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Intensivmedizin

Intensivmedizin

Unser Leitsatz: Patientenbehandlung durch ein kompetentes und fürsorgliches Ärzte- und Pflegeteam mit modernster Technik.

Informationen für Patienten und Angehörige

Ärzte- und Pflegeteam bilden durch vertrauensvolle und enge Zusammenarbeit ein starkes und engagiertes Team für die bestmögliche Krankenversorgung. Unsere gemeinsamen Ziele sind neben der fachlich hochqualifizierten Krankenbehandlung und -betreuung das Eingehen auf die individuellen Bedürfnisse unserer Patienten und ein vertrauensvoller und regelmäßiger Kontakt zu den Angehörigen.

Wir können im 3-Schicht-Betrieb zum großen Teil eine 1:2 Betreuung unserer Patienten gewährleisten, d.h. dass eine Pflegekraft 2 Patienten versorgt. Dies hilft, eine hohe Betreuungsqualität sicherzustellen. In Fällen mit besonders hohem Pflegeaufwand (z.B. Sepsis, ARDS, Multiorganversagen) ist auch eine 1:1 Betreuung möglich.

Alle Pflegekräfte haben sich bewusst für die anspruchsvolle Tätigkeit auf einer Intensivstation entschieden und leisten ihre Arbeit patientenorientiert mit großem Engagement und hoher sozialer Motivation. Regelmäßig stattfindende Teambesprechungen und Schichtleitersitzungen sichern die Weitergabe und -vermittlung von aktuellen Informationen sowie eine hohe Transparenz im Hinblick auf Entscheidungen.

Besuch

Die Besuchszeiten sind auf unserer Station nicht reglementiert. Allerdings ist Besuch in der Zeit vor 10:00 Uhr möglichst zu vermeiden, da in dieser Zeit die ärztliche Visite und ein Großteil der pflegerischen Versorgung stattfinden. Generell am Vormittag wünschen wir uns deshalb eine Absprache mit der zuständigen Pflegekraft, damit Wartezeiten minimiert werden können. Es versteht sich von selbst, dass alle medizinischen Maßnahmen am Patienten Vorrang vor dem Besuch haben. Um unseren Patienten die nötige Ruhe zu geben, sollten nicht mehr als zwei Personen pro Besuch kommen. Auf unserer Station ist es nur bei bestimmten Infektionen nötig, als Besucher Schutzkleidung zu tragen. Im Regelfall reicht es aus, wenn Sie sich vor dem Besuch die Hände gründlich waschen und desinfizieren. Kinder unter 14 Jahren sollten nur nach Absprache mit uns zum Besuch mitgebracht werden.

Auskunft

Arztgespräche sind täglich zwischen 17:00 und 19:00 Uhr möglich. Für Gespräche außerhalb dieses Zeitraumes bitten wir Sie, telefonisch einen Termin mit dem Arzt zu vereinbaren. Wir erhalten häufig Anrufe, in denen Angehörige sich nach dem Zustand eines Patienten erkundigen möchten. Ein Teil unserer Patienten kann sich nicht äußern, wem wir über ihren Zustand Auskunft erteilen dürfen. Bitte haben Sie Verständnis, dass Auskünfte nur an engste Familienangehörige bzw. die oder den Partner erteilt werden. Zur Wahrung der Patienteninteressen sind Auskünfte am Telefon nur im begrenzten Umfang möglich. Da Angehörigengespräche zeitintensiv sind, sollte der Kontakt möglichst über einen Ansprechpartner erfolgen, welcher dann die Familie informiert

Einbeziehung der Angehörigen in die Pflege

Bei Patienten, welche über einen längeren Zeitraum auf unserer Station betreut werden, haben die Angehörigen häufig den Wunsch, in die Pflege einbezogen zu werden. Nach Absprache mit dem Pflegepersonal und unter Berücksichtigung des aktuellen Zustandes des Patienten gehen wir gern auf diesen Wunsch ein. Die Mitarbeiter vermitteln Kenntnisse (auch z.B. in der Pflege mit Basaler Stimulation) und geben den Angehörigen Hilfe und Unterstützung. Die Mitarbeit kann das Waschen, Eincremen, Nahrung reichen bis die Mithilfe beim Betten beinhalten. Die Angehörigen entscheiden nach eigenem Ermessen, ob und wie viel Pflege sie mitgestalten möchten.

