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IVPOWER – Wirksamkeit und Effizienz von Verträgen zur Integrierten Versorgung von Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen unter Realweltbedingungen bei besonderer Berücksichtigung der Verbesserung von Empowerment und Lebensqualität

Drittmittelgeber
Bundesministerium für Gesundheit

Projektzeitraum
2013 – 2016

Projektleitung
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie II der Universität Ulm am Bezirkskrankenhaus Günzburg
Prof. Dr. rer. soc. Reinhold Kilian (Gesamt-Projektleitung)

MitarbeiterInnen der AG Psychiatrische Versorgungsforschung
Julia Walendzik, Marco Holzmann


Projektinhalt

Hintergrund
Gegenwärtig werden in Deutschland verschiedene Modelle zur Verbesserung der psychiatrischen Versorgung erprobt. Im Mittelpunkt steht dabei die Verbesserung der Lebensqualität und der Möglichkeit zur selbstständigen Lebensgestaltung (Empowerment) von Menschen mit psychischen Erkrankungen. Diese Studie dient der Evaluation verschiedener psychiatrischer Versorgungskonzepte. Die Erkenntnisse, die mit dieser Studie gewonnen werden, sollen dem besseren Verständnis des Bedarfs an ambulanter und stationärer psychiatrischer Versorgung dienen und könnten in Zukunft zur Weiterentwicklung von bestehenden Versorgungsmodellen beitragen.

Ziele
Die im Rahmen der Studie untersuchten Programme zur integrierten psychiatrischen Versorgung werden gegenwärtig in verschiedenen Teilen Deutschlands erprobt. Systematische Daten zur Wirksamkeit und Effizienz liegen jedoch bisher nicht vor. Die Ergebnisse der Untersuchungen sollen Leistungs- und Kostenträgern Daten darüber liefern inwiefern diese Programme in ihrer gegenwärtigen Form zur Verbesserung der psychiatrischen Behandlung, insbesondere im Hinblick auf die Überwindung bestehender Defizite an den Schnittstellen zwischen ambulanter und stationärer psychiatrischer Versorgung, führen und dadurch die Ergebnisqualität der Behandlung aus der Perspektive der Patienten, der Kostenträger und der Volkswirtschaft steigern. Darüber hinaus soll die Untersuchung Hinweise auf Defizite des aktuellen NWpG Modells und Möglichkeiten zu ihrer Überwindung liefern.

Methode
Gegenstand des Projektes ist die überregionale Analyse der Wirksamkeit (effectiveness) und der Kosten-Wirksamkeit (cost-effectiveness) der IV Verträge nach dem Modell des Netzwerks psychische Gesundheit (NWpG) im Vergleich zur psychiatrischen Standardversorgung unter Real­welt­bedingungen. Die Studie findet in fünf verschiedenen Regionen in Deutschland statt (Berlin, Dresden, Schleswig-Holstein, München, Rheinland). Im Rahmen der Studie werden die Patienten und deren Angehörige über einen Zeitraum von zwei Jahren zu vier Zeitpunkten im Abstand von sechs Monaten befragt. Die Befragung umfasst Informationen zu dem Gesundheitszustand, zu der Lebensqualität und zur Einschätzung der Selbstständigkeit der Lebensführung der Patienten. Darüber hinaus werden Informationen zu den in Anspruch genommenen medizinischen und psychotherapeutischen Behandlungsangeboten erfasst.

Projektpartner
Birgit Görres, Dachverband Gemeindepsychiatrie e.V.
Kay Herklotz, Medizinisch-therapeutisches Versorgungszentrum Dresden gGmbH
Stephanie Lerf, Gesellschaft für innovatives Gesundheitsmanagement mbH AWOLYSIS
Holger Steckermaier, Gemeinnützige GmbH des Projektvereins
Gisela Riederle, KIELER FENSTER
Wolfgang Faulbaum-Decke, Brücke Schleswig-Holstein
Marius Greuèl, MVZ-Pinel gGmbH
Dr. Thomas Floeth, NiG Pinel gGmbH
Dr. Nils Greve, GpG NRW PTV Solingen 


Projektbezogene Publikationen

Mueller-Stierlin AS, Helmbrecht MJ, Herder K, Prinz S, Rosenfeld N, Walendzik J, Holzmann M, Dinc U, Schützwohl M, Becker, T, Kilian R. (2017). Does one size really fit all? The effectiveness of a non-diagnosis-specific integrated mental health care program in Germany in a prospective, parallel-group controlled multi-centre trial. BMC Psychiatry, 17: 283

Stierlin A, Becker T, Schützwohl M, Kilian R (2014). Integrierte Versorgung in der Psychiatrie – ein Versorgungskonzept auf dem Prüfstand. In: M. Wolfersdorf, G. Laux (Hrsg.). Forschungskongress der Fachkliniken der bayerischen Bezirke: Kloster Irrsee 2013. (S. 154-170). Regensburg: Roderer Verlag.