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Station PSY-S3 (Schwerpunktstation Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit)

Die offene Station S3 bietet mit 20 Behandlungsplätzen akute Hilfe bei jeglichen psychiatrischen Erkrankungen an, die im häuslichen Umfeld nicht mehr zu bewältigen sind. Sie steht Männern und Frauen ab 18 Jahren offen, die jeweils in hellen, frisch renovierten 2-Bett Zimmern untergebracht sind.

Der Schwerpunkt liegt auf der Behandlung von Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit und den damit verbundenen psychischen und körperlichen Begleiterkrankungen. Daneben werden Gruppentherapien für Patienten mit schizophrenen Psychosen angeboten. Das in der Regel dreiwöchige Suchttherapieangebot beinhaltet nötigenfalls als erstes die körperliche Entgiftung (Entzug). Darüber hinaus bieten wir psychotherapeutische Unterstützung beim Überdenken von Ursachen und Folgen bisherigen Suchtmittelkonsums und helfen dabei, Schlussfolgerungen für das Alltagsleben zu finden und diese praktisch umzusetzen. Dazu stellen wir auch Kontakte zwischen den Patienten und Suchtberatungsstellen sowie Selbsthilfegruppen her. Diese Therapie wird von einem Team von Ärzten, Psychologen, Krankenschwestern, Sozialarbeitern sowie Ergo- und Musiktherapeuten angeboten und von einem Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie mit anerkannter Fachkunde in Suchtmedizin geleitet. Die einzelnen Bestandteile werden in einem tagesfüllenden Programm angeboten, das einer Art „Stundenplan“ folgt.

Es umfasst unter anderem: ärztliche Einzelgespräche, ärztliche Gruppenvisiten (medizinische Informationen und Erfahrungen über Suchterkrankungen), Informationsgruppe (Information und Diskussion von allem Wissenswerten zur Alkoholerkrankung), Gruppengesprächstherapie (persönliche Analyse von Abhängigkeitsentwicklung und Rückfallsituationen sowie deren Diskussion in der Gruppe), Gruppentraining zur Bewältigung von „Verführungssituationen“, Entspannungsgruppe (progressive Muskelrelaxation nach Jacobson), angeleitetes kognitives Training, die „Phantasie- und Märchenreise“ (Förderung von Kreativität und Phantasie zusammen mit Entspannung, Beruhigung und Erholung), Frühsportgruppe, ergotherapeutischen Gruppen (verbunden mit Training sozialer Kompetenzen im Umgang mit Mitmenschen) sowie Tagesauswertung (Bilanz der Erlebnisse und Erkenntnisse des abgelaufenen Tages). Für Angehörige der Patienten besteht das Angebot einer frühabendlichen Informations- und Aussprachegruppe.

Gleichzeitig untersuchen wir ausführlich, ob etwa schon körperliche Folgeschäden des Suchtmittelkonsums aufgetreten sind (z.B. Leberzirrhose, Nervenschädigungen, Herzschwäche oder Erkrankungen des Magens und der Bauchspeicheldrüse). Nötigenfalls beginnen wir sofort mit der notwendigen Behandlung. Dabei arbeiten wir eng mit allen anderen Abteilungen des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus zusammen, dessen umfassende Möglichkeiten zu Diagnostik und Therapie unseren Patienten zugute kommen.

Oberärztliche Leitung:

PD Dr. med. M. Pilhatsch