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Projekte

Berührungsgeschwindigkeit der taktilen Interaktion bei Frühgeborenen

Im Rahmen der Studie soll untersucht werden, wie Eltern ihre frühgeborenen Kinder streicheln und wie diese darauf reagieren. Daraus können wichtige Schlussfolgerungen abgeleitet werden, wie eine Babymassage bei Frühgeborenen optimal durchgeführt werden kann.

Berührung ist ein wichtiger Bestandteil unserer sozialen Interaktion; sie wird nach neuesten Untersuchungen von spezialisierten Nervenfasern, den marklosen C-Nervenfasern weitergeleitet. Diese Fasern sind speziell auf die Übertragung angenehmer Streichelberührungen ausgerichtet. Aktuelle Studien zeigen, dass termingeborene Babys sich gut beruhigen lassen, wenn sie so gestreichelt werden, dass diese Fasern optimal stimuliert werden. Für frühgeborene Kinder ist eine solche „optimale Streichelgeschwindigkeit“ bislang nicht ermittelt worden. Es lässt sich jedoch leicht denken, dass auch diese Kinder und ihre Eltern von Kenntnis und Berücksichtigung einer solchen Streichelgeschwindigkeit profitieren würden. Im Rahmen der Pflegeanleitungen durch das FamilieNetz werden Eltern auch darin begleitet, eine Babymassage bei ihrem Kind als gemeinsame Berührungserfahrung durchzuführen; für die Anleitung ist es sehr wichtig, über weiteres Wissen betreffend eine optimale Streichelgeschwindigkeit verfügen zu können.

Die Studie wird durch die Klinik und Poliklinik für Psychotherapie und Psychosomatik in Zusammenarbeit mit der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin, Fachbereich Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin durchgeführt.

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Feto-Neonataler Pfad

Der Feto-Neonatale Pfad ist ein Projekt, das eine aufeinander abgestimmte, strukturierte Versorgung von Schwangeren umfasst, die ein anamnestisches Risiko für eine Fetale Wachstumsrestriktion (FWR) bzw. Präeklampsie aufweisen.

Eine Fetale Wachstumsrestriktion (FWR) führt zu einem langsamen Wachstum des Babys im Mutterleib und hat verschiedene Ursachen. Das beeinträchtigte Wachstum kann u. a. zu einer Frühgeburt und langfristigen Problemen führen. Darum ist eine Vermeidung dieser Wachstumsbeeinträchtigung wichtig. Eine Präeklampsie (Schwangerschaftsvergiftung) ist ein Krankheitsbild, das vorwiegend ab der 20. Schwangerschaftswoche auftritt und für Mutter und Kind lebensbedrohlich sein kann. Zum Schutz der Schwangeren und des Kindes ist eine engmaschige Überwachung dringend nötig, falls ein Risiko für eine Präeklampsie besteht. Ungefähr jede 100. Frau hat Hinweise für ein erhöhtes Risiko einer FWR oder Präeklampsie in der Krankenvorgeschichte. Bei 82 % dieser Frauen bestätigt sich dieses Risiko durch spezielle Blut- und Ultraschalluntersuchungen. Diese Frauen benötigen eine besondere Betreuung in der Schwangerschaft.

Der Feto-Neonatale Pfad ermöglicht sowohl die Blut- und Ultraschalluntersuchungen als auch die eventuell notwendige besondere Betreuung. Der Pfad wird durch den Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) finanziert und deutschlandweit erstmalig in Ostsachsen und -thüringen eingeführt. Durch eine frühzeitige Erkennung der FWR/Präeklampsie ab der 10. Schwangerschaftswoche und die anschließend enge Zusammenarbeit von Pränatalmedizinern, Neonatologen, Psychologen und Kinderärzten soll mithilfe eines abgestimmten Behandlungskonzepts eine bessere Versorgung der Frau und Ihres Kindes erreicht werden. Bewährt sich dieser Behandlungspfad in der Praxis, dann soll er deutschlandweit eingeführt werden. 

Erste Informationen zum Versorgungspfad finden Sie unter "Feto-Neonataler Pfad im Film erklärt" dargestellt; weitergehend können Sie sich auch auf den Internetseiten des Dresdner Universitätsklinikums zum Feto-Neonatalen Pfad und der Jenaer Universitäts-Geburtsmedizin informieren.

