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Da Vinci- OP- Roboter

Die Anfänge der Medizinrobotik liegen (wie etwa auch beim Internet) im amerikanischen Militärwesen. Man wollte verwundete Soldaten oder sogar Astronauten auf Distanz mit Robotern operieren, kam jedoch wegen der weiten Übertragungswege rasch an die Grenze der technologischen Machbarkeit. Die Entwicklung war jedoch nicht mehr aufzuhalten. Die mechanische Bewegungsübertragung wurde durch eine elektronische ersetzt, womit der Schritt vom Feldroboter zum Roboterdoc getan war. Mit dem Einzug der Computertechnik in die Medizin ergab sich die Chance die Möglichkeiten der offenen Chirurgie auf laparoskopische Techniken zu übertragen. Das erste einsatzfähige System war das von der Firma Intuitive Surgical Inc. entwickelte "Da Vinci-Surgical-System". Mit diesem Roboter-System, das seit 1998 die Operationssäle insbesondere in den USA erobert, können urologische Eingriffe mit rascher Lernkurve, ohne einen Kompromiss bei der Radikalität, von der offenen auf die laparoskopische Technik übertragen werden. Mit dem Da Vinci-System® steht dem Urologen eine konsequente Weiterentwicklung der laparoskopischen Technik zur Verfügung, die viele Schwachpunkte der konventionellen "Schlüssellochchirurgie" beseitigt.

Das System besteht aus zwei Hauptkomponenten

    • der Kontrollkonsole, an welcher der Operateur während des gesamten Eingriffes sitzt und die Roboterarme unter visueller Kontrolle über den 3D-Monitor steuert (Abbildung 1)
    • den fahrbaren Stativen mit vier Armen, einem für die dreidimensionale Kamera und dreien, die mit auswechselbaren Spezialinstrumenten bestückt werden. (Abbildung 2)

Die Kontrollkonsole besitzt eine vergrößerte 3-dimensionale Anzeige des Operationsgebietes und erlaubt so eine höchst präzise Positionierung der Instrumente. Die Steuerung der Instrumente erfolgt über spezielle an der Hand befestigte Griffe ("Master"), die die Handbewegung über eine wählbare Skalierung (1:2, 1:3 oder 1:5) zitterfrei auf die Instrumente übertragen. Die Instrumente sind mit Gelenken (EndoWrist®) ausgerüstet, die mit ihren 7 Freiheitsgraden der menschlichen Hand überlegen sind. Zum Verfolgen der 3D-Anzeige im Stereo-Bildbetrachter ruht der Kopf des Chirurgen zwischen Kopfsensoren auf beiden Seiten des Betrachtungs-Ports. Die in der Anzeige sichtbaren Instrumentenspitzen sind genau an den "Masters" ausgerichtet, um eine natürliche und vorhersagbare Bewegung der Instrumente zu gewährleisten. Auf diese Weise bleiben die Hand-Augen-Koordination und das natürliche Gefühl einer offenen Operation für den Operateur erhalten.
Unterstützt wird der Operateur durch die am Operationstisch stehende Schwester und den Assistenten. Sie wechseln auf Anweisung des Operateurs die Instrumente und unterstützen ihn über zwei lateral eingebrachte Assistenztrokare.
Das Da Vinci-System® gibt dem Operateur eine direkte Kontrolle über die Bewegungen der Instrumente in Echtzeit und erlaubt es dem Operateur, offene Operationstechniken von der Konsole aus anzuwenden. Diese offenen Operationstechniken werden an der Operationsstelle sofort in minimal invasive Operationsbewegungen umgesetzt. Mit dem Da Vinci-System® hat der Operateur den Vorteil, Zugang durch kleine Einschnitte zu erhalten, ohne dabei die Fingerfertigkeit, die Präzision und die instinktiven Bewegungen offener chirurgischer Eingriffe aufzugeben. Dank der Elektronik des Da Vinci-Systems® können die Handbewegungen des Operateurs skaliert werden. Die Bewegungsskalierung sorgt dafür, dass Handbewegungen auf entsprechend geringere Bewegungen der Instumentenspitze im Operationsgebiet reduziert werden. Mehrere verschiedene Einstellungen geben dem Operateur die Möglichkeit einer optimalen Skalierung für unterschiedliche klinische Anwendungen. Die Instrumente besitzen insgesamt 6 Bewegungsfreiheitsgrade plus Greifkraft (Abbildung rechts), zwei mehr an der Spitze, als bei konventionellen endoskopischen Instrumenten üblich. Durch diese Funktionen erreichen die minimal invasive Operationsbewegungen ein neues Niveau, was den Operateur in den Stand versetzt, komplexe rekonstruktive Operationen durch kleine Einschnitte hindurch mit hoher Präzision durchzuführen. Das bedeutet, dass das Instrument exakt entsprechend der zu präparierenden Struktur (z. B. Nerv, Gefäß u.a.) ausgerichtet werden kann und nicht wie bei der konventionellen Laparoskopie das Organ entsprechend gehalten werden muss um zu präparieren.  

In der Klinik für Urologie des Universitätsklinikum Dresden wird die Da Vinci® Methode derzeit bei Prostata-, Blasen- und Nierenoperationen eingesetzt.

Postulierte Vorteile des Da Vinci® - Systems:

      • weniger Schmerzen
      • weniger Wundheilungsstörung
      • weniger Blutverlust, weniger Transfusionen
      • weniger Narben
      • kürzere Krankenhaus-Verweildauer
      • schnellere Erholung nach dem Eingriff
      • raschere Rückkehr zum "normalen Leben"
      • selteneres Auftreten von Impotenz und Inkontinenz

Nachteile:

      • hohe Investitionskosten
      • hohe Verbrauchskosten (Instrumente)

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