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Therapierefraktäre Schmerzsyndrome

Seit Anfang der 90er Jahre ist der Einsatz von implantierbaren Neuromodulationssystemen (Nervenstimu-
latoren und Medikamentenpumpen) zur Behandlung chronischer Schmerzzustände und zur Linderung schwerer spastischer Bewegungsstörungen fester Bestandteil unseres Therapiespektrums. 

Nachdem eine ursächliche Therapieoption ausgeschlossen ist, werden Patienten mit chronischen Schmerzen zunächst medikamentös (Tabletten, Tropfen, Pflaster) behandelt. Bei fortschreitendem Krankheitsverlauf steigt der Medikamentenbedarf in einigen Fällen drastisch an. Das kann dazu führen, dass einige Schmerzzustände selbst mit stärksten Mitteln (Morphin) nicht mehr ausreichend gelindert werden können oder schwere Nebenwirkungen (z. B. Magenunverträglichkeit, Müdigkeit) eine weitere Dosissteigerung verhindern.

Elektrische Rückenmarksstimulation

Diese Therapiemethode wird hauptsächlich bei langwierigen Schmerzzuständen angewandt, die durch schmerzeine direkte Bedrängung oder Verletzung von Nerven verursacht sind.

z. B. narbige Nervenwurzelumscheidung nach Bandscheibenoperation

Andere Indikationen sind u. a. der Morbus Sudeck, Phantomschmerzen oder die mit anderen Mitteln nicht mehr behandelbare Durchblutungsstörung von Extremitäten.
 

Elektrische Rückenmarksstimulation bei schwersten Durchblutungsstörungen der Extremitäten

Elektrische Nervenstimulation

Bei genau lokalisierbaren Läsionen von Nerven in der Körperperipherie oder konservativ und operativ nicht ausreichend gelinderten Gesichtsschmerzen kann oftmals die elektrische Nervenstimulation mit Erfolg angewandt werden. Eine ursächliche Behandlungsmöglichkeit der Trigeminusneuralgie besteht in der Abpolsterung des Gesichtsnerves gegen ein pulsierendes Gefäß, das häufig an der Nerveneintrittsstelle am Hirnstamm entlang zieht (Operation nach Jannetta). Bei der Trigeminusneuralgie besteht somit nur noch in ausgewählten Fällen die Notwendigkeit einer Thermokoagulation (Hitzeschädigung) des Gesichtsnerves.

Medikamentenpumpen in der Behandlung schwerster chronischer Schmerzen

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Für Patienten mit schwersten chronischen Schmerzen stellt die Gabe von Morphin in den Rückenmarkskanal oder die Hirnventrikel mit Hilfe einer vollimplantierbaren Medikamentenpumpe eine erfolgversprechende Alternative dar.

Es wird eine wirkungsvolle Schmerzunterdrückung mit sehr geringen Morphindosen erzielt, wodurch medikamentöse Nebenwirkungen reduziert werden können.

 Vollimplantierbare Medikamentenpumpe zur rückenmarksnahen Gabe von Morphin und Baclofen mit Steuergeräten für Arzt und Patient

Medikamentenpumpen in der Behandlung schwerer schmerzhafter Spastik

Patienten mit schweren Hirn- und Rückenmarksverletzungen, Multipler Sklerose sowie Infantiler Zerebralparese leiden oft unter einer schmerzhaften Muskelverspannung (Spastik). Diese kann die Umlagerung, das Sitzen und die persönliche Hygiene stark erschweren oder ganz unmöglich machen.

Sofern alle konservativen Therapieansätze (Medikamente, Physiotherapie, Injektionen von Botulinum-Toxin) versagt haben, ist die Gabe von Baclofen in den Rückenmarkskanal mit Hilfe einer vollimplantierbaren Infusionspumpe eine aussichtsreiche Therapiemethode.