Benutzerspezifische Werkzeuge

Operationsverfahren

Offene Operationen

Bei der offenen Operation erfolgt der Zugang zum Operationsgebiet über einen unterschiedlich langen Hautschnitt. Die Länge des Schnittes ist dabei abhängig vom vorgesehenen Eingriff. In der Urologie werden unter anderem der Interkostalschnitt (zwischen der 11. und 12. Rippe) zur Operation an oder Entfernung der Nieren, die mediane Laparotomie (im Bereich der Mittellinie des Bauches) zur Operation großer Raumforderungen an den Nieren, die mediane Unterbauchlaparotomie (Inzision im Bereich der Mittellinie unterhalb des Bauchnabels) zur Operation an Blase und Prostata und der Inguinalschnitt (im Bereich der Leiste) zur Operation am Hoden. Darüber hinaus gibt es noch eine Vielzahl weiterer Zugänge zur Bauchöhle, die Sie im Einzelnen bei den entsprechenden Operationen finden.
Die Vorteile dieser Operationsform liegen in der möglichen manuellen Kontrolle während der Operation, der besseren und sichereren Erreichbarkeit einzelner Strukturen während der Operation. Die Nachteile liegen unter anderem in einer in einigen Fällen längeren Rekonvaleszenz, in einem erhöhten Risiko von Narbenbrüchen und Wundinfektionen. 

Laparoskopische Operationen

Bei der laparoskopischen Chirurgie erfolgt der Zugang zum Operationsgebiet über ca. 5-10 mm große Hautschnitte, durch die an Stäben montierte Instrumente eingeführt werden. Der Einblick in die sogenannte Operationshöhle wird durch eine Kamera gewährleistet, die die Bilder mit 20-facher Vergrößerung auf einen Monitor überträgt. Aufgrund der im Gegensatz zu den offenen Verfahren kleineren Zugangswege wird diese Form der Operation auch Knopfloch- oder minimal-invasive Chirurgie genannt. Ein weiteres Synonym ist der Begriff (Bauch-)Spiegelung.
In den meisten Fällen erfolgt ein kleiner Schnitt in Höhe des Bauchnabels. Hier wird mittels einer speziellen Hohlnadel ein Gas (z.B. Kohlendioxid) in die Bauchhöhle eingebracht. In der so aufgeblähten Bauchhöhle ist nun erst möglich die Kamera einzubringen und die Instrumente sinnvoll einzusetzen. Am Ende der Operation werden die Instrumente und die Kamera entfernt und die Bauchhöhle wieder verschlossen.
Weitere Eingriffsorte sind z.B. der Retroperitonealraum (Raum in der Bauchhöhle, der hinter dem Bauchfell liegt) und der Thorax (Brustkorb).
Die Vorteile der Operation liegen in dem in den meisten Fällen schonenderen Zugangsweg, mit damit verbundenen geringeren Schmerzen und einem geringeren Risiko an z.B. Wundinfektionen oder Narbenbrüchen.
Die Nachteile der Operationsform liegen vor allem an der Form der Instrumente, die es zum Teil schwer macht bestimmte Areale einzusehen und zu erreichen. Weiterhin fehlt die in manchen Fällen notwendige manuelle Kontrolle bei der Operation. Urologische Operationen, die man laparoskopisch durchführen kann finden sie ebenfalls auf unserer Homepage.

Die Urologische Universitätsklinik Dresden verfügt seit Anfang 2006 über ein eigenes Da Vinci -OP-Roboter-System. Mit diesem System können urologische Eingriffe ohne einen Kompromiss bei der Radikalität, von der offenen auf die laparoskopische Technik übertragen werden. Mit dem Da Vinci-System steht eine konsequente Weiterentwicklung der laparoskopischen Technik zur Verfügung, die viele Schwachpunkte und Nachteile gegenüber der konventionellen Laparoskopie beseitig. (siehe Da VinciTM - OP - Roboter

Endoskopische Operationen

Zu den endoskopischen Operationen besteht in Dresden ein besonderes Verhältnis. Denn hier entwickelte der Berliner Max Nitze sein beleuchtetes "Kystoskop".
Bei der Endoskopie wird ein starres oder flexibles Instrument über die Harnröhre vorgeschoben. Hierbei kann diese schon inspiziert werden oder aber es erfolgt z.B. bei einer Harnröhrenenge, eine operative Sanierung - in diesem Fall eine sogenannte Harnröhrenschlitzung. Das Instrument kann auch in die Blase vorgeschoben werden. Dort kann z.B. ein bösartiger Tumor der Blase reseziert werden. Ebenso kann bei einer gutartigen Vergrößerung der direkt vor der Blase liegenden Prostata das die Miktion behindernde Gewebe reseziert werden. Desweiteren können Blasen- und Harnleitersteine zerstört und entfernt, die Harnleiter visuell inspiziert, Doppel-J-Katheter in die Harnleiter eingelegt und Kontrastmittel in die Harnleiter appliziert und diese mittels Röntgenstrahlen dargestellt werden.
Weitere endoskopische Verfahren sind die perkutanen Operationen. Dazu gehört die Perkutane Nephrolithotripsie, die zur Steinsanierung bei großen Nierensteinen angewendet wird. Hierbei wird die Niere von der Flanke aus punktiert und ein endoskopisches Instrument durch den Punktionskanal in das Nierenhohlsystem vorgeschoben. Mittels verschiedener Werkzeuge kann auch hier ein Nierenstein gegebenenfalls zerkleinert und entfernt werden. Weiterhin können perkutane Harnableitungen geschaffen werden (PNS - perkutane Nephrostomie) oder Nierenbeckenabgangsengen erweitert werden.
Eine moderne Errungenschaft in der Endoskopie ist die Verwendung von Laserstrahlen. Diese können unter anderem zur Zerstörung von Steinen, zur Zerstörung einer Harnröhrenenge oder zur Eröffnung eines engen Kelchhalses genutzt werden.
Die Vorteile liegen vor allem in der geringeren Invasivität gegenüber einer offenen oder laparoskopischen Operation. Die jüngste Entwicklung bei der Behandlung gutartiger Prostatavergrößerungen ist die eines Spezial-Lasers, der im Gegensatz zu den bisherigen Lasersystemen eine Wellenlänge von 532 nm hat. Damit liegt seine Wellenlänge im sichtbaren, grünen Bereich. Dieser so genannte Greenlight Laser hat den Vorteil, dass Licht dieser Wellenlänge optimal von Blutgefäßen und blutreichem Gewebe absorbiert wird. Diese Licht-Absorption führt zu einer Aufnahme von Energie, und das bestrahlte Gewebe verdampft, ohne dass Blut austritt. Seit August 2006 wird das Greenlight-Laser-Verfahren in der Urologischen Universitätsklinik Dresden für Prostata-Therapie angeboten.

Extrakorporale Stoßwellenlithotripsie - ESWL

Die ESWL wird zur Zerstörung von Nieren und hohen Harnleitersteinen eingesetzt. Hierbei werden die Patienten auf einem Behandlungstisch liegend mit einem Stoßwellenapplikator verbunden, dessen Stoßwellen über ein zweidimensionales Ortungssystem mittels Röntgenstrahlen auf den zu zerstörenden Stein fokussiert werden.
Vorteile dieser Form der Steinzerstörung liegen in der geringeren Invasivität und der damit verbundenen kürzeren Verweildauer im Krankenhaus.
Nachteilig ist die nicht sichere Steinzerstörung und die häufige Notwendigkeit mehrerer Sitzungen.