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TOOKAD-Verfahren

Seit Mai 2018 bietet die Klinik und Poliklinik für Urologie das TOOKAD-Verfahren zur Behandlung des Prostatakarzinoms mit einem geringen Risiko an.

Dieses Therapieverfahren ist für Patienten mit einem Prostatakarzinom mit einem niedrigen Risiko, welches nur eine Seite der Prostata befallen hat, zugelassen. Dabei handelt es sich um Tumore mit dem sogenannten Gleason Score 6 (3+3), einem niedrigen PSA-Wert (≤10ng/ml) und einem Befall von höchstens 3 Probe-Zylindern mit einem geringen Befall des Tumors im entnommenen Zylinder. Bislang wurde Patienten mit diesen Tumor-Eigenschaften ein Abwarten mit regelmäßigen Kontrollen (PSA-Wert, Biopsien) durch den Urologen angeboten (=aktive Überwachung oder active Surveillance). Zur endgültigen Behandlung des Tumors wurden eine operative Radikalentfernung der Prostata (radikale Prostatektomie) oder eine Bestrahlung durchgeführt. Beides kann mit Risiken, die die Lebensqualität des Patienten einschränken, verbunden sein. Zu den Risiken gehören u.a. Inkontinenz, Impotenz, Blasenentleerungsstörungen sowie Entzündungen der Harnblase und des Enddarms.

Eine Alternative zur Behandlung des Prostatakarzinoms mit einem geringen Risiko und somit zur aktiven Überwachung ist nun das TOOKAD-Verfahren.

Bei diesem Verfahren wird dem Patienten ein auf eine bestimmte Lichtenwellenlänge reagierender Farbstoff (Padeliporfin=TOOKAD) in die Vene gespritzt. Dieser verteilt sich im gesamten Körper und u.a. auch in der Prostata. Über den Damm werden dem Patienten Laser-Fasern in die Seite der Prostata, in der sich der Tumor befindet, eingebracht. Nach Aktivierung der Laser-Faser wird das Medikament angeregt und führt zu einem Zusammenziehen der Gefäße. Dadurch wird die Blutversorgung in diesem Bereich der Prostata unterbrochen und das Gewebe, welches durch den Tumor befallen ist, stirbt ab. Bei diesem Verfahren ist der Patient unter Vollnarkose.

Untersuchungen zeigten, dass Männer mit einem Prostatakarzinom mit einem niedrigen Risiko, die mit diesem Verfahren behandelt wurden, sich seltener einer endgültigen Therapie mittels einer Prostataentfernung oder einer Bestrahlung unterziehen mussten als Patienten , bei denen der Tumor lediglich kontrolliert wurde (1).

Auch bei diesem Verfahren können Risiken auftreten, welche aber im Vergleich zur Prostataentfernung oder Bestrahlung seltener auftreten. Die ersten Stunden nach dem Eingriff wird der Patient besonders vor Licht geschützt. Drei bis vier Tage nach der Operation kann der Patient wieder nach hause gehen. Da nicht die gesamte Prostata behandelt wird, wird nach dem Eingriff der PSA-Wert weiter kontrolliert und es sollte eine Kontroll-Biopsie nach 12 Monaten erfolgen.

Bei Interesse an diesem Verfahren, wenden Sie sich bitte an oder an unsere Bettenplanung (Telefon: 0351-458-2686).

Azzouzi AR, Vincendeau S, Barret E, Cicco A, Kleinclauss F, van der Poel HG, et al. Padeliporfin vascular-targeted photodynamic therapy versus active surveillance in men with low-risk prostate cancer (CLIN1001 PCM301): an open-label, phase 3, randomised controlled trial. The Lancet Oncology. 2017;18(2):181-91.