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Akustikusneurinome

Akustikusneurinome (AKN) nehmen ihren Ursprung meist vom unteren Ast des Gleichgewichtsnerven N. vestibularis Pars inferior, weshalb man sie auch als Vestibularisschwannome bezeichnet.

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Akustikusneurinome sind gutartige Tumore und treten in einer Frequenz von ca. 3% unter den Hirntumoren auf. Die ersten Symptome sind Gleichgewichtsstörungen, gefolgt von Hörstörungen, einem Tinnitus, bis hin zu Hörstürzen.

Man unterteilt die Tumoren nach ihrer Größe in vier Grade ein:

  • Grad 1: intrameataler Tumor, Größe 1-10 mm
  • Grad 2: intrameataler und intrazisternaler Tumor, Größe 20 mm
  • Grad 3: der Tumor reicht bis zum Hirnstamm, Größe < 30 mm
  • Grad 4: Kompression des Hirnstamms, Größe > 30 mm

Warum „Wait and Scan“?

Der Tumor wächst sehr langsam, in der Regel 1-2 mm/Jahr. Er kann jedoch als Ausnahme auch schubweise schneller wachsen. Daher ist bei der Erstdiagnose zunächst eine Verlaufsbeobachtung sinnvoll. Stellt man fest, dass der Tumor langsam an Größe zunimmt, sollte man sich zu einer aktiven Therapie, d.h. Operation oder Strahlentherapie entschließen. Bei großen Tumoren, die den Hirnstamm bereits erreicht haben und ihn komprimieren, muss operiert werden, um die Raumforderung zu beseitigen.

D.h. Grad 3 und 4 Tumoren sollten operativ entfernt werden. In den übrigen Fällen muss die Entscheidung zur weiteren Therapie, d.h. Operation oder Strahlentherapie, gemeinsam mit Ihnen als Patient getroffen werden.

Das chirurgische Vorgehen

Es handelt sich um eine anspruchsvolle Operation, da es gilt die Hirnnerven, d.h. den N. facialis, der die Gesichtsmuskulatur innerviert, und den Hör-und Gleichgewichtsnerven, den N. vestibulocochlearis zu erhalten. Beide verlaufen gemeinsam im Gehörgang. Den N. facialis kann man in der Regel in > 95% in seiner Kontinuität erhalten. Ein guter Funktionserhalt ist in ca. 90% zu erwarten. Die Funktionen werden nach der House-Brackmann-Skala eingeteilt, dabei besteht nach House-Brackmann 1 und 2 ein hervorragender Funktionserhalt mit komplettem Lidschluss und einer kaum zu bemerkenden Gesichtsasymmetrie.
Das funktionelle Hören kann in ca. 50% erhalten werden. Dies hängt jedoch wesentlich von der Größe der Tumoren ab. Bei Grad 1 Tumoren liegt der Hörerhalt bei >90%, während bei Grad IV Tumoren in 20 bis 30% ein Hörerhalt zu erwarten ist.

Die Klinik für Neurochirurgie verfügt über eine langjährige und ausgewiesene operative Erfahrung in der Behandlung dieses Tumors.
Wir stehen in engem Kontakt mit der VAN Selbsthilfegruppe. Wir beraten Sie gerne.
Bitte wenden Sie sich bei Fragen an unsere Ambulanz oder unsere Privatambulanz.