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Nierenfunktion und Niereninsuffizienz

Der Mensch hat in der Regel zwei Nieren, die beidseits in der Flanke liegen und im Wesentlichen die Funktion der Reinigung des Blutes erfüllen. Sie filtern Stoffwechselprodukte, gelöste Salze (Elektrolyte) und Flüssigkeit aus dem Blut, und scheiden diese als Urin aus. Dabei entsteht zuerst etwa die zehnfache Menge an sogenanntem Primärurin durch Filtration aus dem Blut. Im Rahmen der Passage entlang eines sehr feinen Kanalsystems werden Wasser und lebenswichtige Salze zurück gewonnen, Gifte und Abfallprodukte des Stoffwechsels dem Urin weiter beigemengt.

Aber dies ist nur eine der Aufgaben, die unsere Nieren kontinuierlich Tag für Tag wahrnehmen. Ähnlich wichtig ist die Produktion zweier Hormone, die u.a. den Knochenstoffwechsel und die Blutbildung beeinflussen. Zusätzlich wird ein Mediator für die Regelung des Blutdruckes gebildet.

 Ein Versagen der Nieren (terminale Niereninsuffizienz) bedeutet einen Ausfall der Entgiftung des Blutes und damit die Notwendigkeit, sich regelmäßig einer Blutreinigung (Dialyse) zu unterziehen. Die häufigsten Ursachen für den Verlust der Nierenfunktion sind primäre Nierenerkrankungen wie Glomerulonephritiden und Nierenschädigungen durch Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) oder durch Bluthochdruck (Arterielle Hypertonie).

 Die meisten Patienten unterziehen sich drei Mal in der Woche einer Hämodialyse in einem Dialysezentrum. Dort wird das Blut in einem Dialyseapparat "gereinigt". Durch diesen Prozess werden die Stoffwechselprodukte aus dem Blutkreislauf entfernt, die nicht mehr von den Nieren ausgeschieden werden. Die anderen Funktionen der Niere können durch blutdrucksenkende Medikamente und Gabe von blutbildenden Hormonen beeinflusst werden. Einige Patienten bevorzugen die Methode der Bauchfelldialyse (Peritonealdialyse). Dabei wird nach permanenter Implantation eines Katheters der Bauchraum mit der Dialyseflüssigkeit aufgefüllt und nach einer bestimmten Zeit die so mit Stoffwechselprodukte angereicherte Flüssigkeit wieder abgelassen. Die Peritonealdialyse wird in der Regel zu Hause durchgeführt, die Fahrt ins Dialysezentrum entfällt.

 Auch die Methoden der Dialyse wurden in den letzten Jahren stetig entwickelt und ermöglichen so ein langes Überleben ohne natürliche Nierenfunktion. Hier hat auch der Einsatz des Heparin im Jahr 1944 bei der Hämodialyse durch Kolff (Niederlande) entscheidende Verbesserungen gebracht.

 Dennoch bleibt die Dialyse durch ihre diskontinuierliche Entgiftung nur ein Ersatz für eine natürliche Nierenfunktion.

 Die niereninsuffizienten Patienten müssen eine strikte Diät und eine beschränkte Trinkmenge einhalten. Durch die Notwendigkeit einer Hämodialyse ist der Patient einer starken körperlichen Belastung ausgesetzt. Außerdem ist er räumlich gebunden und kann zum Beispiel nur dorthin in Urlaub fahren, wo eine Dialyse möglich ist. Dies bedeutet für Ihn eine sehr starke Einschränkung der Lebensqualität. Außerdem kommt es häufig zu Folgeerkrankungen.