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Operation und nach der Operation

Operation

Erst nachdem eine Untersuchung die Operationsfähigkeit des Empfängers bestätigt und das Ergebnis der Gewebeverträglichkeitsprobe eingetroffen ist, wird die Niere aus der Verpackung entnommen, im Eiswasserbad gelagert und für die Transplantation vorbereitet. Dazu wird evtl. noch anhaftendes Fettgewebe von der Oberfläche entfernt, die Blutgefäße in ihrer Länge angepasst und das Organ nochmals mit heparinisierter Kochsalzlösung durchgespült. Eine genaue Inspektion auf Gewebsveränderungen an der Nierenoberfläche und bei der Spende nicht aufgefallene zusätzliche Blutgefäße schließt die Vorbereitung ab.

 Gelegentlich macht sich dann die Verbindung mehrerer zuführender Blutgefäße (Arterien) vor Transplantation im Eiswasserbad erforderlich. Dies ist hier mikrochirurgisch einfacher und zu bevorzugen, da die Niere noch voll gekühlt ist und somit weniger Schaden nimmt. So kann dann eine kurze sogenannte Anastomosenzeit wie bei "normaler" Gefäßversorgung erreicht werden. Eine Anastomosierung mehrerer Nierengefäße mit der Empfängerarterie kann jedoch nicht in jedem Fall vermieden werden. 

Zwischenzeitlich beginnt die Operationsvorbereitung und anschließende Narkoseeinleitung beim Empfänger, um eine möglichst rasche Transplantation zu ermöglichen. Bei der Nierentransplantation wird das Spenderorgan über einen Schnitt oberhalb der Leiste eingesetzt.

 Die Eigennieren werden dabei in aller Regel nur extrem selten simultan entfernt. Meist zeigen sich die Gründe dafür ja schon im Rahmen der Untersuchung zur Aufnahme auf die Warteliste und die Operation ist dann schon erfolgt.

 Vorteil der Transplantation ins Becken ist die gute Zugänglichkeit zu den Blutgefäße und der Harnblase für den Anschluss der Transplantationsniere (sog. Anastomosen) sowie ein gewisser Schutz für die Niere. Zudem ist das Transplantat so auch leichter zu untersuchen (Abtasten durch Arzt oder Patienten, Sonographie und eventuell Punktion zur Entnahme von Gewebeproben).

 Nach Darstellung von Vene, Arterie und Blase beim Spender wird die Niere, in Kompressen gehüllt, eingesetzt. Die Zeit des Anschlusses von Nierenvene und -arterie ist sehr kritisch, da hier trotz Kühlung mit Eiswasser für das noch nicht durchblutete Organ keine optimalen Bedingungen herrschen.

Nachdem schrittweise die Gefäße freigegeben worden sind, erfolgt auch das Entfernen der Gefäßklemmen an der Niere und das Organ ist binnen Sekunden wieder durchblutet.

 Zum Abschluss der Operation muss nun noch der Harnleiter in die Blase eingepflanzt werden. Zur Verbesserung der Einheilung erfolgt in der Regel eine innere Schienung. Diese Schiene wird dann nach ca.
 3 Wochen im Rahmen einer Blasenspiegelung entfernt. Bei günstigem stationärem Verlauf kann der Patient zwischenzeitlich nach Hause entlassen werden.

Nach der Transplantation

Nach dem Ende der Narkose beginnt für jeden Operierten die Phase der Heilung. Im Falle der Nierentransplantation ist diese durch die Unterdrückung des Immunsystems beeinflusst. Bis zur Adaptierung des Körpers an das neue Organ ist die Dosis der Immunsuppressiva besonders hoch und so ist auch ein besondere Infektionsschutz während der ersten Tage nötig. Zudem muss sich der Körper auch an die neue Situation gewöhnen. Nicht selten stellt die nun erforderliche tägliche Trinkmenge von ca. 2,5 - 3 Litern nach Jahren der Dialyse mit Einschränkung der Trinkmenge ein erstes Problem dar. Auch die Einnahme der neuen, zusätzlichen Medikamente selbst in bestimmter Regelmäßigkeit muss trainiert werden.

 Einige bereits vor der Transplantation bestehenden Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes können durch die neuen Medikamente negativ beeinflusst werden und müssen so neu eingestellt werden. Auch können Organsysteme empfindlich reagieren und so kann z.B. ein Diabetes neu auftreten.

 Erst nach einigen Wochen kann bei einer stabilen Organfunktion mit der langsamen Reduktion der Medikamente begonnen werden.

 Parallel zur Optimierung eingetretener Problemen, aber auch bei komplikationslosem Verlauf wird die Zeit genutzt, Ratschläge für die Lebensführung und Ernährungsgewohnheiten zu geben. Ziel ist es, möglichst lange das Transplantat zu erhalten.

 Leider arbeiten die neu eingepflanzten Nieren nicht immer sofort stabil und in derartigen Fällen wird eine Gewebsprobe über die feingeweblichen Veränderungen der Niere und damit den zu erwartenden weiteren Verlauf Auskunft geben. Das Ergebnis dieses fast komplikationslosen Eingriffs hat einen derartig hohen Stellenwert, dass praktisch jeder Patient nach einer Transplantation im Fall einer Befunddiskrepanz einmal in diese Situation kommt. Man kann nach Erhalt des Biopsieergebnisses im Falle eines Normalbefundes beruhigt auf die Stabilisierung der Nierenfunktion warten oder aber eine beginnende Abstoßung rechtzeitig behandeln.