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Sind Ihre Kunstgelenke wirklich gefährlich?

Sehr geehrte Patientinnen und Patienten,

aufgrund der jüngsten Meldungen in Presse und Fernsehen und der daraus möglicherweise resultierenden Verunsicherung, möchten wir Sie an dieser Stelle über die bei uns verwendeten Implantate und die etablierten Sicherheitsmaßnahmen informieren.

  • Grundlage für den Einsatz von Kunstgelenken ist ein abgestimmtes Vorgehen in einem Einkaufsverbund deutscher Universitätsklinika, bei dem die nachgewiesene Implantatqualität (u.a. Beleg guter Standzeiten durch wissenschaftliche Untersuchungen wie z.B. Ergebnisse von internationalen Registern) wesentliches Entscheidungskriterium für den Kauf ist.
  • Alle Implantate sind lückenlos nachverfolgbar. Somit ist sichergestellt, dass im sehr unwahrscheinlichen Falle eines Rückrufs die betroffenen Patienten umgehend kontaktiert werden können.
  • Das Universitätszentrum für Orthopädie & Unfallchirurgie gehört zu den Kliniken in Deutschland, die sämtliche Versorgungen anonymisiert in das Endoprothesenregister Deutschland (EPRD) einbringen (sofern die Patienten dazu einwilligen) und stellt damit die unabhängige Prüfung von Qualitätsstandards sicher.
  • Als zertifiziertes EndoProthetikZentrum (EPZ) der Maximalversorgung ist sichergestellt, dass anerkannte Standards implementiert sind. Des Weiteren erfolgt eine jährliche Überprüfung der Behandlungsergebnisse durch unabhängige Fachexperten.
  • Zusätzlich ist durch das Dresdner Hüft- und Knieregister eine Nachverfolgung der Behandlungsergebnisse mit Vorbildcharakter etabliert. Allen Patienten wird die Teilnahme sowie eine klinische Nachkontrolle angeboten.
  • Das Universitätszentrum für Orthopädie & Unfallchirurgie gehört zu den Einrichtungen die Studien mit Endoprothesen durchführen (in verschiedenen Beiträgen wurde bemängelt, dass solche Studien häufig fehlen würden). Dazu werden die Patienten im Vorfeld um ihre Teilnahme gebeten und dann langfristig nachbeobachtet.
  • Mitarbeiter des Universitätszentrum für Orthopädie & Unfallchirurgie sind wesentlich an der Entwicklung von Qualitätsinitiativen in der Endoprothetik beteiligt:

- EPRD - Endoprothesenregister Deutschland (Prof. Günther Exekutivkommittee, Prof. Lützner AG Auswertung & Studien)

- EndoCert – zertifizierte EndoProthetikZentren (Prof. Günther Zertifizierungskommission)

  • Auch hinsichtlich der immer wieder kritisierten Mengensteigerung bei Kunstgelenkoperationen sind Mitarbeiter des Universitätszentrum für Orthopädie & Unfallchirurgie gemeinsam mit Vertretern von Fachgesellschaften, Krankenkassen und Patientenvertretern im Rahmen der EKIT-Initiative beteiligt, um enstprechende Indikationskriterien für den Kunstgelenkersatz festzulegen:

- Indikationskriterien Knieendoprothese (Prof. Lützner, Prof. Günther)
- Indikationskriterien Hüftendoprothese (Prof. Günther, Dr. Postler, derzeit in Arbeit)

Mit allen diesen Maßnahmen versuchen wir Ihren Kunstgelenkeingriff so sicher wie möglich zu gestalten. Dennoch gibt es natürlich Risiken und mögliche Komplikationen, die wir im Rahmen der ambulanten Vorbereitung mit den Patienten besprechen. Zusätzlich haben wir in der Dresdner Schule für Orthopädie & Unfallchirurgie umfangreiche Informationsmaterialien erstellt, die Ihnen vor und nach der Operation helfen sollen.

Durch all diese Maßnahmen können wir ein sehr hohes Maß an Sicherheit bieten, was sich letztlich in einer hohen Patientenzufriedenheit widerspiegelt.

Zufriedenheit mit Endoprothese
Abbildung: Zufriedenheit mit dem Operationsergebnis 1 Jahr nach Hüft- und Knieendoprothese (Operation in den Jahren 2015-2017)

Wir hoffen Ihnen damit eventuelle Unsicherheiten hinsichtlich Ihrer Kunstgelenkoperation genommen zu haben und beantworten weitergehende Fragen selbstverständlich bei einer Vorstellung.