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Roboterchirurgie

Bereits seit 2009 werden gynäkologische Operationen auch mittels Roboterchirurgie an der Frauenklinik des Universitätsklinikums Dresden angeboten. Seit Januar 2013 nutzen wir nun gemeinsam die neueste Generation des da Vinci SI mit 4 computergesteuerten Opertionsarmen und 2 Steuerkonsolen.

Was verbirgt sich hinter dem computer- und roboterassistierten Operieren?

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Roboterchirurgie - Bild 1

Grundlage dieser Form des Operierens ist die Bauchspiegelung (Laparoskopie) oder auch „Schlüssellochchirurgie“. Die Laparoskopie ist eine sehr schonende Form des Operierens, bei der mit Hilfe von verlängerten Instrumenten über kleine Öffnungen der Bauchdecke in dem mit CO2 – Gas gefülltem Bauch die Operation vorgenommen wird. Über eine eingebrachte Kamera mit Lichtquelle kann der Operateur seine Arbeitsschritte auf einem Bildschirm verfolgen. Diese Form des Operierens hat entscheidende Vorteile für die Patientin: die Wunden sind sehr klein und heilen dadurch besser, der Blutverlust ist geringer, die Patientinnen erholen sich schneller, haben weniger Beschwerden und können früher wieder nach Hause gehen. Besonders für ältere und kranke Patientinnen, die unter Operationen mehr leiden,  verschafft das laparoskopische Operieren Vorteile. Doch es gibt auch Einschränkungen dieser „klassischen“ Bauchspiegelung. Laparoskopisches Operieren erfordert viel Übung und Geduld. Häufig sind die Operationszeiten länger und es ist mühsamer mit den kleinen etwas unhandlichen Instrumenten die Operation auszuführen. Einige Operationsschritte sind auf Grund der eingeschränkten Beweglichkeit der Instrumente z.B. bei extrem übergewichtigen Patientinnen gar nicht möglich. In dieser Situation ist das computer- und roboterassistierte Operieren mit dem „da Vinci“ System eine große Hilfe.

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Roboterchirurgie - Bild 2

Nach anfänglicher Vorbereitung der Patientin wie zur Laparoskopie werden dann Optik und die Instrumentenarme platziert und anschließend die Instrumente des Systems an den Roboter angeschlossen, der nun durch den Operateur mittels einer Steuereinheit mit beiden Händen geführt wird. Eine 3-dimensionale Sicht und die sehr große Beweglichkeit der Instrumente entsprechend der freien Hand vereinfachen das Operieren erheblich.

Sie ermöglichen durch die 12 fache Vergrößerung und die Präzision der Instrumente ein sehr präzises Operieren. Mit Hilfe der zweiten Steuerkonsole ist es wesentlich leichter die einzelnen Operationsschritte zu lehren, erlernen  und zu auszuführen. Auch längere, komplexe Operationen werden ermöglicht. Dadurch können auch schwierige

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Roboterchirurgie - Bild 3

onkologische Operationen wie z.B. die nervenschonende radikale Gebärmutterentfernung (Totale Mesometriale Resektion, TMMR), aber auch  komplexe Endometrioseoperationen und auch langwierige Operationen zur Reparatur der Eileiter bei Kinderwunsch laparoskopisch ausgeführt werden. Selbst bei sehr adipösen Patientinnen ist damit eine ausgedehnte Laparoskopie möglich.