Benutzerspezifische Werkzeuge

Lebendspende

Einem Teil der niereninsuffizienten Patienten kann durch eine Nierenspende von Angehörigen geholfen werden. Auch hier regelt die Vorgehensweise das Transplantationsgesetz.

 Zunächst muss die Spende freiwillig erfolgen. Seitens des Empfängers ist natürlich die Transplantationsfähigkeit und Meldung bei Eurotransplant zwingende Vorraussetzung.

 In Deutschland ist eine Spende überwiegend nur durch Angehörige ersten Grades erlaubt. Die medizinischen Voruntersuchungen müssen eindeutig belegen, dass der Spender gesund ist. Dazu sind verschiedene medizinische Untersuchungen, die oft an Transplantationszentren durchgeführt werden, unabdingbar. Zudem schreibt das Gesetz eine lebenslange medizinische Überwachung des Spenders vor. Dies ist auch im Sinne des Spenders, denn nur so können Krankheiten frühzeitig erkannt und therapiert werden. Dies ist wohl auch der Grund, dass Spender eine höher statistische Lebenserwartung haben, als die Normalbevölkerung. Eine Studie aus Schweden hatte diese Ergebnisse gezeigt.

 Zur Vorbereitung für die Lebendspende erfolgen noch eine psychologische Konsultation sowie die Prüfung aller Unterlagen durch eine Lebendspendekommission an der jeweiligen Landesärztekammer. Die Spende muss freiwillig erfolgen.

 Die Kostenverteilung für die Lebendspende ist in Deutschland gleichfalls eindeutig geregelt: Die Spenderuntersuchungen und Operation wird durch die Krankenkasse des Empfängers übernommen wie auch die meisten anderen Kosten (Lohnausfall, Fahrtkosten). Hier ist es sinnvoll, sich zeitig mit der Krankenkasse des potentiellen Empfängers in Verbindung zusetzen. Sämtliche Krankheitskosten, die im Zusammenhang mit der Lebendspende stehen, werden über die Gesetzliche Unfallversicherung abgerechnet. Versicherungsrechtlich (z.B. Lebensversicherung) wird der Spender damit einem gesunden Versicherungsnehmer gleichgestellt.

 Leider ist die Möglichkeit einer Kurmaßnahme für den Lebendspender in Deutschland immer noch nicht gesetzlich geregelt.

Die Lebendspende stellt nicht nur für Spender und Empfänger einen Akt hoher menschlicher und moralischer Güte dar. Auch in der Klinik genießt insbesondere der Spender hohe Wertschätzung. Daneben bietet die Lebendspende einige entscheidende Vorteile gegenüber der postmortalen Spende:

    • der Eingriff ist planbar
    • sämtliche medizinischen Daten vom Spender können sorgfältig erhoben werden
    • der Operationszeitpunkt ist frei wählbar
    • die Transportzeit entfällt


So zeigen die Transplantatüberlebenskurven nach Lebendspendetransplantation einen günstigeren Langzeitverlauf im Vergleich zur Transplantation einer postmortal gespendeten Niere.