Das FamilieNetz ist für den Standort Ostsachsen in die psychologische Versorgung der Schwangeren mit einem Risiko für eine FWR bzw. Präeklampsie einbezogen; nähere Informationen hierzu finden Sie auf diesem Informationsblatt.

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EcoCare-Pin – Studie zu Lebensqualität und Entwicklung von Kindern in Sachsen

Ziel von EcoCare-PIn (Early comprehensive Care of Preterm Infants – effects on quality of life, childhood development, and healthcare utilization; weitere Informationen hier) ist die Beantwortung der Frage, welche kurz- und langfristigen Effekte eine zu frühe Geburt und damit zusammenhängende Gesundheitsprobleme im Säuglingsalter auf die kindliche Entwicklung, die spätere kindliche und familiäre Lebensqualität sowie die Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen und damit verbundene Kosten haben. Hierfür werden im Rahmen der Studie hinsichtlich der genannten Parameter die Daten von früh- und reifgeborenen Kindern verglichen. Zusätzlich soll die Wirksamkeit existierender psychologisch-sozialmedizinischer Betreuungsprogramme für frühgeborene Kinder und ihre Familien untersucht werden.

Die Studie wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert (Fördernummer BMBF 01GY1323) und vom Zentrum für Evidenzbasierte Gesundheitsversorgung (ZEGV) und dem Fachbereich Neonatologie/Pädiatrische Intensivmedizin der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums mit Unterstützung der AOK PLUS und des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz durchgeführt.

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Bedarfserfassung für eine psychologisch-sozialmedizinische Beratung innerhalb der ersten drei Lebensjahre des Früh- oder Risikogeborenen

Gegenstand des Projektes ist die Erfassung des Unterstützungsbedarfs von Familien mit einem Frühgeborenen oder Risikogeborenen nach Entlassung von der neonatologischen Station innerhalb der ersten drei Lebensjahre. Dabei steht die Frage im Vordergrund, welches Maß an Begleitung, Beratung und ggf. Weitervermittlung in therapeutische Angebote notwendig ist, um Eltern langfristig beim Aufbau einer organisierten Eltern-Kind-Bindung zu unterstützen sowie kindlichen Entwicklungsstörungen und elterlichen bzw. familiären Anpassungsstörungen vorzubeugen. Der Unterstützungsbedarf der Familien wird sowohl aus inhaltlicher als auch organisatorischer Perspektive erfasst. Eingesetzt werden Selbst- und Fremdbeurteilungsverfahren. Es besteht eine enge Zusammenarbeit mit der Entwicklungsambulanz des Fachbereichs Neonatologie/Pädiatrische Intensivmedizin, welche Nachsorgetermine mit dem Schwerpunkt der medizinischen Befunderhebung für Frühgeborene mit besonderen perinatalen Risiken anbietet.

Ansprechpartnerin

Dipl.-Psych. Patricia Neutzner

SIGNAL-Train

Das Projekt „SIGNAL-Train“ zielt auf die Entwicklung und Evaluation eines feedbackfähigen Lehr-Lern-Programms auf Grundlage eines bestehenden videogestützten Feinfühligkeitstrainings für Eltern frühgeborener Kinder. Mit Hilfe dieses Trainingstools soll die Eltern-Kind-Interaktion frühzeitig präventiv unterstützt, die Voraussetzungen für eine optimale Bindungsentwicklung gefördert und die neurokognitive Entwicklung des Kindes verbessert werden. In seiner bisherigen Konzeption ist das Training personalintensiv. Die mit dem hier vorgestellten Projekt verbundene Digitalisierung und Administration über eine Smartphone-App steht an. Damit findet es sich in einer Tradition z. B. mit einer Entlassungs-DVD (Schlittenhart, 2011) und soll modellhaft zeigen, wie „smarte Technik“ im „Informationszeitalter“ im Bereich der Elternbildung gewinnbringend eingesetzt werden kann.

Ansprechpartnerin

Dipl.-Psych. Josephin Jahnke


Abgeschlossene Projekte