Ferienlager - eine Qualitätsbeschreibung
Ferienlager - eine Qualitätsbeschreibung
Seit Ende der 90-iger Jahre führt das SCIC Dresden jährlich ein Ferienlager für CI-Kinder durch. Der Gedanke zur Durchführung solcher Zusammenkünfte spielte seit der Gründung des CI-Zentrums eine Rolle. Verwirklichen konnten wir diese Idee durch einen Zufall. Die Familie eines CI-Patienten betreibt an der Elbe in Coswig einen Gaststättenbetrieb mit Übernachtungsmöglichkeiten. Das Angebot, mit CI-Kindern dort einige Ferientage zu verbringen, wurde von uns sofort aufgegriffen und erfolgreich umgesetzt. Seit dem gehören wir jährlich in den letzten zwei Wochen der Sommerferien zu den Stammgästen der Familie Skopi und genießen liebevolle, fast familiäre Betreuung. Die Erfahrungen und die ständig steigende Anzahl der Anmeldungen haben gezeigt, dass es sinvoll ist, die Kinder in zwei Altersgruppen (7-10 bzw. 11-16 Jahre) aufzuteilen. Für jede Gruppe steht somit eine Ferienwoche zur Verfügung. Die Betreuung wird durch Therapeuten des SCIC aber auch mit Hilfe von Eltern und Praktikanten realisiert.
Inhaltliche Zielsetzung
Der Ursprungsgedanke, den vorwiegend im Regelschulbereich untergebrachten CI-Kindern eine Möglichkeit zu eröffnen, ihre Erfahrungen auszutauschen, wird ergänzt durch eine Vielzahl therapeutischer und pädagogischer Gesichtspunkte.
1. Diagnostischer Teil
- Wie geht das Kind im Alltag mit der Hörprothese um?
- Ist die Prozessoreinstellung optimal?
- Über welche Kommunikationsstrategien verfügt das
Kind?
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Wie ist seine Kommunikationskompetenz?
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2. Therapeutischer Teil
Alle Veranstaltungen während des Ferienlagers sind für die Therapeuten des SCIC natürlich Qualitätsanzeichen dafür, welche Kommunikationsfähigkeit bei den Kindern vorhanden ist. In diesem ungezwungenen alltäglichen Umgang mit der Hörprothese wird ganz schnell deutlich, wie das CI die Lebenssituation der Kinder wesentlich verändert und welche Gesichtspunkte in das Programm der CI-Rehabilitation aufzunehmen sind.
Da ist zunächst die Ansprechbarkeit. Einige Kinder legen auch nachts das CI nicht ab. Daraus ergibt sich ein einfaches Wecken durch Klopfen am Fenster. Für hochgradig Hörgeschädigte ist das unvorstellbar! Natürlich wird im täglichen Umgang sehr gut sichtbar, aus welcher Entfernung und unter welchen Geräuscheinflüssen der CI-Träger ansprechbar ist. Bringt ein anderes Programm eine Verbesserung oder sollte dies bei der nächsten Prozessorprogrammierung berücksichtigt werden?
Besonders wichtig ist auch für die CI-Kinder die Hörkonzentration über längere Zeit hinweg. Sieben Unterrichtsstunden in der Regelschule erzeugen Hörstress, der bewältigt werden muss. Genaue Beobachtungen (Wo steht das Kind bei Vorträgen? Welche Hörstrategien setzt es ein? Wie verhält es sich bei Unverständnis? ...) helfen dem Therapeuten dabei, Entlastungen für den CI-Träger zu organisieren.
Die Verarbeitung neuer Erkenntnisse spielt im Ferienlagerablauf eine zentrale Rolle. Beim Schreiben eines Tagebuches oder in Zeichnungen wird deutlich, wie sich die Teilnehmer mit dem Erlebten auseinandersetzen und ob sie in der Lage sind, selbständig weiter Informationen zu beschaffen. Dabei wird sichtbar, wie groß passiver und aktiver Wortschatz sind und es kann beobachtet werden, wie die Begriffserweiterung erfolgt.
Neben vielen anderen Dingen sei hier noch die soziale Kompetenz erwähnt.
- Wie ist das Verhältnis zum Betreuer, zu anderen Erwachsenen der näheren Umgebung und zu hörenden Personen bei zufälliger Begegnung? (Selbständigkeit, Abhängigkeit, Bestätigungshaltung, Stellenwert eigener Bedürfnisse, Zuwendungshäufigkeit, Distanzverhalten)
- Wie verhält sich das Kinder/ der Jugendliche in der Gruppe? (Einordnung, Position, Zusammenarbeit, Teilnahme an Tätigkeiten der Gruppe, Kontaktfähigkeit/ Kontaktbereitschaft, Konfliktbewältigung, Frustrationstoleranz)
Die Therapeuten des SCIC Dresden sind sehr froh, dass auch die Verantwortlichen der Klinikleitung die Bedeutung unseres Ferienlagers erkannt haben und uns daher weiterhin unterstzützen wollen.