Mehr Informationen finden Sie unter http://www.zurueck-ins-leben.de/ .

Medizinische Schwerpunkte

  • Akutes Lungenversagen (ARDS)
  • Differenzierte Lungenunterstützung (ECMO)
  • schwierige Beatmung und Respiratorentwöhnung
  • Sepsis und septischer Schock (Regionalzentrum SepNet)
  • Neurotraumatologie, Neuromonitoring
  • Organersatz
  • frühzeitige aktive Patientenmobilisation einschließlich der Basalen Stimulation
  • Standard Operating Procedures (SOP)
  • Durchführung klinischer Studien bei Sepsis, ARDS,  etc.
  • Studentenausbildung im Rahmen der DIPOL-Kurse: Akute Notfälle und Notfall-Verletzungen-Intensivmedizin

Die ca. 2000 Patienten, die pro Jahr auf der anästhesiologischen Intensivstation behandelt werden, setzen sich zu ca. 60% aus postoperativ zu betreuenden Patienten der aller operativen Disziplinen und ca. 40% akute Notaufnahmen zusammen. Diese zweite große Gruppe umfasst Patienten mit Sepsis oder septischem Schock, mit Polytrauma, Schädel-Hirn-Trauma oder intrakraniellen Blutungen sowie Patienten, die ein akutes Lungenversagen entwickelt haben. Außerdem erfolgt die Zuweisung von Patienten aus auswärtigen Krankenhäusern, wenn die erforderlichen diagnostischen und/oder therapeutischen Möglichkeiten dort nicht zur Verfügung stehen oder ausgeschöpft sind.

Erweitertes Monitoring und besondere Therapieverfahren

Als Universitätsklinikum und Einrichtung der Maximalversorgung werden auf der Intensivtherapiestation der Klinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie neben den klassischen Verfahren der Intensivmedizin die modernsten zu Zeit praktizierbaren Therapieverfahren angewandt. Neben der Standardüberwachung stehen verschiedene spezielle Verfahren zur erweiterten Überwachung, Diagnostik und Therapie zur Verfügung.

Herz- Kreislauf

Lunge und Beatmung

  • protektive mechanische Beatmung
  • seitengetrennte Beatmung
  • extrakorporale Membranoxygenierung ECMO
  • nicht-invasive Beatmungsformen
  • spezielle Lagerungstechniken (Bauchlage, 135° Seitenlage)
  • Weaningprotokoll
  • inhalative Therapie (NO)
  • Bronchoskopie
  • Dilatationstracheotomie
  • Anlage von Thoraxdrainagen

Gehirn und Analgosedierung

  • intrakranieller Druck - intraventrikulär / intraparenchymal - ( ICP )
  • spektrales EEG
  • evozierte Potentiale ( SEP, AEP )
  • transkranielle Dopplersonographie ( TCD )
  • milde Hypothermie ( Coolgard® )
  • Steuerung der Sedierung und Schmerztherapie an Hand von Scores (RASS, Numerische Schmerzskala)
  • Delirmanagement

Niere und Flüssigkeitshaushalt

Laborchemisches Monitoring und Stoffwechsel

Infektiologisches Monitoring und Antibiotikatherapie

  • Mikrobiologisches Monitoring
  • Problemkeim-Screening, Isolation und andere Hygiene Maßnahmen
  • Aktion saubere Hände
  • Mikrobiolog. Surveillance
  • Antibiotic Stewardship
  • Infektiologische Visite

