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Immunsuppression und Ernährung

Da der Organspender andere immunologische Gewebeeigenschaften aufweist als der Empfänger (außer bei Lebendspenden unter eineiigen Zwillingen), reagiert das Immunsystem des Empfängers auf das transplantierte Organ. Diese Reaktion führt zur Abstoßung und damit zur möglichen Zerstörung des transplantierten Organs. Um diese Reaktion zu verhindern bzw. sehr lange hinaus zu zögern, müssen vom Spender Medikamente, sogenannte Immunsuppressiva, eingenommen werden. Da die Dosierung einiger dieser Medikamente nach dem Blutspiegel erfolgt, müssen transplantierte Patienten dauerhaft in ärztlicher Betreuung bleiben. Dies geschieht am Anfang in einer der Transplantationssprechstunden, überwiegend an der Klinik für Nephrologie. Dabei achten wir sehr auf eine enge Zusammenarbeit mit den Nephrologen am Heimatort, die bei unproblematischem Verlauf rasch die Nachsorge übernehmen. Bei Auftreten von Problemen und Fragen - dies ist aufgrund der Komplexität der Behandlung häufig der Fall ohne jedoch für die Patienten langwierige Folgen zu haben - steht eine der Transplantationssprechstunden bzw. unser Transplantationssekretariat jederzeit zur Verfügung. Bei Notfällen sind die Urologische und Nephrologische Klinik Tag und Nacht zur Aufnahme bereit. 


Die Einnahme der Immunsuppressiva bedingt auch einige Änderungen in der Lebensführung. Grundsätzlich ist eine gesunde Ernährung in Kombination mit Bewegung und Ruhephasen empfehlenswert. In den ersten Monaten nach Transplantation ist die Dosierung der Medikament noch hoch und so auch ihre Wirkung. Obwohl es kaum verbotene Speisen gibt, sollten doch stets Obst und Gemüse geschält, Gerichte gut gekocht oder gebraten werden und auf den Zusatz getrockneter Gewürze, Verwendung von Mandeln und Nüssen sowie Speisen mit Pilzkulturen (Käse) verzichtet werden.

 Überhaupt sind Speisen mit den geringsten Anzeichen von mangelnder Frische oder gar Schimmel unbedingt zu vernichten. Die " neue" Gewohnheit des Trinkens sollte vor allem mit Tee, Säften und Mineralwasser erfolgen.

Achtung: natriumarme Mineralwässer sind nicht geeignet. Grapefruchtsaft beeinflusst die Wirkung der Medikamente ungünstig.

 Insgesamt ist neben der Küchenhygiene auch auf eine hohe Körperhygiene (Zähne) zu achten. Der Kontakt mit Tieren ist stark einzuschränken und auch die Gartenarbeit sollte zunächst nicht selbst, später vor allem mit Handschuhen erfolgen, da sich in der Erde Mikroorganismen befinden, die zu schwerwiegenden Erkrankungen führen können. Auch der ausgiebige "Hausputz" birgt bei hoher Staubentwicklung Gefahren. Hier kann ein Mundschutz hilfreich sein. Sportliche Betätigung empfehlen wir, wobei hier Risikosportarten vermieden werden sollten.

 Bei der Überlegung zu einer neuen Lebensgestaltung spielen Reisen stets eine Rolle. In stabilem Gesundheitszustand können diese natürlich erfolgen. Sinnvoll ist die Wahl des Reisezieles auch von einer gesicherten medizinischen Betreuung abhängig zu machen. Vorbeugende Impfungen sind zu empfehlen und so stellt die kurzfristige Reise in eine sehr abgelegene Region am Ursprung der Natur (sog. "Rucksack-Tourismus") eine sehr riskante Unternehmung dar.

 Über Impfungen informieren wir Sie in einer gesonderten Rubrik - Impfungen nach Nierentransplantation


 Die Lebenszeit des Transplantates hängt also sehr auch vom Umgang damit ab und wer den Konsum von Tabak nicht abstellt, schadet sich und seinem Transplantat erheblich.

 Viele Dialysepatienten sind nicht in der Lage, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Nach der Transplantation empfehlen wir und unterstützen die Umschulungen. Nicht nur die Bestätigung, auch der gesellschaftliche Kontakt bringen Selbstvertrauen und Sicherheit und unterstützen so die Regeneration des Körpers.