er die Dresden School of Surgical Oncology (DSSO), die mit dem TME-Kurs offiziell startet. „Erfahrungen zeigen, dass die Qualität der Krebschirurgie einen unmittelbaren Einfluss auf die Prognose der Patienten hat. Mit der DSSO haben wir ein Weiterbildungsformat geschaffen, das Kollegen regional und überregional die Möglichkeit eröffnet, sich intensiv mit neuartigen und vor allem erfolgreichen Operationsmethoden und Techniken zu beschäftigen.“, ist sich Prof. Weitz sicher. „Mit Prof. Heald konnten wir einen renommierten Experten der Rektumchirurgie gewinnen, sein Wissen weiterzugeben.“ Die Teilnehmer des ersten Kurses sind Chef- und Oberärzte aus Hamburg, Niedersachsen und Sachsen. Gemeinsam werden sie einen Tag in den theoretischen Grundlagen der Operationsmethodik geschult. Am zweiten Kurstag hospitieren sie bei realen Operationen. „Es ist mittlerweile gut belegt, dass durch die Anwendung der TME die Rezidivrate des Enddarmkrebses gesenkt werden kann“, so Jürgen Weitz. „Bemerkenswert dabei ist, dass bei Patienten die mit dieser Methode behandelt wurden, überdurchschnittliche Überlebenszeiten verzeichnet werden.“ Ein wichtiger Grund dafür ist, dass die Chirurgen das Wissen über den anatomischen Aufbau des Darms einsetzen, um den vom Tumor betroffenen Bereich komplett zu entfernen. Allerdings geht es da um Millimeter: So soll das die Tumorzellen verbreitende Lymphgewebe komplett entnommen werden, nicht aber die dicht daneben liegenden Nerven, die für die Kontrolle der Harnblase und die Sexualfunktionen verantwortlich sind. Verletzt der Chirurg diese Nerven, sind zum Beispiel Inkontinenz und eine erektile Dysfunktion („Impotenz“) die Folge.

Ausdruck der Erfahrungen und Expertise der Klinik für Viszeral-, Thorax- und Ge-fäßchirurgie am Dresdner Uniklinikum sind nicht nur die hohen Fallzahlen sondern auch die Beurteilungen durch Fachkollegen. So wurde die Klinik im jährlich stattfin-denden Krankenhaus-Ranking des Nachrichtenmagazins Focus als beste ostdeut-sche Klinik bei Darmkrebsbehandlungen eingestuft. Diese Expertise will die Klinik ab sofort im Rahmen der Dresden School of Surgical Oncology mit anderen Einrichtungen teilen.

2014 folgten 4 weitere Operationskurse auf dem Gebiet der Rektumchirurgie und der Leberchirurgie.

Für 2015 sind aktuell 5 Kurse geplant.



Kontakt
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie
Direktor: Prof. Dr. med. Jürgen Weitz
Tel. 0351/ 4 58 27 42


Spitzenmedizin für Dresden
Uniklinikum erobert Top-Position in deutschen Krankenhaus-Rankings

Deutschlands größter, im Mai 2013 erschienener Krankenhausvergleich des Nachrichtenmagazins „Focus“ bescheinigt dem Universitätsklinikum Carl Gustav Dresden (UKD) eine hervorragende Behandlungsqualität. Die Dresdner Hochschulmedizin erreichte Platz vier im deutschlandweiten Ranking. Dies ist ein weiterer Beleg für die überdurchschnittliche Qualität der 21 Kliniken des UKD. Gesundheitsexperten sowie insgesamt 22.000 Ärzte hatten Kliniken aus ganz Deutschland beurteilt. Sie honorierten dabei die großen Anstrengungen des Dresdner Uniklinikums in den Bereichen Behandlungsqualität und Patientensicherheit. Beim Focus-Vergleich erreichte das Dresdner Uniklinikum vor allem Top-Noten für die Therapie von Parkinson und Prostatakrebs. Damit belegen die Kliniken für Neurologie beziehungsweise Urologie jeweils Platz zwei. Unter den Top zehn ist nochmals die Neurologie mit der Behandlung von Multipler Sklerose vertreten. Top-Plätze im Ranking erreichten zudem die Klinik für Viszeral- Thorax- und Gefäßchirurgie mit der Versorgung von Darmkrebspatienten sowie die Klinik für Psychiatrie mit der Therapie von Depressionen und Alzheimer. Weitere Kliniken des Dresdner Universitätsklinikums, die als „Top-Fachkliniken“ ausgezeichnet wurden sind: Klinik für Orthopädie (Bewegungsapparat); Klinik für Psychotherapie und Psychosomatik (Angst- und Zwangserkrankungen), Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe (Brustkrebs und Risikogeburten) sowie die Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie.