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Leistungen

Welche Kinder haben Anspruch auf Palliativversorgung?

Als Kinderpalliativversorger begleiten wir nicht nur Kinder und Jugendliche mit onkologischen Diagnosen.  Mehr als zwei Drittel der Patienten in der Kinderpalliativversorgung haben neuropädiatrische Erkrankungen, sind schwerst mehrfach behindert, haben Herzfehler, pulmonale Erkrankungen oder starke Einschränkungen anderer Organsysteme. Viele der Krankheitsbilder sind selten oder vererbbar.

Die ACT (Association for children`s palliative care) hat dieses breite Spektrum an Erkrankungen in vier Gruppen eingeteilt:

  • Lebensbedrohliche Erkrankungen mit unklarem Therapieausgang (z.B. Krebserkrankungen, Organversagen nach Transplantation, langzeitbeatmete Kinder)
  • Erkrankungen, bei denen durch intensive Behandlung eine Lebensverlängerung bei guter Lebensqualität erreicht wird (z.B. Mukoviszidose, Muskeldystrophie Duchenne, spinale Muskelatrophie).
  • Erkrankungen, die wegen fehlender Therapiemöglichkeiten kontinuierlich fortschreiten und bei denen sich die Behandlungsmaßnahmen an den Symptomen orientieren (z.B. Mukopolysaccharidosen und andere neurodegenerative Erkrankungen).
  • Erkrankungen mit schweren neurologischen Behinderungen und hoher Anfälligkeit für gesundheitliche Komplikationen mit unvorhersehbarer Verschlechterung (z.B. Zerebralparese, schwere Einschränkungen nach Schädigung des Gehirns oder des Rückenmarks)

Kinder und Jugendliche mit diesen Erkrankungen sollen Zugang zur Palliativversorgung haben.

Wie unterstützt das Kinderpalliativzentrum im stationären Bereich?

Auf der Basis jahrelanger guter Zusammenarbeit zwischen dem Brückenprojekt im Rahmen der SAPV und externen Kliniken für Kinder- und Jugendmedizin in Sachsen hat sich neben der ambulanten Versorgung von Kindern und Jugendlichen die Beratung und Mitversorgung von stationären Patienten entwickelt. Diese Leistung wird auf Anfrage der externen Kliniken telefonisch als auch aufsuchend durch das Kinderpalliativzentrum erbracht. Darüber hinaus kann die Unterstützung im stationären Bereich in Form von Sichtung und Bewertung von Patientenakten und Abgabe von Behandlungsempfehlungen erfolgen.

Wie gelingt Kinderpalliativversorgung zu Hause?

Die palliative Begleitung und Versorgung von Kindern und Jugendlichen in ihrem Zuhause ist im Rahmen der Spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV-KJ) möglich.

Die SAPV-KJ wird in Sachsen seit vielen Jahren vom „Brückenprojekt“ geleistet. Das Brückenprojekt ist ein Team aus speziell ausgebildeten Kinderärzten, Kinderkrankenschwestern und -pflegern und psychosozialen Mitarbeitern mit Zusatzausbildung in der Kinderpalliativversorgung.

Die Versorgung zu Hause kann schon früh nach Diagnosestellung, in Krisensituationen oder auch am Lebensende erfolgen und geschieht in enger Zusammenarbeit mit Versorgern aus dem Umfeld der Familie wie dem Kinderarzt, einem Pflegedienst, dem ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst, Physiotherapeuten und anderen. Das Team des Brückenprojekts orientiert sich am individuellen Bedarf und den Wünschen des Patienten und seiner Familie und arbeitet eng mit den jeweils beteiligten Kooperationspartnern zusammen.

Ziele der SAPV-KJ sind:

  • Verbesserung bzw. Erhalt der individuellen Lebensqualität
  • Linderung von Symptomen    

Die Aufgaben der SAPV-KJ umfassen:

  • Durchführung einer Bedarfserfassung
  • Durchführung von Beratungsleistung
  • Koordination der Versorgung
  • Durchführung und Anleitung in Behandlungsmaßnahmen
  • Angebot eines 24h aufsuchenden Rufbereitschaftsdienstes, ärztlich und pflegerisch

Für die Durchführung der Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung für Kinder und Jugendliche ist das Vorliegen einer gültigen Verordnung (Muster 63) ausgefüllt durch einen Arzt notwendig.

Für Rückfragen stehen wir gern zur Verfügung.

Weitere Informationen: Website des Brückenprojekts

Was beinhaltet perinatale Palliativversorgung?

Mit dem Angebot einer interdisziplinären und multiprofessionellen pränatalen Beratung am Universitäts- Kinder- und Frauenzentrum (UKF) wird eine umfassende Beratung von Eltern ermöglicht, bei deren ungeborenem Kind eine lebenslimitierende Erkrankung festgestellt wurde oder der Verdacht darauf besteht.
Umfassende Beratung bedeutet die koordinierte Einbindung aller für das diagnostizierte Krankheitsbild relevanten medizinischen Fachdisziplinen in enger Kooperation mit psychosozialer Beratung. Die notwendige fachliche Expertise hierfür ist in großen Teilen am UKF und darüber hinaus am Universitätsklinikum Dresden vorhanden.
Das Angebot beinhaltet psychologische Krisen- und Konfliktberatung, rechtliche, soziale und medizinische Informationsvermittlung sowie die Vermittlung von weiterführenden Hilfen. Die Beratung soll die Schwangere / die Eltern in ihrer Entscheidungsfähigkeit stärken und je nach getroffener Entscheidung weitere spezifische Unterstützungsmöglichkeiten anbieten und / oder vermitteln.

Bei Wunsch nach palliativer Geburt kann diese am Universitätsklinikum Dresden begleitet oder an externe Kliniken übergeleitet werden.

Bei Geburt im Universitätsklinikum wird die Versorgung in enger Kooperation zwischen dem Sächsischen Kinderpalliativzentrum, der Geburtshilfe und der Neonatologie erfolgen. Bei Entbindung in einer externen Klinik kann das Sächsische Kinderpalliativzentrum seine Expertise in Form von Beratung oder Mitversorgung im stationären Setting anbieten.

Kooperationen:

Welche Fort- und Weiterbildungsangebote gibt es?

Studium der Humanmedizin

  • Fallseminar Im Rahmen des QB 13
  • Vorlesung Pädiatrische Palliativversorgung im Rahmen des QB 13
  • Fortbildung der Studierenden im letzten Studienjahr
  • Wahlfach „Palliativversorgung“

Ausbildung zur Gesundheits- und Kinderkrankenpflege

  • Seminar zur pädiatrischen Palliativversorgung
  • Option der Praxiseinsatzes im Kinderpalliativzentrum

Weiterbildung Zusatzbezeichnung Palliativmedizin

Praxistage (in Zusammenarbeit mit der Akademie für Palliativmedizin und Hospizarbeit Dresden)

Weitere Informationen: Akademie für Palliativmedizin und Hospizarbeit Dresden