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Thieme Teaching Award 2011

PD Dr. Michael Müller und Dipl.-Psych. Mike Hänsel werden mit Thieme Teaching Award 2011 ausgezeichnet.


„Thieme Teaching Award“ für Projekte aus Dresden und Rostock: Ärzte und Schüler trainieren für medizinische Notfälle

Stuttgart – Gleich drei Preisträger können sich in diesem Jahr über die Auszeichnung mit dem „Thieme Teaching Award“ freuen, den die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) im Rahmen des Deutschen Anästhesiecongresses (DAC 2011) in Hamburg verleiht. Privatdozent Dr. med. Michael P. Müller und Diplompsychologe Mike Hänsel erhalten den Preis für spezielle Trainings zur Verbesserung des Fehler- und Zwischenfallmanagements in der Anästhesie und Intensivmedizin. Dr. med. Gernot Rücker aus Rostock wird für die Etablierung eines Pilotprojektes ausgezeichnet, bei dem Schüler in Wiederbelebung geschult werden und das Interesse für Medizin geweckt wird. Die Thieme Verlagsgruppe, Stuttgart, stiftet den mit insgesamt 5 000 Euro dotierten Preis.

 
Zwischen fünf und zehn Prozent aller Patienten erleiden während ihres Aufenthalts im Krankenhaus Komplikationen, die auf Fehler von Ärzten oder Pflegepersonal zurückzuführen sind. „Viele dieser Komplikationen sind vermeidbar“, ist Privatdozent Dr. Michael P. Müller von der Klinik für Anästhesie und Intensivtherapie am Universitätsklinikum Dresden überzeugt. Gemeinsam mit dem Psychologen Mike Hänsel hat Müller deshalb einen Kurs ins Leben gerufen, in dem Ärzte und Pfleger einmal jährlich das Management von Zwischenfällen am Patientensimulator üben.
 
In einem Simulationszentrum, das mit OP-Saal, Intensivstation und Schockraum realitätsnah ausgestattet ist, üben die Teilnehmer einen Tag lang, wie sich in schwierigen Situationen folgenschwere Fehler und Missverständnisse vermeiden lassen. Sie lernen aber auch den Umgang mit Fehlern. „Fehler liegen in der Natur unseres Handelns“, so Hänsel, der die Kurse moderiert. „Wichtig ist, dass wir lernen, mit ihnen offen umzugehen“. Dazu gehöre es, Bedenken auszusprechen und auf Fehler hinzuweisen – selbst dann, wenn ein Vorgesetzter diese begangen hat. Die DGAI zeichnet das Projekt vor allem für seine Bedeutung in der Fort- und Weiterbildung an medizinischen Fakultäten aus.
 
Auch bei dem zweiten Projekt geht es um das Training von Notfallsituationen: Allerdings sind die Teilnehmer deutlich jünger. Die Universität Rostock hatte über 20 000 Schüler untersucht und dabei festgestellt, dass Schüler ab der siebten Klasse uneingeschränkt in der Lage sind, Wiederbelebung leitliniengerecht durchzuführen. In der Kooperation mit der Björn-Steiger-Stiftung und dem Kultusministerium von Mecklenburg-Vorpommern wurde das Projekt „Retten macht Schule“ nach Mecklenburg-Vorpommern geholt. Für das Pilotprojekt schulte das Team von Dr. Gernot Rücker, Oberarzt der Abteilung für Anästhesiologie und Intensivtherapie am Universitätsklinikum Rostock, 300 Lehrer als Wiederbelebungstrainer. Diese geben jetzt ihr Wissen an die Siebtklässler in ganz Mecklenburg-Vorpommern weiter. „Langfristig werden so flächendeckend potenzielle Lebensretter ausgebildet“, erklärt Rücker. „Außerdem wecken wir das Interesse für ehrenamtliche Tätigkeiten und Berufe im Gesundheitswesen“. Deswegen wurde auch von ihm für die Schüler, die das Simulationszentrum besuchen, das deutschlandweit größte Playmobil-Krankenhaus gebaut, an dem sogar die Rettungskette von der Unfallstelle bis zur Intensivstation gezeigt werden kann. „Die Ausbildung von Lebensrettern ist von zentraler Bedeutung für unsere Gesellschaft“, lobt die Jury der DGAI das Projekt.
 
Um den „Thieme Teaching Award“ bewerben sich Mitglieder der DGAI mit Arbeiten auf dem Gebiet der Lehre, Fort- und Weiterbildung in Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerzmedizin. Die Thieme Verlagsgruppe stiftet den Preis in diesem Jahr zum achten Mal.

by Jessica Hofmann last modified 2011-05-30 09:51
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