SOPs / Pflegestandards

Die Intensivmedizin ist durch eine große Anzahl von invasiven diagnostischen Maßnahmen und komplexen Therapiestrategien gekennzeichnet. Diese sind häufig auf den einzelnen Patienten zentriert und daher sehr individuell. Andererseits lassen sich aber auch in der Intensivmedizin Felder definieren, in denen die Behandlungsstrategien nach vorgegebenen Leitlinien ablaufen können. Diese S tandard O perating P rocedure s (SOPs), die als Richtschnur für die Behandlungsabläufe innerhalb der Klinik Geltung haben, werden auf der Basis der Evidenz basierten Medizin und der Leitlinien der einzelnen Fachgesellschaften unter Berücksichtigung der lokalen Bedingungen erstellt. SOPs dienen zur Optimierung der Diagnose und Therapieprozesse, zur Verbesserung der Ausbildung und zur Qualitätssicherung. Auf der Intensivtherapiestation der Klinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie gibt es zur Zeit ca. 20 SOPs für ärztliche und pflegerische Mitarbeiter zu wichtigen Themen der Intensivmedizin. Diese werden regelmäßig aktualisiert, wenn erforderlich um neue SOPs erweitert und in ihrer praktischen Umsetzung kontrolliert.

Pflegestandards

Im Universitätsklinikum sind für die Pflege einheitliche Pflegestandards vorhanden, nach denen auch bei uns gearbeitet wird. Diese Standards bieten die Möglichkeit, immer wiederkehrende Pflegehandlungen zu vereinheitlichen und den Mitarbeitern damit eine Handlungsrichtlinie für eine hohe Qualität in der Pflege zu geben.

Basale Stimulation®

Basale Stimulation® ist ein Pflegekonzept, welches für Menschen entwickelt wurde, die durch ihre Erkrankung wahrnehmungsbeeinträchtigt sind.

Wahrnehmungsebenen des Menschen (somatisch, vestibulär, vibratorisch, auditiv, visuell, takti-haptisch, olfaktorisch) können durch spezielle Angebote erreicht werden. Diese Angebote werden gezielt mit individueller Intention für den Patienten ausgesucht.

Zur Kontaktaufnahme dient die Initialberührung. Wesentliche Elemente sind beruhigende oder belebende Ganzkörperwäsche und verschiedene Lagerungstechniken. Ausstreichungen des Körpers als somatisches Angebot zur Anbahnung der Bewegung nutzen wir bei Lagerungswechsel. Um die pulmonale Situation des Patienten zu bessern, können wir mit Kontaktatmung oder atemstimulierenden Einreibungen unterstützen.

Mobilisation

Schwer kranke Intensivpatienten bedürfen oft einer längeren Phase der Immobilisation und sind bezüglich der gefürchteten Muskelschwäche) des Intenpatienten ( muscular weakness) erheblich gefährdet. Die möglichst schnelle Wiedererlangung der eigenen Beweglichkeit und der Selbstständigkeit beginnt mit der zunächst zeitweiligen Unterbrechung der liegenden Position. Der Blickwinkel des Patienten ändert sich im Sitzen enorm und führt häufig zu einer Verbesserung der Wahrnehmung seiner Umwelt, gleichzeitig werden durch Lagerungs- und Mobilisationsmaßnahmen verschiedene Muskelgruppen aktiviert und damit die Muskelatrophie vermindert. Deshalb stellt die frühzeitige physische und mentale Mobilisation eine wichtigen Therapieaspekt auf unserer Station dar. Die Mobilisationsmaßnahmen führen wir in enger Zusammenarbeit mit unseren Physiotherapeuten mehrmals täglich und selbstverständlich auch am Wochenende durch.

Wundmanagement

Die meisten Wunden heilen dank der faszinierenden Reparaturfähigkeit unseres Organismus von allein. Erst die Wunde, die nicht heilen will, zeigt wie komplex und anspruchsvoll die Wundheilung ist. Wunden erfordern einen erhöhten pflegerischen Aufwand mit häufiger oder spezieller Versorgung. Insbesondere infizierte Wunden nach Operation und Dekubitalulzera stellen uns vor Herausforderungen. Das Wundmanagement umfasst: Wundanamnese, Physiologie der Wundheilung mit den Wundheilungsphasen, Wundbehandlung, Schmerzmanagement sowie die Wunddokumentation.

Durch das Engagement unserer speziell ausgebildeten Wundmanager und des gesamten Pflegepersonals der Station gelingt es uns, Wunden optimal nach den neusten Erkenntnissen zu versorgen. Dies erfordert eine kontinuierliche Fortbildung. Ihr Wissen und ihre Erfahrungen geben unsere Wundmanager in internen Weiterbildungen an ihre Kollegen weiter. Außerdem sind sie bei der Erstellung von universitären und stationären Richtlinien involviert.