You are here: Home  >>  ...  >>  ...  >>  ...  >>  ...  >>  Periphere Nerv-Chirurgie  >>  Plexus brachialis-Verletzung
Document Actions

Plexus brachialis-Verletzung

 

Die Verletzung des Plexus brachialis (Armnervengeflecht) ist nahezu immer durch eine größere Krafteinwirkung von außen bedingt.

Es kann sich um eine

  • offene oder
  • geschlossene Verletzung handeln.

Überdurchschnittlich häufig sind Motorradfahrer betroffen.

Primär offene Verletzungen werden, sofern es der Zustand des Patienten zulässt, sofort bei der Wundversorgung inspiziert und das Vorgehen für die Wiederherstellung der verletzten Nervenstrukturen erstellt.

Handelt es sich um eine primär geschlossene Verletzung, sollte zunächst für ca. drei Monate der Spontanverlauf und die Erholung der betroffenen Nerven beobachtet und dokumentiert werden. Hat sich bis dann keine ausreichende Regeneration gezeigt, sollte der Versuch unternommen werden, dieses Armnerven-
geflecht chirurgisch wiederherzustellen (Nervenrekonstruktion).

Wie dies im Einzelfall erfolgt, hängt von dem sehr individuellen Schädigungsmuster ab:

  • nur den oberen Armplexus
  • nur den unteren Armplexus
  • den gesamten Armplexus betreffend.

Man unterscheidet zwischen Verletzungen, bei denen die Nervenwurzel aus dem Rückenmark ausgerissen ist und Verletzungen, bei denen Narbengewebe im Nerven (Neurom) entstanden ist.

 

Möglichkeiten der Rekonstruktion

Die uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten der Rekonstruktion sind:

  • die Dekompression (Neurolyse) und Befreiung des Nerven von Narbengewebe
  • das Nerveninterponat

      Bei dem Nerveninterponat kann ein Spendernerv aus dem Unterschenkel, welcher für das Gefühl in
      der seitlichen Fußsohle verantwortlich ist, zur Überbrückung eines irreversibel geschädigten Nerven
      am Armplexus verwendet werden.

  • Darüberhinaus besteht die Möglichkeit, Teile von funktionierenden Nachbarnerven zum Ersatz zerstörter Nerven heran zu ziehen (Nerventransfer/kontralateraler C7-Transfer).

      Dieser Nerv kann aus der unmittelbaren Nachbarschaft (Nerventransfer) oder von der Gegenseite
      (kontralateraler C7-Transfer) stammen.

Später besteht die Möglichkeit, durch sekundäre funktionelle Operationen nicht wiedererlangte Funktionen teilweise wieder herstellen zu können. Dies erfordert eine individuelle Beratung.

 

Bei Vorliegen einer solchen Plexus brachialis-Verletzung raten wir zu einer möglichst frühen Vorstellung in einer Spezialambulanz für Plexus brachialis-Chirurgie.

 

 

by Silke Soucek last modified 2011-11-10 12:51
Neurochirurgie

Ansprechpartner

Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie

+49(0)351 458 2883

+49(0)351 458 4304

Neurochirurgie@mailbox.tu-dresden.de

Terminvereinbarung Ambulanz

+49(0)351 458-6977 oder +49(0)351 458-3157

Terminvereinbarung Privatsprechstunde

+49-(0)351 458-2883