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Inkontinenzoperation

Inkontinenz-OPs inkl art. Sphinkter u. Kollagen-Plastik (Marchall-Marchetti, Burch-Plastik, TVT)

 Harninkontinenz ist der Verlust der Kontrolle über die Blasenentleerung, so dass unfreiwillig Urin abgeht. Inkontinenz ist ein sehr häufiges medizinisches Problem, das als Folge einer Vielzahl von Erkrankungen der Harnblase, des Schliessmuskels der Harnröhre, des Nervensystems und/oder der Muskulatur des Beckenbodens auftreten kann. Auch wenn das Symptom Inkontinenz bei älteren Menschen sehr viel häufiger als bei jüngeren auftritt, ist es nicht eine notwendige Begleiterscheinung des Alterns, die klaglos hingenommen werden sollte. Im Gegenteil, Inkontinenz kann heute sehr erfolgreich behandelt werden.

 Fast zwei Drittel aller Frauen entwickeln im Laufe des Lebens Inkontinenzprobleme. Die wenigsten suchen ärztliche Hilfe, zum Teil aus Schamgefühl und zum Teil in der irrigen Ansicht, dass dieses Problem nicht behandelbar sei. Beides ist jedoch falsch. Frühzeitige Behandlung ist auch hierbei besser, als erst Jahre abzuwarten. Eine erfolgreiche Behandlung ist in den allermeisten Fällen möglich.

 Bei Frauen tritt eine Harninkontinenz häufig als Folge von Geburtsverletzungen des Beckenbodens, von Senkungen der Blase, Gebärmutter und/oder Beckenmuskulatur oder von Funktionsstörungen der Harnröhre und Harnblase auf. Funktionelle Störungen sind häufig, können aber auch zusammen mit anderen Erkrankungen auftreten.

 Auch wenn eine Inkontinenz bei Männern sehr viel seltener vorkommt, ist auch hier in jedem Fall eine Untersuchung und Behandlung erforderlich. Die Ursachen der Inkontinenz bei Männern sind jedoch zum großen Teil andere als bei Frauen und hängen zumeist mit Prostata- oder Blasenerkrankungen zusammen. Bei Männern kann eine Inkontinenz auch als Folge Unfällen sowie von Operationen an Harnblase oder Prostata auftreten. Ursache können gelegentlich auch bösartige Erkrankungen sein.

 Vorraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung ist in jedem Fall eine gründliche urologische Untersuchung der Art und der Ursache der Inkontinenz. Hierzu sind neben einer Erforschung der genauen Art der Inkontinenzsymptome, einer körperlichen Untersuchung des Genitalbereiches und weiterführenden Ultraschall- und Röntgenuntersuchungen der Blase unter Umständen auch gründliche Untersuchungen zur Blasenfunktion durch eine sog. Urodynamik und in jedem Fall eine Blasenspiegelung erforderlich.

 Diese Untersuchungen ermöglichen es festzustellen, ob das Symptom Inkontinenz zum Beispiel aufgrund einer sogenannten Blasensenkung (bei Frauen), einer Schließmuskelschwäche oder auf Störungen der Blase selbst beruhen. Nur aufgrund eingehender Untersuchungen ist die Auswahl einer erfolgversprechenden Behandlung möglich.

 Die Therapie der Inkontinenzsymptome richtete sich nach der festgestellten Ursache und es gibt sehr unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten. Das Spektrum der Behandlungen reicht von krankengymnastischer Übungstherapie über medikamentöse Behandlungen bis zu verschiedensten operativen Verfahren. Operativ gibt es sogenannte minimal-invasive Verfahren (z.B. Kollagenunterspritzung, suburethrales Band, die TVT-Plastik) und auch größere Eingriffe bei deutlicher Beckenbodensenkung oder Senkung von Blase und Enddarm (z.B. Blasenhalsplastiken, Rekonstruktion des Beckenbodens).


 Da es in der medizinischen Literatur zahlreiche verschiedene beschriebene Operationsverfahren zur Behandlung der Inkontinenz bei Frauen gibt, ist die Auswahl des passenden Operationsverfahrens besonders wichtig. Je nach der Art der Inkontinenz und der zugrundeliegenden Störung wird das am besten geeignete Verfahren ausgewählt. Neben den klassischen Verfahren werden auch alle minimal-invasiven Operationsverfahren in der Klinik für Urologie angeboten. Im Gegensatz zu anderen Erkrankungen ist der Einsatz laparoskopischer Verfahren bei der Therapie der Inkontinenz selten sinnvoll. Auch Operationsverfahren zur Behandlung einer wiederaufgetretenen Inkontinenz nach bereits erfolgter Operation können an der Klinik für Urologie erfolgreich durchgeführt werden.

 Die Klinik und Poliklinik für Urologie des Dresdner Univ.-Klinikums ist ein anerkanntes Behandlungszentrum der Gesellschaft für Inkontinenzhilfe e.V. (GIH). Pro Woche werden 1-2 Inkontinenzeingriffe durchgeführt und ca. 10-20 Patientinnen und Patienten wegen Inkontinenz ambulant untersucht.

Termin der Inkontinenzsprechstunde:
 Mittwochs 16-18 Uhr
 Urologische Poliklinik, Fiedlerstrasse
 Telefon: 0351/ 458 2249