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Betriebswirtschaftliche Effekte

In den letzten Jahren haben sich deutsche Krankenhäuser auf die Steigerung von Effizienz und Produktivität fixiert  und den Eindruck abnehmender Familien­freundlichkeit geweckt . Da aber Mitarbeiterzufrie­denheit ein wesentliches Befähiger-Kriterium für Unternehmen und Krankenhäuser ist , und Produk­tivi­täts­steigerung zu Lasten der Mitarbeiterzufriedenheit kein langfristig tragfähiges Konzept sein kann hat das Uniklinikum Dresden entsprechende Maßnahmen eingeleitet .

Bedeutsam ist in diesem Zusammenhang allerdings nun die Frage nach einer möglichen ad­versen Selektion mit dem Gedanken, dass ein ausgeprägtes betriebliches Familienbewusstsein insbesondere Mitarbeiter mit (potenziellen) Familienpflichten anzieht. Tatsächlich weisen solche Unternehmen einen hohen Frauenanteil auf . Gleichzeitig korreliert aber der familien­freundliche Maßnahmenumfang mit gesteigerter Produktivität, niedrigeren Fehlzeiten und ge­ringerer Fluktu­ation. Eine geringere Fluktuation spielt vor allem dort eine wichtige Rolle für das Unternehmen, wo ein persönliches Vertrauensverhältnis bei der Leis­tungserstellung auf­gebaut wird (Arzt-Patient-Beziehung, Finanzdienstleistungen, etc).

Lassen sich diese weichen Wettbewerbsfaktoren nun in einen bilanzierbaren Nutzen für das Krankenhaus umsetzen? Alleine als Personalbeschaffungskosten aufgrund fehlender Famili­enorientierung müssen die Aufwendungen für die unbesetzte Stelle, Anwer­bungskosten (z. B. für Annoncen), Kosten der Auswahl- und Einstellungsgespräche, Einstel­lungskosten (z. B. Umzugskosten, Einrichtung des Arbeitsplatzes), Aus- und Fortbildungs­kosten, Einarbeitungs­kosten eines „Training­on-the-Job“ sowie Minderleistungskosten wäh­rend der Phase der Ein­arbeitung einkalkuliert werden. Die betriebswirtschaftliche Analyse aus ei­nem Arbeitsbericht des Bundesfamilienmi­nisteriums  kalkuliert neben den Personal­be­schaf­fungskosten die Kosten für den entgangenen Nutzen familienfreundlicher Maßnah­men wie Fehlzeiten, verursacht durch fehlende Kinderbetreuung etc. für einen Bei­spielbetrieb mit 1.500 Mitarbeitern aufgrund feh­lender Familienorientierung auf jährlich € 379.500. Stellt man diesen die Aufwendungen ge­genüber, die durch familienfreundliche Maßnahmen entstanden sind, wie Beratung und Kontakt­halteangebote, Ab­stimmungsaufwand für flexible Arbeitszeit­modelle, Betriebliche KiTa, Telearbeitsplätze, etc. entstehen Kosten in Höhe von € 304.060. Damit ergab sich durch die familienorientierte Un­ternehmenspolitik eine Kosten-Nutzen Differenz von € 75.450 zu­gunsten des Unternehmens.

by Prof. Axel Heller last modified 2009-07-16 21:58
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